• 10.04.2010
      18:30 Uhr
      Wo bist du, mein Kind? Zwangsadoptionen in der DDR | phoenix
       

      Die staatliche Willkür der DDR traf nicht nur politische Gegner; unter den Opfern waren auch Bürger, die andere "Makel" hatten. Der Film geht auf die Suche nach Schicksalen von Eltern und Kindern, die im Namen des Staates voneinander getrennt wurden.

      Samstag, 10.04.10
      18:30 - 19:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Die staatliche Willkür der DDR traf nicht nur politische Gegner; unter den Opfern waren auch Bürger, die andere "Makel" hatten. Der Film geht auf die Suche nach Schicksalen von Eltern und Kindern, die im Namen des Staates voneinander getrennt wurden.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Caroline Haertel
      Mirjana Momirovic

      Ideologisch motivierte Zwangsadoptionen gehören in der ehemaligen DDR zu den dunkelsten Kapiteln des SED-Regimes. Noch immer sind viele Betroffene im Unklaren über ihr Schicksal, die komplexen Zusammenhänge sind bis heute vielfach noch nicht aufgeklärt. Die staatliche Willkür traf aber nicht nur politische Gegner. Auch die, die sich dem System angepasst haben, waren unter den Opfern.

      So wie Erika T.. Als im Januar 1985 der Arzt bei Erika die Schwangerschaft feststellte, fragte er sie gleich, ob sie das Kind zur Adoption frei geben möchte. Für die junge, allein erziehende Mutter eines vierjährigen Sohnes, kam eine Freigabe zur Adoption nicht in Frage. Der Arzt akzeptierte zunächst ihre Antwort, aber gegen Ende der Schwangerschaft erhöhte er den Druck auf die werdende Mutter und drohte ihr damit, dass man ihr den älteren Sohn wegnähme, wenn sie nicht zustimme. Als dann ihr Antrag auf eine größere Wohnung nicht mehr aufzufinden ist und im Möbelladen plötzlich keiner mehr von ihrer Babybettbestellung weiß, ist Erika hilflos. Aus Angst, ihren Sohn zu verlieren, wehrt sie sich nicht. Sie hält dem Druck nicht stand und gibt eine Woche vor der Entbindung ihre Einwilligung für die Adoption. Eine Entscheidung, die sie bis heute bereut.

      Auch Andreas L. durfte seinen Sohn nicht großziehen. Als er nach einer vereitelten Republikflucht verhaftet wird, werden er und seine Frau unter Druck gesetzt, das Baby zur Adoption freizugeben. Andreas wehrt sich, doch als Häftling hat er keine Rechte. In einem kurzen Prozess wird ihm die Vaterschaft aberkannt und sein Sohn zur Adoption freigegeben. Das war vor 24 Jahren. Seitdem weiß Andreas nichts über seinen Sohn. Seit der Wende versucht er ihn zu finden. Doch das Adoptionsgesetz macht keinen Unterschied zwischen freiwilliger Adoption und Zwangsadoption. Andreas hat kein Recht, Kontakt zu seinem Sohn vermittelt zu bekommen. Doch immer wieder stellt Andreas L. Anträge auf Kontaktvermittlung beim Jugendamt. Und endlich scheint es, dass sein größter Wunsch in Erfüllung gehen könnte. Sein Sohn hat seinen Brief erhalten und will sich mit ihm treffen.

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      Samstag, 10.04.10
      18:30 - 19:00 Uhr (30 Min.)
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