• 12.12.2019
      22:10 Uhr
      Menschen hautnah: Rosemarie, 94 Jahre, Beruf: Studentin Ein Film von Birgit Quastenberg | WDR Fernsehen
       

      Rosemarie Achenbach ist fleißig. Dieses Jahr soll sie fertig werden, ihre Doktorarbeit. Mit ihren 94 Jahren ist sie die älteste Studentin an der Uni Siegen.
      Denn Rosemarie Achenbach hat etwas nachzuholen: Ihr Vater hat sie schon als Kind immer gefordert und gefördert. Er hat ihr Rollschuhlaufen, Fahrradfahren und schwimmen beigebracht und in der Nacht vor dem Abitur französische Vokabeln abgefragt. Rosemarie dachte, alle Männer wären so.

      Donnerstag, 12.12.19
      22:10 - 22:40 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Neu im Programm

      Rosemarie Achenbach ist fleißig. Dieses Jahr soll sie fertig werden, ihre Doktorarbeit. Mit ihren 94 Jahren ist sie die älteste Studentin an der Uni Siegen.
      Denn Rosemarie Achenbach hat etwas nachzuholen: Ihr Vater hat sie schon als Kind immer gefordert und gefördert. Er hat ihr Rollschuhlaufen, Fahrradfahren und schwimmen beigebracht und in der Nacht vor dem Abitur französische Vokabeln abgefragt. Rosemarie dachte, alle Männer wären so.

       

      "Vor allem genieße ich, dass ich jetzt nicht mehr das tun muss, was andere von mir erwarten."

      Rosemarie Achenbach ist fleißig. Dieses Jahr soll sie fertig werden, ihre Doktorarbeit. Mit ihren 94 Jahren ist sie die älteste Studentin an der Uni Siegen.

      Denn Rosemarie Achenbach hat etwas nachzuholen: Ihr Vater hat sie schon als Kind immer gefordert und gefördert. Er hat ihr Rollschuhlaufen, Fahrradfahren und schwimmen beigebracht und in der Nacht vor dem Abitur französische Vokabeln abgefragt. Rosemarie dachte, alle Männer wären so.

      Mit 12 Jahren hat sie sich dann im Konfirmandenunterricht in den 24-jährigen Vikar Fritz verliebt. Der Krieg und die gemeinsame politische Haltung gegen das Nazi-Regime hat sie stark zusammengeschweißt. Nach dem Krieg wurde geheiratet und damit war es mit einer akademischen Karriere vorbei. Rosemarie, die so klug, begabt und wissbegierig war, musste kleinbeigeben und ihre Talente in den Schatten ihres Mannes stellen. Über 56 Jahre war sie mit dem evangelischen Pfarrer verheiratet und hat drei Kinder großgezogen.

      Sie kümmerte sich um den Bürokram der Pfarrei, war Bezirksleiterin der Frauenhilfe, malte Kinderbücher, schrieb Theaterstücke, fotografierte. Sie lernte Sprachen - unter anderem Kisuaheli und Russisch. Französisch und Englisch spricht sie seit Schultagen fließend. Und: sie kennt hunderte Gedichte und alle Lieder im Gesangbuch auswendig.

      Aber ihren tiefgehegten Wunsch, endlich - so wie ihre drei Kinder - einen akademischen Abschluss in den Händen zu halten, konnte sie sich erst nach dem Tod ihres Mannes erfüllen. Da war sie 79 Jahre alt und voller Tatendrang. Endlich und zum ersten Mal in ihrem Leben, konnte sie alles selber bestimmen, jeden Tag so gestalten, wie ihr es passt.

      Sie schreibt sich 2004 an der Uni Siegen ein und schafft in der Regelstudienzeit ihren Magister in Philosophie mit der Note "gut". Die Urkunde hat sie in der Küche aufgehängt. Dadurch beflügelt, hat sie sich entschlossen, eine Doktorarbeit dranzuhängen. Das Thema: "Der Tod in der Philosophie": Wie geht Sterben? Was kommt danach?

      Für Rosemarie ist Sterben nichts Romantisches, für sie ist der Tod der letzte Feind. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das weiß, dass es sterben muss. Rosemarie Achenbach hat das schon seit ihrer Jugend fasziniert.

      Wir haben Rosemarie Achenbach zwei Semester lang begleitet.

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