• 30.04.2012
      01:15 Uhr
      Fest der Alten Dokumentarfilm Deutschland 2008 - Der Dokumentarfilm | hr-fernsehen
       

      "Alt werden ist gut. Aber alt sein ist nicht schön", sagt Oma Sophie und zieht die Bettdecke fester an ihren Körper. Sie ist 89 Jahre alt, ihr Körper ist schmal, die Demenz hat ihren Geist geschwächt, aber nicht ihren Lebenswillen. Oma Sophie will nicht sterben. In einer kleinen Stadt am Rhein liegt sie im Dachgeschoss eines alten Hauses und hängt mit aller Kraft am Leben. Das Bett hat sie schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr verlassen. Spätestens seitdem der Knochenkrebs ihre oberen Halswirbel zerfressen hat, wird sie gepflegt von ihrem Sohn und der Schwiegertochter, die sich die Betreuung teilen.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 30.04.12
      01:15 - 02:15 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      "Alt werden ist gut. Aber alt sein ist nicht schön", sagt Oma Sophie und zieht die Bettdecke fester an ihren Körper. Sie ist 89 Jahre alt, ihr Körper ist schmal, die Demenz hat ihren Geist geschwächt, aber nicht ihren Lebenswillen. Oma Sophie will nicht sterben. In einer kleinen Stadt am Rhein liegt sie im Dachgeschoss eines alten Hauses und hängt mit aller Kraft am Leben. Das Bett hat sie schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr verlassen. Spätestens seitdem der Knochenkrebs ihre oberen Halswirbel zerfressen hat, wird sie gepflegt von ihrem Sohn und der Schwiegertochter, die sich die Betreuung teilen.

       

      Besuch bekommt sie von ihrem Enkelsohn, der ihr die Lippen schminkt und die Barthaare rasiert, die im Laufe der Jahre zaghaft in ihrem Gesicht empor sprießen. Eine scheinbar ideale Situation - ein Mensch, der sein Lebensalter nicht im Pflegeheim verbringt, sondern ganz individuell zu Hause umsorgt wird. Eine Situation, die jedoch auch Opfer fordert, von der Familie, die ihr eigenes Privatleben, ihre eigenen Interessen und Lebensziele hat und diese zugunsten von Oma Sophie zurückstecken muss. Was passiert mit den Angehörigen, wenn sie sich nicht mehr allein um sie kümmern können?

      "Fest der Alten" ist ein Porträt einer Frau in ihrer letzten Lebensphase und eine Darstellung dessen, wie eine Familie mit dieser Situation umgeht. Es ist ein Film über das Altwerden in der Gesellschaft. Wo geht es hin, wenn es nicht mehr geht mit den Alten? Ins Pflegeheim, oder nimmt man sie doch lieber zu sich nach Hause? Hilft der tägliche Umgang mit dem Altwerden, das eigene Bewusstsein für die Sterblichkeit zu schärfen? Bedeutet der Zustand Pflegebett für alte Menschen immer eine Endstation im Leben? Was macht ein Leben eigentlich lebenswert?

      "Oma Sophie ist ein ganz wichtiger Bezugspunkt in unserem Leben geworden", sagt die Schwiegertochter am Ende des Films. "Und was ist, wenn Oma Sophie nicht mehr leben wird", wird sie gefragt. "Dann müssen wir uns wieder neue Bezugspunkte suchen." Dies zeigt: Die Pflege von alten Menschen muss nicht immer nur mühsam und entbehrungsvoll sein, sondern kann Familien Bestätigung und viel Sinn für ihr Leben geben. Ob schöne oder anstrengende Momente, eine Familie hat sich entschieden, mit allen Konsequenzen, und steht nun im Konflikt zwischen dem Verantwortungsgefühl, die alte Dame bis zu ihrem Tod zu pflegen, und dem Wunsch nach Freiheit.

      Ein Film von Christa Pfaffenrott

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 30.04.12
      01:15 - 02:15 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

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