• 02.12.2019
      23:30 Uhr
      Wie geht das? Mit dem Stromkabel durchs Wattenmeer Film von Mario Göhring und Laura Zimmermann | tagesschau24
       

      Bauingenieur Michael Jäger von der Verlegefirma des neuen Stromkabels für die Insel Sylt steht ordentlich unter Strom. Denn bei der Verlegung durch den Nationalpark Wattenmeer zählt jeder Zentimeter Wasser. Und ausgerechnet am Tag, als das 800 Tonnen schwere Kabel aus Finnland per Schlepper ins Flachwasser nördlich des Hindenburgdammes gebracht wird, ist nicht genug Wasser da. Doch das 16 Kilometer lange Hochspannungskabel muss so nah wie möglich an die Baustelle heranbugsiert werden. Da hilft nur: auf Hochwasser warten.

      Montag, 02.12.19
      23:30 - 00:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Bauingenieur Michael Jäger von der Verlegefirma des neuen Stromkabels für die Insel Sylt steht ordentlich unter Strom. Denn bei der Verlegung durch den Nationalpark Wattenmeer zählt jeder Zentimeter Wasser. Und ausgerechnet am Tag, als das 800 Tonnen schwere Kabel aus Finnland per Schlepper ins Flachwasser nördlich des Hindenburgdammes gebracht wird, ist nicht genug Wasser da. Doch das 16 Kilometer lange Hochspannungskabel muss so nah wie möglich an die Baustelle heranbugsiert werden. Da hilft nur: auf Hochwasser warten.

       

      Bauingenieur Michael Jäger von der Verlegefirma des neuen Stromkabels für die Insel Sylt steht ordentlich unter Strom. Denn bei der Verlegung durch den Nationalpark Wattenmeer zählt jeder Zentimeter Wasser. Und ausgerechnet am Tag, als das 800 Tonnen schwere Kabel aus Finnland per Schlepper ins Flachwasser nördlich des Hindenburgdammes gebracht wird, ist nicht genug Wasser da. Doch das 16 Kilometer lange Hochspannungskabel muss so nah wie möglich an die Baustelle heranbugsiert werden. Da hilft nur: auf Hochwasser warten.

      Doch selbst dann steht in der flachen Lagune der Nordsee stellenweise nur ein Meter Wasser. Der voll beladene Ponton mit dem Kabel hat allerdings 1,14 Meter Tiefgang. Deshalb übernimmt jetzt der erfahrene Frachtschiffer Jan Christiansen von der Insel Föhr. Mit seiner flachgängigen MS "Catjan" manövriert er den Kabelponton ganz langsam durch einen Priel Richtung Hindenburgdamm; Seezeichen wie Tonnen oder Pricken gibt es hier nicht, so flach ist es.

      Um das Ökosystem zu schonen, darf im Nationalpark ein Bodendruck von 230 Gramm (!) pro Quadratzentimeter nirgendwo überschritten werden. Das Gewicht muss also verteilt werden. Deshalb kommt erst einmal ordentlich Kabel runter vom Ponton und rauf auf die "Nessie". Das
      Verlegefahrzeug made in Norddeutschland ist eine Spezialkonstruktion für Flachwasserbereiche und bewegt sich auf zwei riesigen Panzerketten fort, damit der Druck besser verteilt wird.

      Doch trotz sorgfältigster Planung, das Wattenmeer ist unberechenbar. Nach nur 170 Metern: Notstopp, "Nessie" hat Schlagseite, die linke Kette ist fast einen Meter tief im weichen Schlickwatt versunken. Laut Karte sollte hier eigentlich festes Sandwatt sein. Und das alles passiert unter den strengen Augen von Landschaftsökologin Gwendolyn Heberling aus Kiel. Im Rahmen der vorgeschriebenen ökologischen Baubegleitung fotografiert und protokolliert sie die Verlegearbeiten. Besonders kritisch vermisst sie die Spuren, die "Nessie" im Wattenmeer hinterlässt.

      Die 1.200 PS starke Verlegeraupe "Nessie" zieht das empfindliche Stromkabel vorsichtig über eine Rollenbahn durch Watt und Salzwiesen Richtung Festland. Danach rüttelt sie mit einem sogenannten Vibrationspflugschwert das Kabel 1,50 Meter tief in den Wattboden ein, immer Richtung Keitum, dem Anlandepunkt auf Sylt.

      Das neue Kabel ersetzt zwei alte, die im Hindenburgdamm liegen und nach Inbetriebnahme stillgelegt werden. Das 16,5 Millionen Euro teure Projekt soll die Stromversorgung der Insel langfristig sichern.

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