• 17.04.2019
      01:50 Uhr
      Zerstörung als Schöpfung Las Médulas (Spanien) | tagesschau24
       

      Eine bizarre Formenwelt ragt aus der gebirgigen Landschaft Asturiens im Nordwesten Spaniens: "Las Médulas". Seltsam geformte, rot leuchtende Bergspitzen stechen in den blauen Himmel. Nicht natürliche Erosion hat die merkwürdigen Kegel und Spitzen aus einem Gemenge von roter Erde, Steinen und Fels geschaffen, sondern menschlicher Erfindungsreichtum: die Bergbautechnik "Ruina Montium" - High-Tech vor zweitausend Jahren.

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 17.04.19
      01:50 - 02:05 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Neu im Programm
      Stereo HD-TV

      Eine bizarre Formenwelt ragt aus der gebirgigen Landschaft Asturiens im Nordwesten Spaniens: "Las Médulas". Seltsam geformte, rot leuchtende Bergspitzen stechen in den blauen Himmel. Nicht natürliche Erosion hat die merkwürdigen Kegel und Spitzen aus einem Gemenge von roter Erde, Steinen und Fels geschaffen, sondern menschlicher Erfindungsreichtum: die Bergbautechnik "Ruina Montium" - High-Tech vor zweitausend Jahren.

       

      "Ruina Montium" nannten die Römer die Technik, mit der sie Berge in der eroberten Provinz Terraconensis durch Wasserkraft sprengten, um an die goldhaltigen Schichten zu gelangen. Wie mit Maulwurfsgängen wurde die Erde durchhöhlt. Asturier im Dienst des Imperium Romanum gruben Tunnel und Schächte, in die zerstörerischen Wassermassen geleitet wurden. Ob der Geschichtsschreiber Plinius übertrieb, als er notierte: "Was in Las Médulas geschieht, übersteigt das Werk von Giganten. In die Berge werden Gänge und Stollen gegraben ... monatelang sehen die Bergleute keine Sonne, und viele von ihnen sterben in den Tunneln"? Jedenfalls geschah dies "Gigantenwerk", um den Bedarf und die Gier der römischen Herren nach dem Edelmetall, aus dem sie ihre Münzen prägten und Schmuck fertigen ließen, zu sättigen.

      Was wir heute noch von den alten Goldminen sehen, blieb stehen, wenn der Druck der Wassermassen die Berge nicht vollständig zerreißen konnte, und es wirkt oft wie ein abstraktes Kunstwerk. Doch es ist ein zugängliches Kunstwerk mit Wanderwegen. Wer durch die Schluchten, in denen die knorrigen Stämme der zahlreichen Esskastanien ebenfalls wie Kunstwerke erscheinen, den Windungen der Pfade folgt, bei dem erwacht Abenteuerlust. Die gleiche kindliche Neugier, die ein Mädchen und zwei Jungen beseelt, denen die Kamera auf ihrer Entdeckungsreise in die geheimnisvollen Höhlen und unheimlichen Gänge folgt. Und wer noch Atem hat, um die steilen Wege zur Aussichtsplattform Mirador zu bewältigen, den erwartet bei Morgengrauen ein überwältigender Anblick, wenn das erste Licht die Bergspitzen trifft und wie die ungeschliffenen Perlen einer rotglühenden Korallenkette leuchten lässt.

      Film von Christian Romanowski

      Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.

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