• 05.03.2018
      23:30 Uhr
      Schlaflos in Hamburg Aus der Reihe "die nordstory" | tagesschau24
       

      Ihr Tag ist die Nacht. Ihre Arbeit beginnt, wenn viele Büroangestellte zum Feiern losziehen oder ins Bett gehen. Jeder achte Hamburger arbeitet zur besten Schlafenszeit: Ob als Blumenhändler auf dem Großmarkt oder als Pflegerin auf der Kinderintensivstation, als Barkeeper im Szenelokal auf St. Pauli oder als Hafenarbeiter in der Nachtschicht. Damit morgens die Frühstücksbrötchen im Regal liegen und auf dem Markt frisches Obst und Fisch angeboten wird, müssen andere nachts schuften. Ohne Hamburgs Nachtarbeiter würde die Stadt nicht funktionieren.

      Montag, 05.03.18
      23:30 - 00:30 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Ihr Tag ist die Nacht. Ihre Arbeit beginnt, wenn viele Büroangestellte zum Feiern losziehen oder ins Bett gehen. Jeder achte Hamburger arbeitet zur besten Schlafenszeit: Ob als Blumenhändler auf dem Großmarkt oder als Pflegerin auf der Kinderintensivstation, als Barkeeper im Szenelokal auf St. Pauli oder als Hafenarbeiter in der Nachtschicht. Damit morgens die Frühstücksbrötchen im Regal liegen und auf dem Markt frisches Obst und Fisch angeboten wird, müssen andere nachts schuften. Ohne Hamburgs Nachtarbeiter würde die Stadt nicht funktionieren.

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Edgar Rygol
      Autor Wolfgang Klauser
      Redaktion Birgit Schanzen

      Ihr Tag ist die Nacht. Ihre Arbeit beginnt, wenn viele Büroangestellte zum Feiern losziehen oder ins Bett gehen. Jeder achte Hamburger arbeitet zur besten Schlafenszeit: ob als Blumenhändler auf dem Großmarkt oder als Pflegerin auf der Kinderintensivstation, als Barkeeper im Szenelokal auf St. Pauli oder als Hafenarbeiter in der Nachtschicht. Damit morgens die Frühstücksbrötchen im Regal liegen und auf dem Markt frisches Obst und Fisch angeboten wird, müssen andere nachts schuften. Ohne Hamburgs Nachtarbeiter würde die Stadt nicht funktionieren.

      Meist gegen Mitternacht verlassen Vater und Sohn den Hof in Vierlanden. Alfred und Harald Wulff bauen Blumen an und bringen sie sechs Mal in der Woche auf den Hamburger Blumengroßmarkt. Er ist der größte in Deutschland, und dort kaufen aus dem ganzen Norden Floristen und Händler "heimische Blumenpracht" nebst holländischer und afrikanischer Importware ein. "Das ist ein knallhartes Cent-Geschäft", sagt Harald Wulff. "Wir Hamburger Blumenzüchter können preislich mit der Importware aus Afrika gar nicht mithalten. Wir können unsere Kunden nur mit guter Qualität überzeugen!" Dafür arbeiten die Wulffs als Familienbetrieb quasi Tag und Nacht. Wenn Wulff Junior von der Nachtschicht auf dem Blumenmarkt zurück kommt - bringt er erst mal seine Tochter in die Kita und geht danach sofort in die Gewächshäuser, sich um die Blumen kümmern.

      Gesund kann das nicht sein - arbeiten, wenn die innere Uhr eigentlich nach Schlaf verlangt und schlafen, wenn tagsüber in der Stadt das Leben tobt. Den regelmäßigen Nachtarbeitern brechen oft die sozialen Kontakte weg und auch ein Familienleben mit Lebenspartner und Kindern muss im täglichen Schichtwechsel erst einmal organisiert werden. Doch viele Nachtarbeiter fu¨hlen sich wohl mit ihrem Job oder haben sich arrangiert.

      Nachtschicht am Burchardkai. Am größten Containerterminal im Hamburger Hafen werden momentan gestandene Hafenarbeiter "für die Zukunft fit gemacht". Einer ihrer Ausbilder ist "Schinderhannes", so sein Spitzname - Hans-Henning Fischer, ein Hafenoriginal mit Reibeisenstimme und dem Herz auf dem rechten Fleck: Seit mehr als dreißig Jahren bildet er Spezialisten für das fordernde und teilweise gefährliche Hafengeschäft aus. "Im Hafen wird nur der Überleben, oder seinen Arbeitsplatz behalten können, der flexibel ist und offen für den Fortschritt", sagt Hans-Henning Fischer. "Gleichzeitig müssen wir aber auch immer im Blick haben, dass wir es hier mit Menschen zu tun haben, die in ihrem Job nur so gut sein können, wie Ihre Führungsleute es ihnen vorleben." Ausbilder Fischer schläft manchmal auch in seinem selbst umgebauten Wohnmobil mitten im Hamburger Hafen: "Da kann ich mich wenigsten mal ein paar Stunden aufs Ohr hauen, wenn ich auch tagsu¨ber wieder ran muss."

      Um 22 Uhr klingelt meist der Wecker von Bäcker Michael Sump. Ein schneller Kaffee und eine Zigarette auf dem Balkon, dann muss er schon los. Bei Wind und Wetter fährt er sechs Nächte die Woche mit dem Fahrrad zu seiner Arbeit, in die Backstube der Bäckerei Hönig. Seine Lebensgefährtin Silke Rieckmann nimmt das Auto - sie muss erst eine Stunde später an den Rührschüsseln stehen. "Man verliert viele soziale Kontakte durch die Nachtarbeit", sagt die fünfzigjährige Konditor-Meisterin. "Am schlimmsten ist es aber im Urlaub, weil man den Nacht-Rhythmus der Backstube überhaupt nicht aus sich raus bekommt."

      Die Nachtschicht im katholischen Kinderkrankenhaus Wilhelmstift fordert Ärzte, Schwestern und Pfleger. Sie sind rund um die Uhr verantwortlich - vom Frühchen bis zum Pubertierenden mit Essstörungen. Und häufig kommen mitten in der Nacht auch noch dramatische Notfälle rein. Schichtarbeit zwischen Leben und Tod.

      Die Nordstory "Schlaflos in Hamburg - Die Menschen der Nacht", zeigt sehr persönlichen Geschichten und faszinierenden Orten, und gibt unerwartete Einblicke in die meist unbekannte nächtliche Arbeits- und Lebenswelt der Hamburger.

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      Montag, 05.03.18
      23:30 - 00:30 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 22.02.2018