• 04.05.2019
      16:30 Uhr
      Weltbilder spezial Pressefreiheit | tagesschau24
       

      Am 3. Mai ist der Internationale Tag der Pressefreiheit, der seit 1994 jedes Jahr an diesem Datum stattfindet. In der "Weltbilder spezial"-Ausgabe berichten Auslandskorrespondentinnen und -korrespondenten, wie es weltweit um die Pressefreiheit steht.
      Die Beiträge:

      • Tschechien/Slowakei: Neuanfang nach Journalistenmord
      • China: Wie das Regime versucht, kritische Berichterstattung zu unterbinden
      • Myanmar: kritische Reporter im Gefängnis
      • Europa: Journalisten unter Druck

      Samstag, 04.05.19
      16:30 - 17:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Am 3. Mai ist der Internationale Tag der Pressefreiheit, der seit 1994 jedes Jahr an diesem Datum stattfindet. In der "Weltbilder spezial"-Ausgabe berichten Auslandskorrespondentinnen und -korrespondenten, wie es weltweit um die Pressefreiheit steht.
      Die Beiträge:

      • Tschechien/Slowakei: Neuanfang nach Journalistenmord
      • China: Wie das Regime versucht, kritische Berichterstattung zu unterbinden
      • Myanmar: kritische Reporter im Gefängnis
      • Europa: Journalisten unter Druck

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Stefanie Röhrig
      Moderation Julia-Niharika Sen
      Redaktionelle Leitung Clas Oliver Richter
      Redaktion Nicole Bölhoff
      Christiane Justus

      Am 3. Mai ist der Internationale Tag der Pressefreiheit, der seit 1994 jedes Jahr an diesem Datum stattfindet. In der "Weltbilder spezial"-Ausgabe berichten Auslandskorrespondentinnen und -korrespondenten, wie es weltweit um die Pressefreiheit steht. Im Fokus steht die Situation in Europa. Dabei geht es unter anderem sowohl um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk am Beispiel von Dänemark als auch um die Zeitungslandschaft am Beispiel von Tschechien und Ungarn. Darüber hinaus gibt es Berichte aus Myanmar, China und den USA.

      Die Beiträge:

      • Tschechien/Slowakei: Neuanfang nach Journalistenmord

      Sie habe keine Angst, doch sie sei vorsichtiger geworden, sagt Pavla Holcová. Die 38-Jährige hat eng mit dem ermordeten slowakischen Journalisten Ján Kuciak zusammengearbeitet. Nach Kuciaks Tod stand sie vorübergehend unter Polizeischutz. In Prag hat Pavla Holcová das Zentrum für investigativen Journalismus mitgegründet, der tschechische Teil eines unabhängigen internationalen Investigativnetzes. Journalisten beklagen die Medienkonzentration in den Händen von Oligarchen und Politikern. Dem tschechischen Premier gehören in Tschechien de facto zwei der größten Tageszeitungen. Viele Redakteure haben deshalb gekündigt. Einige engagieren sich jetzt in neu entstehenden Medien, die unabhängig berichten wollen.

      • China: Wie das Regime versucht, kritische Berichterstattung zu unterbinden

      Die Arbeitsbedingungen der ausländischen Journalisten haben sich seit dem Machtantritt von Staatspräsident Xi vor sechs Jahren stetig verschlechtert. Das zeigt die aktuelle Umfrage des Foreign Correspondents' Club of China. Die Reporter*innen seien under watch (unter Beobachtung), erklärt dessen Präsidentin Hanna Sahlberg. Sie werden oft als "ausländische Agenten" gesehen und das beeinflusst, wie sie hier behandelt werden: wie eine Bedrohung. Sie seien nicht private Medien oder unabhängige Journalisten, ein solches Konzept gibt es in China nicht. Denn in China sind sämtliche Medien fest in den Händen der Staatspartei. Abweichende Meinung von der vorgegebenen Linie dürfen in den Parteiorganen nicht publiziert werden. Wenn Staatspräsident Xi "seine" Medienunternehmen besucht, ist auf Plakaten der sogenannten "Journalisten" zu lesen: "Wir hören auf die Anweisungen der Kommunistischen Partei". Die Führung der Kommunistischen Partei duldet weder Widerspruch noch Kritik an ihrem Kurs. Und auch ausländische Journalisten werden gegängelt. Michael Storfner, NDR China-Korrespondent zeigt, wie schwer es ist, in einer Diktatur an "echte" Informationen zu kommen.

      • Myanmar: kritische Reporter im Gefängnis

      Sieben Jahre sollen zwei Reporter der Nachrichtenagentur Reuters in Myanmar im Gefängnis bleiben. Die Journalisten hatten sich mit dem gewaltsamen Vorgehen gegen die muslimischen Rohingya beschäftigt, als sie 2017 festgenommen wurden. Sie wollten einen Artikel über die Ermordung von zehn Männern und Jugendlichen dieser Volksgruppe verfassen. Sie selbst sagen, dass sie absichtlich bei der Übergabe von Dokumenten in eine Falle gelockt worden seien. Reuters veröffentlichte kurze Zeit später die Recherchen der Journalisten. Die Militärs räumen daraufhin sogar ein, dass die Recherchen der Wahrheit entsprechen. Aber das führte nicht zur Freilassung der Reporter: Gerade erst hat ein Gericht das Urteil bestätigt.

      • Europa: Journalisten unter Druck

      Für viele Journalisten in Europa ist die Arbeit gefährlich geworden. Sie werden verbal, aber auch körperlich angegriffen. Vor allem in Ländern, in denen Rechtspopulisten in der Regierung sitzen, werden Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu Feinden stilisiert und sollen mundtot gemacht werden. In Österreich von der FPÖ, aber auch in Ungarn. Der öffentliche Sender MTVA wurde dort durch Personalum- und abbau auf Linie des Regierungschefs Orbán gebracht, sodass nur noch regierungstreu berichtet wird. Die Stimmung gegen die Medien hat sich sehr grundsätzlich verändert in den vergangenen Jahren. Sie ist brutaler geworden. Gefährlicher ist es vor allem auch für Investigativjournalisten geworden, die korrupte Strukturen aufdecken: Auf Malta, aber auch in der Slowakei und in Bulgarien wurden Reporter ermordet, weil sie unabhängig recherchiert und berichtet haben.

      Die Weltbilder blicken Woche für Woche bis zum Horizont und weiter. Sie erzählen die wichtigen Geschichten aus dem Ausland: bildstark und informativ. Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARD-Korrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts.

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