• 03.03.2018
      16:30 Uhr
      Weltbilder Moderation: Inka Schneider | tagesschau24
       

      Themen:

      • Irak: Die Waisenkinder von Mossul
      • Italien: Macerata nach dem Attentat
      • Palästina: #meetoo in der Westbank
      • Russland: Akkordarbeit bei minus 58 Grad
      • Mexiko: Dynamit für die Gesundheit

      Samstag, 03.03.18
      16:30 - 17:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Irak: Die Waisenkinder von Mossul
      • Italien: Macerata nach dem Attentat
      • Palästina: #meetoo in der Westbank
      • Russland: Akkordarbeit bei minus 58 Grad
      • Mexiko: Dynamit für die Gesundheit

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Stefanie Röhrig
      Moderation Julia-Niharika Sen
      Redaktionelle Leitung Christiane Justus
      Redaktion Nicole Bölhoff
      Daniel Satra
      • Irak: Die Waisenkinder von Mossul

      Drei Jahre herrschte die Terrororganisation IS in Mossul. Heute liegen ganze Stadtviertel in Trümmern. Knapp 3.000 Leichen wurden schon geborgen. Weit mehr dürften noch unter Schutt und Asche liegen. Hinzu kommen zahllose Minen. Für viele ist an Rückkehr in ihre alte Heimat nicht zu denken. 750.000 Kinder haben in der zweitgrößten Stadt des Irak laut UNICEF keinen Zugang zu medizinischen Einrichtungen. Viele Kliniken sind noch immer nicht in Betrieb. In einem Waisenhaus werden auch Kinder groß, die aus Vergewaltigungen von Jesidinnen durch IS-Kämpfer entstanden sind. Die Mütter mussten sie abgeben, um nicht selbst in Lebensgefahr zu geraten. Andere Kinder wurden vom IS entführt: "Nach jahrelanger Gehirnwäsche hassen sie jetzt irakische Polizisten oder Soldaten und singen IS-Lieder", berichtet ein Mann - er hat im Waisenhaus Neffen und Nichte wiedergefunden. Es sind berührende Schicksale von Babys und Kindern an einem bedrückenden Ort, der für sie Hoffnung bedeutet.

      • Italien: Macerata nach dem Attentat

      Seit ein Rechtsextremer auf afrikanische Flüchtlinge geschossen hat, ist Marcerata eine gespaltene Stadt. Der 28-Jährige hatte Anfang Februar aus einem fahrenden Auto das Feuer eröffnet. Tage nachdem seine Schüsse sechs Männer verletzt hatten, zog ein Mob rechtsextremer Demonstranten durch die Kleinstadt. Doch das Thema Macerata blieb nicht in Macerata, sondern hat den ganzen italienischen Wahlkampf verändert. Es geht um Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und die Rolle der Politik - statt der drängenden Themen Bankenkrise, Arbeitslosigkeit oder Staatsschulden. Am 4. März sind Parlamentswahlen, bis dahin rechnet die Polizei bei angekündigten Großdemonstrationen mit Gewalt von links und rechts. Die Stimmung im Land ist aufgeheizt.

      • Palästina: #meetoo in der Westbank

      Die weitgehend traditionell geprägte muslimische Gesellschaft in den Palästinensergebieten ist nicht gerade bekannt für Feminismus. Doch auch im Westjordanland gibt es Feministinnen, die für Frauenrechte und gegen sexuelle Belästigung kämpfen. Die 21-jährige Jasmin Mijalli hat die #meetoo-Debatte auf originelle Weise in den Nahen Osten gebracht. Sie hat T-Shirts, Jacken und Kapuzenpullis mit dem Schriftzug "not your habibti" ("nicht dein Liebling") designt und verkauft sie in ihrem Laden in Ramallah. Mijalli ist palästinensische Amerikanerin. Ihre Eltern waren Bauern im Westjordanland, sind in die USA emigriert und vor fünf Jahren zurück in die alte Heimat gekommen. Sie stehen den Aktivitäten ihrer Tochter skeptisch gegenüber.

      • Russland: Akkordarbeit bei minus 58 Grad

      Am liebsten mag Mischa Temperaturen von minus 45 Grad und kälter. Er gehört zu den "Wuimorostschiki", die im eisigen Winter Jakutiens mit einer Motorsäge eingefrorene Lastschiffe auf dem Fluss Lena freilegen, um dann Ruderanlagen und Schiffsschrauben auszutauschen und zu reparieren. Es ist ein Knochenjob, und gefährlich dazu: Denn wer zu tief ins Eis sägt, riskiert, dass die über Wochen ausgehobene Eisgrube wieder geflutet wird. Immer wieder bohren die Männer daher Löcher ins Eis, um dessen Dichte zu überprüfen. Die Republik Jakutien ist fast so groß wie die gesamte europäische Union, dort leben aber weniger als eine Million Menschen. Nur über den Strom Lena, einen der längsten Flüsse der Welt, können die Menschen in den entlegenen Landesteilen mit Kohle, Öl und Lebensmitteln versorgt werden. Doch die Lena ist nur wenige Monate im Jahr eisfrei. Diese kostbare Zeit aber will die jakutische Schifffahrt-Gesellschaft nicht für Reparaturen opfern. Darum müssen die Wuimorostschiki ans Werk. Trotz Eiseskälte - hier klagt kaum einer über seinen Job.

      • Mexiko: Dynamit für die Gesundheit

      In San Juan Mexiko ist es einmal im Jahr Tradition das Männer einen sehr großen Hammer mit Dynamit bestücken und damit auf ein Stück Metal schlagen. Ohrenbetäubende Explosionen sind die Folge, mitunter fliegen Splitter, Männer verletzen sich und machen es dennoch gleich nochmal. Warum nur? Das wissen sie eigentlich auch nicht. Weil man das so macht und um den Ortsheiligen zu beeindrucken. Und wenn's gut läuft, dann fliegen die Fetzen derart, dass der Heilige San Antonio ein kleines Wunder geschehen lässt und dann wird jemand aus der Familie gesund. Das man dafür selbst einen Finger verliert ist schon vorgekommen und vermutlich eine Logik, die sich nur Männern erschließt. Frauen wurden dort jedenfalls nicht gesehen.

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      Samstag, 03.03.18
      16:30 - 17:00 Uhr (30 Min.)
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