• 20.04.2019
      16:30 Uhr
      Weltbilder Moderation: Julia-Niharika Sen | tagesschau24
       

      Themen:

      • Spanien, Pontevedra: Ein Paradies für Fußgänger
      • Polen: Arme Kinder ohne Chance
      • Ruanda: Kunst aus Kuhmist
      • Neuseeland: Leben nach dem Terror
      • USA: New York ruft Notstand aus wegen Masernerkrankungen

      Samstag, 20.04.19
      16:30 - 17:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Spanien, Pontevedra: Ein Paradies für Fußgänger
      • Polen: Arme Kinder ohne Chance
      • Ruanda: Kunst aus Kuhmist
      • Neuseeland: Leben nach dem Terror
      • USA: New York ruft Notstand aus wegen Masernerkrankungen

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Stefanie Röhrig
      Moderation Julia-Niharika Sen
      Redaktionelle Leitung Clas Oliver Richter
      Redaktion Nicole Bölhoff
      Christiane Justus
      • Spanien, Pontevedra: Ein Paradies für Fußgänger

      Fahrverbote in Innenstädten, die Spanier machen es europaweit vor. Dort bleiben Autos in der City ganz einfach draußen. Und das seit nunmehr 20 Jahren. In der Provinzhauptstadt Pontevedra kommen die meisten Einwohnerinnen und Einwohner ohne Wagen aus. Der Autoverkehr wurde weitgehend aus der Innenstadt verbannt. Die Menschen dort sprechen von einem ,,Paradies". Der Fußgänger, so der Bürgermeister, sei ,,König". Aus Europa pilgern immer wieder Städteplaner in die 70.000-Einwohner-Stadt, um sich ein Bild zu machen. Und auch die Geschäftsleute, die anfangs strikt gegen das Fahrverbot waren, reiben sich die Hände, das Business läuft gut.

      • Frankreich: Der Twitter-Clochard

      Der Obdachlose Christian Page setzt sich auf sozialen Medien für andere Clochards ein und hat bereits eine große Fangemeinde.

      • Polen: Arme Kinder ohne Chance

      Praga, das Viertel ist ein sozialer Brennpunkt in Warschau. Viele Kinder sind hier die meiste Zeit draußen, nennen sich Straßenkinder. Jarek Cecotka hat schon mit zehn Jahren wie selbstverständlich geraucht: "Wir hängen rum, langweilen uns, schlagen Scheiben ein und laufen vor der Polizei weg." Das Filmteam hatte den mittlerweile 21-Jährigen das erste Mal vor zehn Jahren getroffen. Er lebte mit zehn Geschwistern auf 70 Quadratmeter. Seine Eltern überfordert. Der Einzige, der sich wirklich um ihn kümmerte, war Sozialarbeiter Tomasz. Er und sein Team ersetzten den Kindern eine normale Familie: "Diese Kinder sind auf der Straße, weil sie niemand versteht. Niemand will sie, so wie sie sind, akzeptieren. Und sie glauben nicht, dass sie irgendetwas können, haben kein Selbstbewusstsein. Aber sind durchaus bereit etwas zu unternehmen." Es ist Thomasz, der es schaffte, Jacek dazu zu bringen, in die Schule zu gehen. Erstmals machte sich der Junge Gedanken über seine Zukunft: "Ich möchte meine eigene Familie haben, viel Geld, ein Haus und ein Motorrad." Nun hat das Filmteam ihn zehn Jahre später wieder getroffen. Was ist aus Jacek und seinen Träumen geworden?

      • Ruanda: Kunst aus Kuhmist

      In Ruanda hat das sogenannte Imigongo eine lange Tradition, die bis zur Königszeit des Landes zurückreicht. Ein Prinz hat sie erfunden, nicht, um sie an die Wand zu hängen, sondern um die Wand selbst zum Kunstwerk zu machen. Künstlerin Basirice Uwamariya erklärt: "Diese Art Dekoration war bekannt als wichtiges Symbol in allen Häusern dieser Gegend. Imigongo war dazu da, ein Haus schön und sauber zu halten." Der Mist wird mit Erde angereichert und auf Holzplatten aufgetragen. Nach dem Trocknen schleifen die Künstlerinnen die Reliefs glatt und bemalen sie mit Naturfarben aus Pflanzen und zerriebenem Gestein. Kurz vor dem Völkermord in Ruanda hatten sich einige Frauen zusammengeschlossen, um Imigongo wieder aufleben zu lassen. Dann erschütterte unfassbare Gewalt das Land. Das Grauen von 1994 blenden die Frauen in ihrer Kunst bewusst aus, so Basirice Uwamariya: "Manche Künstler schreiben Lieder oder Bücher über den Genozid. Aber das kommt für uns nicht infrage. Wir können kein Bild gestalten, auf dem jemand einen Menschen umbringt. Unsere Bilder sollen Menschen helfen und auf positive Weise auf die Gesellschaft wirken." Ihre Kunstwerke sind schon in vielen Ländern ausgestellt worden. Bilder aus Kuhmist haben den Frauen geholfen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Und ihre Seelen zu heilen.

      • Neuseeland: Leben nach dem Terror

      Was und wie werden die Neuseeländerinnen und Neuseeländer in Zukunft sein? Wie gehen die Menschen mit der Last des Attentats um? Werden sich die Inseln am Rande der Welt verändern? Werden Brücken zwischen neu Eingewanderten und schon lange Eingewanderten gebaut? Oder brechen Gräben auf, die bislang zugeschüttet waren? Schon heute ist die Welt in Neuseeland nicht mehr ganz so heil, wie es scheint. Es gibt auch in Neuseeland Armut, Perspektivlosigkeit und Alkoholismus, vor allem unter den Maori, den Ureinwohnern Neuseelands. Trotz der Weite des Landes fehlt es in den Städten an Wohnraum. Auch in Neuseeland werden die Stimmen lauter, die weniger Einwanderung und dafür bessere Ausbildung der Einheimischen fordern. Neuseeland war immer ein friedliches Land. Todesopfer durch Schusswaffen gehören nicht zum Alltag. Dabei sind die Waffengesetze hier sehr liberal. Schätzungen gehen von 1,5 Millionen privaten Schusswaffen aus, bei knapp fünf Millionen Einwohnern. Nach dem Anschlag haben viele Neuseeländer freiwillig ihre Waffen abgegeben. Ein klares Zeichen.

      • USA: New York ruft Notstand aus wegen Masernerkrankungen

      Fast 300 neue Masernfälle sind in Brooklyns Stadtteil Williamsburg seit Oktober vergangenen Jahres bekannt geworden, 2017 waren es nur zwei Fälle. In den betroffenen Vierteln Brooklyns leben hauptsächlich orthodoxe Juden. Nun hat Bürgermeister de Blasio die Konsequenz gezogen und droht mit Strafen von bis zu 1.000 Dollar pro Kind und Schulschließungen, um die Menschen zur Impfung zu bewegen. Auch Upstate ist es zu mehr als 500 Masernerkrankungen gekommen, dort durften nicht geimpfte Kinder nicht mehr am Schulunterricht teilnehmen. Ebenso durften sie öffentliche Plätze, Kirchen und Supermärkte nicht mehr betreten. Auch wurden öffentliche Verkehrsmittel zur Tabuzone für nicht geimpfte Kinder erklärt. Religiöse Gründe gegen das Impfen gibt es nicht. Doch da die orthodoxen Gemeinden relativ abgeschottet von der Außenwelt leben, fallen die Verschwörungstheorien der Impfgegner offenbar vielfach auf fruchtbaren Boden.

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      Samstag, 20.04.19
      16:30 - 17:00 Uhr (30 Min.)
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