• 14.03.2018
      23:25 Uhr
      Frühjahr 45 Ein Film von Mathias Haentjes | WDR Fernsehen
       

      Im Frühjahr 45 ist nichts mehr, wie es war. Fünfeinhalb Jahre hat der von Deutschland angezettelte Krieg gewütet, jetzt ist Europa befreit und Deutschland endlich besiegt. Niemand weiß, wie es jetzt weiter gehen wird. Es sind Wochen voller Hoffnung, Angst und Ungewissheit.
      Zeitzeugen verschiedenster Länder Europas berichten von ihren Erlebnissen im Angesicht des Kriegsendes, darunter Prominente wie die Philosophin Agnes Heller, die Schriftstellerin Leonie Ossowski, der Politiker Wladyslaw Bartoszewski, der Schauspieler Günter Lamprecht oder die Fernseh-Legende Georg Stefan Troller.

      Mittwoch, 14.03.18
      23:25 - 00:55 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Im Frühjahr 45 ist nichts mehr, wie es war. Fünfeinhalb Jahre hat der von Deutschland angezettelte Krieg gewütet, jetzt ist Europa befreit und Deutschland endlich besiegt. Niemand weiß, wie es jetzt weiter gehen wird. Es sind Wochen voller Hoffnung, Angst und Ungewissheit.
      Zeitzeugen verschiedenster Länder Europas berichten von ihren Erlebnissen im Angesicht des Kriegsendes, darunter Prominente wie die Philosophin Agnes Heller, die Schriftstellerin Leonie Ossowski, der Politiker Wladyslaw Bartoszewski, der Schauspieler Günter Lamprecht oder die Fernseh-Legende Georg Stefan Troller.

       

      Im Frühjahr 45 ist nichts mehr, wie es war. Fünfeinhalb Jahre hat der von Deutschland angezettelte Krieg gewütet, jetzt ist Europa befreit und Deutschland endlich besiegt. Niemand weiß, wie es jetzt weiter gehen wird. Es sind Wochen voller Hoffnung, Angst und Ungewissheit.
      Zeitzeugen verschiedenster Länder Europas berichten von ihren Erlebnissen im Angesicht des Kriegsendes, darunter Prominente wie die Philosophin Agnes Heller, die Schriftstellerin Leonie Ossowski, der Politiker Wladyslaw Bartoszewski, der Schauspieler Günter Lamprecht oder die Fernseh-Legende Georg Stefan Troller.

      Leonie Ossowski ist in diesem Frühjahr auf der Flucht vor der Roten Armee. Sie ist 19 Jahre alt, hochschwanger und weiß, dass ihr Leben in Schlesien als adlige Gutsbesitzertochter endgültig vorbei ist. Die Französin Annette Chalut wird als KZ-Gefangene in diesen Wochen auf einen der gefürchteten Todesmärsche geschickt. Die ungarische Jüdin Agnes Heller wartet im Ghetto in Budapest auf den sicheren Tod - und fällt überglücklich dem Rotarmisten in die Arme, der eines Tages auftaucht.

      Georg Stefan Troller, ins Exil getriebener Wiener Jude, begleitet die US-Truppen als Dolmetscher und überquert mit ihnen den Rhein. Er übersetzt die Erklärungen und Entschuldigungen der festgenommenen Deutschen.

      Der Widerstandskämpfer Wladyslaw Bartoszewski verfolgt in Warschau das Vorgehen der sowjetischen Befreier und ahnt, dass dem Terror Hitlers derjenige Stalins folgen wird.
      Günter Lamprecht erlebt das Kriegsende als 15jähriger mit Mutter und Schwester im umkämpften Berlin, kommandiert von noch immer fanatischen SS-Männern, abgestellt im Inferno der letzten Tage als Hilfssanitäter
      Verwoben mit beeindruckendem Archivmaterial und Tagebuchaufzeichnungen des Dichters Erich Kästner und der als Zwangsarbeiterin in Deutschland inhaftierten Agnes Humbert entfaltet diese Dokumentation ein ungewohntes, komplexes Bild von Europa im Angesicht des Kriegsendes: dicht, atmosphärisch, bewegend - eine packende multiperspektivische Erzählung aus den Wochen der Ungewissheit zwischen Anfang Januar und Ende Mai 1945.

      Es sind Monate des Chaos und der Hoffnung, des Untergangs und des Sieges. Das Schlachtfeld hat sich nach Deutschland verlagert, aber in vielen Ländern Europas sind noch deutsche Soldaten. Während sich die Fronten immer mehr aufeinander zu bewegen, wird in Berlin noch gekämpft, in Italien die Befreiung gefeiert und in Dänemark gnadenlose Jagd auf Widerstandskämpfer gemacht. Und in den französischen "Atlantikfestungen" wie Saint-Nazaire - deutsch besetzten Enklaven - wird immer noch sehnsüchtig auf die Befreier gewartet.

      Die Befreiung der Konzentrationslager, das Chaos der letzten Kämpfe, aber auch die Übergriffe der sowjetischen Eroberer Berlins stehen im Kontrast zu den überschwänglichen Gefühlen von Befreiung und Errettung aus Krieg und Untergang.

      Am 8.Mai 1945 notiert die Zwangsarbeiterin Agnes Humbert:
      Es ist vorbei, Hitler ist besiegt! Zwischen Ausbrüchen von Jazzmusik sendet das Radio die Hurras und Freudenrufe delirierender Massen, mal in Paris, mal in London - und wir stimmen mit ein, schreiend vor Freude. Und dann tanzen wir. Ich habe auch beim Kriegsende 1918 getanzt, aber 1918 wusste ich nicht was es bedeutet zu leiden und das Leiden anderer zu erleben. Jetzt, wo ich es weiß, tanze ich intensiver, ich lache intensiver - und ich hasse intensiver!

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 23.06.2018