• 18.12.2018
      02:15 Uhr
      Meine Kindheit ... im Ruhrgebiet | phoenix
       

      Von ihren Kindertagen erzählen Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber alle eins gemeinsam haben - ihre Liebe zum Revier. „Wer damals nach dem Krieg einen Fußball hatte, der hatte 20 Freunde. Heute haben 20 Jungens jeder einen Fußball, aber keinen hat einen Freund.“ So zumindest sieht es Siegfried Börger, der 1938 in Bochum geboren wurde. In der Not spielte er damals auch mit einer Blechdose Fußball. Spielzeug war lange Mangelware, auch noch in den 1950er Jahren.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 18.12.18
      02:15 - 03:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Von ihren Kindertagen erzählen Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber alle eins gemeinsam haben - ihre Liebe zum Revier. „Wer damals nach dem Krieg einen Fußball hatte, der hatte 20 Freunde. Heute haben 20 Jungens jeder einen Fußball, aber keinen hat einen Freund.“ So zumindest sieht es Siegfried Börger, der 1938 in Bochum geboren wurde. In der Not spielte er damals auch mit einer Blechdose Fußball. Spielzeug war lange Mangelware, auch noch in den 1950er Jahren.

       

      "Wer damals nach dem Krieg einen Fußball hatte, der hatte 20 Freunde. Heute haben 20 Jungens jeder einen Fußball, aber keinen hat einen Freund." So zumindest sieht es Siegfried Börger, der 1938 in Bochum geboren wurde. In der Not spielte er damals auch mit einer Blechdose auf der Straße. Spielzeug war lange Mangelware, das war auch noch in den 1950er Jahren so. Siegfried war noch klein, als im November 1944 die Bomben der Alliierten fielen und Bochum in Schutt und Asche legten.Er kann sich noch heute gut an die angstvollen Stunden im Bunker erinnern: "Aber der Bunker, der war stabil und mit Nischen für die Familien ausgebaut, den hatten Bergleute gebaut, die verstehen was von Bunkern", sagt Börger heute und blickt dabei auch mit einem gewissen Stolz in die Kamera. Zum Glück kam sein Vater noch im Jahr 1945 aus französischer Gefangenschaft zurück.

      Und dann ging gleich der Wiederaufbau los. Die Väter nahmen Schüppe und Spitzhacke in die Hand, die Mütter versuchten, aus Kartoffelschalen und Schweineschwarte eine Suppe zu zaubern. Wenn die Eltern nicht aufpassten, dann spielte Siegfried Börger mit den Kumpels in Bombertrichtern oder hantierte mit zurückgelassener Weltkriegsmunition: "Zum Glück bin ich noch am Leben, andere sind dabei in die Luft geflogen." Erinnern sich die Menschen aus dem Revier an diese Zeit, dann erzählen sie auch von Zusammenhalt und Solidarität. Siegfried Börger berichtet von seiner Schulfreundin, einer Bauerntochter. War er zu Besuch auf dem Hof in der Nachbarschaft, dann bekam er auch schon mal einen Löffel in die Hand gedrückt und durfte mitessen, wenn die Pfanne mit Bratkartoffeln auf den Tisch kam. "Da war richtig was drin", bestätigt auch Börgers Freund Willi Reiz mit leuchtenden Augen. Bewegt erzählen beide aus ihren Leben, und wenn die Erinnerungen einmal Streiche spielen, dann wird vor laufender Kamera auch herzhaft gestritten.

      Film von Achim Scheunert, Luzia Schmid

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 18.12.18
      02:15 - 03:00 Uhr (45 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 04.12.2020