• 11.05.2013
      12:00 Uhr
      Quarks & Co: Die Wissenschaft vom Klo Moderation: Ranga Yogeshwar | WDR Fernsehen
       

      Sie ist unverzichtbarer Teil unseres Lebens - und doch ein Tabuthema: die Toilette. Im Laufe unseres Lebens verbringen wir etwa sechs bis neun Monate auf dem Klo. Wie wichtig die Toilette für eine Gesellschaft ist, sieht man da, wo sie fehlt: Etwa 2,5 Mrd. Menschen auf der Welt haben keinen Zugang zu sauberen sanitären Anlagen. Ein großer Teil der Erkrankungen in Entwicklungsländern geht auf diesen Zustand zurück. Quarks & Co erzählt die Geschichte vom "stillen Örtchen", erläutert die Vorteile von Hock-Klos und sieht nach Kenia, wo Spezialtüten die schlimmen Hygiene-Zustände in den Slums verbessern könnten.

      Samstag, 11.05.13
      12:00 - 12:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Sie ist unverzichtbarer Teil unseres Lebens - und doch ein Tabuthema: die Toilette. Im Laufe unseres Lebens verbringen wir etwa sechs bis neun Monate auf dem Klo. Wie wichtig die Toilette für eine Gesellschaft ist, sieht man da, wo sie fehlt: Etwa 2,5 Mrd. Menschen auf der Welt haben keinen Zugang zu sauberen sanitären Anlagen. Ein großer Teil der Erkrankungen in Entwicklungsländern geht auf diesen Zustand zurück. Quarks & Co erzählt die Geschichte vom "stillen Örtchen", erläutert die Vorteile von Hock-Klos und sieht nach Kenia, wo Spezialtüten die schlimmen Hygiene-Zustände in den Slums verbessern könnten.

       

      Außerdem klettert Quarks & Co in die Kanalisation, erklärt, warum das Spülklosett ein Auslaufmodell ist, stellt Alternativen für die Zukunft vor und blickt schließlich durchs Schlüsselloch: Wie benehmen sich Männer auf der Toilette, und was machen die Frauen?

      • Lebensretter Klo - Kampf den Krankheitserregern

      Was oben rein kommt, muss unten wieder raus. So funktioniert das System Mensch. Flüssigkeiten werden in den Nieren geklärt, die Nährstoffe wandern ins Blut - der Rest wird als Urin wieder ausgeschieden. Innerhalb einer Woche produziert der Mensch durchschnittlich etwa 10 Liter. Feststoffe durchlaufen dagegen verschiedene Stationen im Darm, in denen die Nährstoffe entzogen werden - der Rest sind Fäkalien. Und davon produzieren wir in der Woche ungefähr zwei Kilogramm.
      Was wäre nun, wenn wir die Verdauungsendprodukte nicht einfach durch das Wasserklosett wegspülen könnten? Was wäre, wenn wir gar kein WC hätten? Fest steht: die Fäkalien müssen irgendwie aus der Wohnung raus. Wie im Mittelalter würden Urin und Kot womöglich auf der Straße landen. Besonders in großen Städten ein echtes Problem: In einer Stadt wie Berlin kämen an einem Tag bis zu 800 Tonnen Fäkalien zusammen. Das würde nicht nur für ziemlich schlechte Luft sorgen - die Fäkalien haben es in sich: Anders als Urin, der so gut wie erregerfrei ist, sind die Fäkalien gesundheitsgefährdend. Der menschliche Stuhl besteht bis zu 60 Prozent aus Mikroorganismen. Größtenteils sind die zwar unbedenklich, aber bei kranken Menschen können die Fäkalien Durchfallerreger, Salmonellen oder Würmer enthalten und im schlimmsten Fall auch Seuchen wie Cholera verbreiten. Geraten die Fäkalien in die Umwelt, können sich die Krankheitserreger schnell über das Trinkwasser, Tiere oder und Menschen ausbreiten. Die Fäkalien müssen also sicher weggeschafft werden.

      • Der Blick durchs Schlüsselloch - Wie machen es die Frauen - wie die Männer?

      Eigentlich geht es um das gleiche, doch Männer- und Frauenklos sind zwei völlig verschiedene Welten. Wie unterschiedlich sich die Geschlechter auf der Toilette verhalten, untersuchen Kloforscher wie Professor Mete Demiriz. An der Fachhochschule Gelsenkirchen hat er die Mensa-Toiletten mit Sensoren verkabelt. Damit misst er, wer wie lange braucht und welche Toiletten häufiger verstopft sind. Und die Kloforscher haben noch mehr herausgefunden: Im Film erfahren Sie, was passiert, wenn die Männer Schulter an Schulter vor den Pissoirs stehen, welche Klo-Graffitis Frauen und Männer anfertigen und was es mit dem Frauen-Urinal auf sich hat.

      • Die Geschichte vom "stillen" Ort - Wie der Toilettengang zum Tabuthema wurde

      Im alten Rom ist der Stuhlgang noch ein geselliges Ereignis. Die Römer hocken gemeinsam auf der Latrine, halten ein Schwätzchen, spielen und versammeln sich sogar zu Meetings. Im Mittelalter ist die römische Latrinenkultur zwar vergessen, trotzdem entleeren sich die Menschen meist öffentlich - einfach auf dem Feld oder auf der Straße. Selbst in den Burgen macht jeder dahin, wo er will - ganz ohne Scham. Im Film erfahren Sie, wie es dazu kam, dass wir uns heute in Toilettenkabinen einschließen.

      • Sitzen oder Hocken? Wie wir unser Geschäft am besten verrichten

      Heute gilt die Sitztoilette vielen als ein Symbol für den Erfolg unserer modernen westlichen Zivilisation. Die Sitzhaltung beim Stuhlgang ist für uns selbstverständlich. Dabei haben wir Menschen es seit Anbeginn der Zeit eigentlich ganz anders gemacht - ohne Stuhl, in der Hocke. Und auch noch heute gibt es in vielen Ländern der arabischen Welt, in Asien aber auch zum Teil in Frankreich Hocktoiletten. Denn: Ob wir bei unserem Geschäft sitzen oder hocken, hat erhebliche Auswirkungen auf den Entleerungsvorgang. Im Film erfahren Sie, welche Körperhaltung gesünder ist.

      • Das Ende des WC - Kanalisation mit vielen Problemen

      Wasserklosett und Kanalisation sind wahre Lebensretter. Sie verhindern, dass unser Trinkwasser mit Erregern verseucht wird und sich Krankheiten ausbreiten. Die Kanalisation schwemmt die gefährlichen Fäkalien aus der Stadt und reinigt das verdreckte Wasser im Klärwerk. Doch unser Abwassersystem hat etliche Probleme: Regnet es stark, gerät die Kanalisation schnell an ihre Grenzen, bei zu wenig Wasser nagt ein chemischer Cocktail aus abgestandenen Fäkalien und Reinigungsmitteln am Gestein. Aufwendig muss die Kanalisation ständig in Stand gehalten werden. Im Film sehen Sie, warum die Kanalisation ein Auslaufmodell ist und wie unsere Abwässer in Zukunft entsorgt werden könnten.

      • Kampf den "fliegenden Toiletten" - Neue Lösungen für bessere Hygiene in Slums

      Wie ist das, ganz ohne Toilette zu leben? Für die 250.000 Einwohner des Kibera-Slums in der kenianischen Hauptstadt Nairobi ist das Alltag. Die Menschen leben dichtgedrängt in Blechhütten. Platz zum Wohnen gibt es kaum. Eine eigene Toilette hat erst recht niemand. Die Menschen entleeren sich deshalb meist auf den wenigen freien Flächen oder in Tüten, die sie einfach wegschmeißen - so genannte "fliegende Toiletten". Die Folge: Im Slum herrschen katastrophale hygienische Bedingungen. Über die Fäkalien breiten sich Krankheiten wie Cholera und Typhus aus. Durchfallerkrankungen sind die häufigste Todesursache unter den Kindern in Kibera. Die Lösung soll eine unscheinbare Plastiktüte aus Schweden sein.

      • Die Toilette der Zukunft - High-Tech-Klos wollen Energie der Ausscheidungen nutzen

      Die größten Probleme unserer Spültoilette sind das aufwendige Abwassersystem und die Energie-Verschwendung. Denn Kot und Urin enthalten wertvolle Energie, die mit Betätigen der Spültaste einfach in der Kanalisation verschwindet. Deshalb tüfteln Forscher wie Guido Sturm an der TU Delft an einer Toilette, die ohne Kanal funktioniert und die unsere Fäkalien auffangen und daraus Strom erzeugen kann. Im Film erfahren Sie, wie aus Toiletten kleine Kraftwerke werden sollen und wie diese das verschwenderische Spülklo ersetzen könnten.

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