• 08.12.2018
      00:15 Uhr
      Nachtcafé - Das Beste Herkunft - fürs Leben geprägt? | SWR Fernsehen RP
       

      Armut, Vernachlässigung, Scheidung - wie es im Elternhaus zugeht, prägt uns häufig ein Leben lang. Doch während die einen für immer verloren sind, finden die anderen einen Weg aus dieser Misere. Sie entwickeln sich trotz dieser widrigen Umstände zu starken Menschen, haben einen Lebensplan und schauen optimistisch in die Zukunft. Sie beweisen, dass auch sie Erfolg, Zufriedenheit und Lebensglück erreichen können.
      Zu Gast bei Wieland Backes:

      • Walter Kohl
      • Sabrina Tophofen
      • Franz Trojan
      • Michael Thiel
      • Prof. Michael Hartmann
      • Bettina Schuler-Kargoll
      • Nepo Fitz

      Nacht von Freitag auf Samstag, 08.12.18
      00:15 - 01:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Armut, Vernachlässigung, Scheidung - wie es im Elternhaus zugeht, prägt uns häufig ein Leben lang. Doch während die einen für immer verloren sind, finden die anderen einen Weg aus dieser Misere. Sie entwickeln sich trotz dieser widrigen Umstände zu starken Menschen, haben einen Lebensplan und schauen optimistisch in die Zukunft. Sie beweisen, dass auch sie Erfolg, Zufriedenheit und Lebensglück erreichen können.
      Zu Gast bei Wieland Backes:

      • Walter Kohl
      • Sabrina Tophofen
      • Franz Trojan
      • Michael Thiel
      • Prof. Michael Hartmann
      • Bettina Schuler-Kargoll
      • Nepo Fitz

       

      Wohl dem, der es von Anfang an gut hat, in finanzieller Sicherheit und in einem wohl behütetem Elternhaus aufwächst? Nicht unbedingt! Zahlreiche Biographien zeigen, dass auch beste Startbedingungen ins Leben kein Garant für das spätere Glück eines Menschen sind. Gerade wenn die Familie Rang und Namen hat, klagen die Nachkommen oft über Unfreiheit, Einengung und zu hohen Erwartungsdruck, den sie nicht erfüllen können.

      Wie prägt die Herkunft unser Leben? Welche Rolle spielen Erfahrungen in der Kindheit und Jugend für den weiteren Lebensweg? Und wie schaffen es Menschen, sich von einer unangenehmen Prägung zu befreien?

      "Eine pfiffige und informative Sendung mit provokanten Themen. Wieland Backes trifft den richtigen Ton und kommt mit seinen Kommentaren und Einwürfen direkt auf den Punkt." Nein, das ist kein Eigenlob, sondern die Äußerung des ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Erwin Teufel, über das Nachtcafé. Die Gesprächssendung läuft schon seit 1987, und das äußerst erfolgreich. Das Nachtcafé ist keine Arena für Exhibitionisten und Voyeure. Zynismus und Krokodilstränen haben keinen Platz, wohl aber Menschen aller Art, die den Zuschauern etwas zu erzählen haben.

      • Walter Kohl - Er stammt aus einer angesehenen Familie, hatte nie materielle Sorgen und auch beruflich standen ihm alle Türen offen. Trotzdem hat Walter Kohl schon immer mit seiner Herkunft gehadert. Sein ganzes Leben stand er im Schatten seines übermächtigen Vaters: Altkanzler Helmut Kohl. Leben und gelebt werden heißt sein aktuelles Buch, in der er sein Leiden unter der Fremdbestimmung zum Ausdruck bringt. Ich rechne darin nicht mit ihm ab, sondern versuche, mich mit meiner Herkunft und nicht zuletzt meinem Vater zu versöhnen.

      • Sabrina Tophofen - Sabrina Tophofen wuchs als Kind einer völlig verwahrlosten Familie unter denkbar schlechten Voraussetzungen auf: Sie wurde vernachlässigt und misshandelt. Im Alter von elf Jahren gelang ihr die Flucht, doch es folgten sechs weitere harte Jahre auf der Straße. Dank ihres starken Lebenswillens schaffte sie letztlich den Schritt in ein bürgerliches Leben: Irgendwann kommt der Punkt, an dem man selbst die Verantwortung übernehmen muss und nicht mehr für alles den Eltern die Schuld geben kann.

      • Franz Trojan - Auch Franz Trojan hat sich aus seinem schwierigen Umfeld befreit. In einfachsten Verhältnissen aufgewachsen, verließ er als Jugendlicher seine alkoholkranken Eltern - um dann als Musiker eine einzigartige Karriere zu starten: Mit der Spider Murphy Gang brachte er es in wenigen Jahren zum Multimillionär. Doch dann folgte der Absturz zurück in die Unterschicht: Drogen, Scheidung, Obdachlosenheim. Trotzdem glaubt er: Jeder ist seines Glückes Schmied! Jeder hat Möglichkeiten, die er nutzen muss.

      • Michael Thiel - Dieser Ansicht ist auch der Diplom-Psychologe Michael Thiel. Im seinem Beruf hat er die Erfahrung gemacht, dass niemand in seiner sozialen Herkunft gefangen ist. Wer seine Unzufriedenheit Ausdruck verleiht und sich Verbündete sucht - so sein Credo - hat den wichtigsten Schritt schon getan: Man muss daran glauben, dass man sein Leben selbst in die Hand nehmen kann und die Kontrolle darüber hat.

      • Prof. Michael Hartmann - Ganz anders sieht das der Soziologe Prof. Michael Hartmann. Seine Forschungsergebnisse belegen, dass es nur wenigen Menschen gelingt, sich vollständig aus ihrem sozialen Umfeld zu lösen. Wer arm geboren ist - so seine Überzeugung - wird in der Regel auch arm bleiben: Die Wahrscheinlichkeit, ein bestimmtes soziales Level zu erreichen, ist dann am höchsten, wenn die Eltern dieses Level schon gehabt haben", sagt er.

      Bettina Schuler-Kargoll - Auf die Unternehmerin Bettina Schuler-Kargoll aus dem schwäbischen Deisslingen trifft das in ganz besonderer Weise zu: Obwohl sie es überhaupt nicht geplant hatte, trat sie letztlich in die Fußstapfen ihrer Eltern. Als ihr Vater das mittelständische Unternehmen der Familie nach einem Streit mit seinem Sohn verkaufen wollte, hängte die Lehrerin kurzentschlossen ihren Beruf an den Nagel - und wurde Firmenchefin! Ich spürte plötzlich, was mir Heimat und Familie bedeuten , begründet sie ihren Entschluss, den sie bis heute nicht bereut hat.

      • Nepo Fitz - Nepo Fitz stammt aus einer bayerischen Schauspieler- und Kabarettistendynastie - eine Tradition, die er mit großer Begeisterung fortsetzt. Zusammen mit seiner Mutter Lisa Fitz stand er schon als Jugendlicher auf der Bühne, später ging er mit ihr auf große Deutschland-Tournee. Naa, mich störts nicht, wenn ich als der Bua von der Lisa angesprochen werd! Ich muss mich nicht emanzipieren , sagt er - und lächelt mit gesundem Selbstbewusstsein den Erwartungsdruck an den Nachkommen weg.

      Das Nachtcafé ist keine Arena für Exhibitionisten und Voyeure. Zynismus und Krokodilstränen haben keinen Platz, wohl aber Menschen aller Art, die den Zuschauern etwas zu erzählen haben.

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 08.12.18
      00:15 - 01:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 18.01.2020