• 18.04.2020
      10:45 Uhr
      Nachtcafé Besondere Begegnungen | SWR Fernsehen RP
       

      Es ist gerade eine außergewöhnliche Zeit: Das gesellschaftliche Leben kommt weitestgehend zum Stillstand, soziale Kontakte sind größtenteils auf Telefon und Internet beschränkt und alle vermissen echte Begegnungen. Egal ob gesellige Familienfeier, Fußballstadion-Atmosphäre, ein Abend mit Freunden auf dem Sofa oder das spontane, unbeschwerte Gespräch im Supermarkt. Alle wissen, wie wohltuend Begegnungen sind und wie bedeutsam sie sein können.

      Samstag, 18.04.20
      10:45 - 12:15 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Es ist gerade eine außergewöhnliche Zeit: Das gesellschaftliche Leben kommt weitestgehend zum Stillstand, soziale Kontakte sind größtenteils auf Telefon und Internet beschränkt und alle vermissen echte Begegnungen. Egal ob gesellige Familienfeier, Fußballstadion-Atmosphäre, ein Abend mit Freunden auf dem Sofa oder das spontane, unbeschwerte Gespräch im Supermarkt. Alle wissen, wie wohltuend Begegnungen sind und wie bedeutsam sie sein können.

       

      Es ist gerade eine außergewöhnliche Zeit: Das gesellschaftliche Leben kommt weitestgehend zum Stillstand, soziale Kontakte sind größtenteils auf Telefon und Internet beschränkt und alle vermissen echte Begegnungen. Egal ob gesellige Familienfeier, Fußballstadion-Atmosphäre, ein Abend mit Freunden auf dem Sofa oder das spontane, unbeschwerte Gespräch im Supermarkt. Alle wissen, wie wohltuend Begegnungen sind und wie bedeutsam sie sein können.

      Manchmal trifft man auf Menschen, bei denen man sofort spürt: Diese Begegnung wird Einfluss auf das eigene Leben haben. Egal ob Liebe auf den ersten Blick, Freundschaft fürs Leben oder neuer Job - häufig reicht nur eine Begegnung aus, um die Weichen ganz neu zu stellen.

      Das Leben ist voller Menschen, die uns begleiten. Während die einen kommen und gehen, gibt es andere, die bleiben. Doch beide können gleichsam prägend sein. So kann sich der nette Smalltalk an der Bar zum Beispiel völlig unverhofft als Auftakt für ein neues Jobangebot in Übersee entpuppen. Und manchmal genügt nur ein Blick, ein Satz oder eine Berührung, um sofort eine Seelenverwandtschaft zu spüren: So können wir uns innerhalb von Sekunden sicher sein, gerade die Liebe unseres Lebens gefunden zu haben - oder auch den Bruder oder die Schwester im Geiste.

      Dabei können auch die Umstände des Kennenlernens dazu beitragen, dass etwas Großes entsteht: Beispielsweise ist es nicht selten, dass aus furchtbaren Erlebnissen wie einer Krise oder einer schweren Krankheit zunächst eine Schicksalsgemeinschaft entsteht, die dann zu einer Freundschaft fürs Leben führt. Eine Begegnung kann auch dahingehend weichenstellend sein, dass sie dazu führt, eigene Vorurteile zu überdenken und Vorbehalte abzulegen. Oder aber dazu, eine Bestimmung oder eine Aufgabe zu erkennen. Dabei kann es eine Begegnung mit einer Person sein, aber auch eine spirituelle Begegnung.

      Das ganze Leben kann durch Begegnungen auf den Kopf gestellt werden. Schon hinter der nächsten Straßenecke kann eine lebensverändernde Überraschung warten. Doch wie erkennt man, dass eine Begegnung die Chance hat, das Leben zu verändern? Und wie gelingt es, offen dafür zu sein?

      Die Gäste bei Michael Steinbrecher:
      Idole, Musiker-Kollegen oder Manager? "Wegweisend waren für mich immer die Begegnungen mit Menschen mit geistiger Behinderung. Von ihnen habe ich viel gelernt.", sagt Guildo Horn über die Begegnungen, die sein Leben geprägt haben. Seit er nach dem Abitur ein Soziales Jahr in einer Lebenshilfe-Werkstatt machte, ist das Engagement für Menschen mit Behinderung in zahlreichen Projekten eine feste Säule im Leben des Musikers.
      "Bei der ersten Begegnung mussten wir beide sofort lachen - wie richtige Kumpel." Das sagt Anna-Lena Gruenagel über ihren langjährigen Brieffreund Renaldo. Dabei sind die Treffen mit ihm alles andere als gewöhnlich: Denn Renaldo sitzt seit 2008 als verurteilter Mörder im Todestrakt in Florida. Doch die 40-Jährige ist der Überzeugung, dass jeder das Recht auf menschliche Kontakte hat. Und auch für sie selbst sind diese Treffen Begegnungen, die ihr den Wert des Lebens aufzeigen.

      Erst verlor René Volken nach 20 gemeinsamen Jahren seine Ehefrau Denise, dann drohte er kurz darauf durch einen Herzinfarkt ebenfalls zu sterben. In einem Nahtoderlebnis begegnete er Denise, die ihm riet, er solle nicht lange alleine bleiben. Beim Aufwachen sah der dreifache Vater eine fremde Frau - und wenig später kam es zu einer folgenreichen Begegnung. Für ihn ist klar, dass das alles kein Zufall sein kann: "Ich sage immer, Denise hat uns verkuppelt."

      Seit fast 50 Jahren wohnen Christa und Harald Hermes in ihrem Hamburger Wohnblock. Als dort 2014 Flüchtlinge einquartiert wurden, war das Ehepaar zunächst dagegen. Doch die persönliche Begegnung mit einer sechsköpfigen Roma-Familie führte bald zum Umdenken - und zu einer engen Freundschaft, die bis heute hält: "Wie sich das eigene Herz verändern kann. Ich habe zu wildfremden Menschen eine so herzliche Liebe entwickelt, dass ich Mutti und Oma für sie bin."

      Nach einem Fluchtversuch aus der DDR und monatelangen Verhören im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen, gelang Mario Röllig ein Neuanfang im Westen: "Ich schaute nach vorne und nicht mehr zurück, das Gefängnis war weit weg - bis zum 18. Januar 1999." Denn vor ihm stand sein ehemaliger Stasi-Vernehmer. Eingeholt von seiner Vergangenheit erlitt Röllig einen Nervenzusammenbruch, wollte sich das Leben nehmen. Bis der heute 52-Jährige lernte, sein Trauma aufzuarbeiten.

      Nicole Mtawa studierte Bekleidungstechnik, als sie in Tansania mit der Armut und den dramatischen Nöten der Menschen dort konfrontiert wurde. Das änderte für die junge Frau alles: "Da war bei mir sofort der Schalter für mein neues Leben umgestellt." Sie kehrte Deutschland den Rücken und widmet ihr Leben seither den Armen und Schwachen. So hat sie mittlerweile schon in mehreren Ländern Hilfsprojekte für pflegebedürftige Kinder aufgebaut.

      Die erfahrene Psychologin Angelika Kallwass ist davon überzeugt: Menschen sind soziale Wesen, für die Begegnungen überlebenswichtig sind. "Wenn wir zu lange auf Begegnungen verzichten müssen, so wie jetzt in der Krise, dann kann das mittelfristig zu Depressivität und Aggressionen führen." Daher lautet der Rat der Psychotherapeutin, andere Formen der Begegnung zu finden.

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