• 17.02.2018
      22:40 Uhr
      Meine Flucht 1945 Norddeutsche erinnern sich | tagesschau24
       

      Ein großer Treck - die große Flucht in den Westen. 70 Jahre ist das jetzt her, schon einmal war Norddeutschland Ziel für Tausende von Flüchtlingen. Kati Grünig und Manfred Uhlig dokumentieren viele ergreifende Fluchtgeschichten. Traumatische Erlebnisse, über die die Betroffenen oft jahrzehntelang nicht oder nur wenig sprachen. Doch wie war das damals, als allein nach Schleswig-Holstein über eine Million Flüchtlinge strömten und damit die Bevölkerungszahl des Landes nahezu verdoppelten? Wie lebte es sich in Barackenlagern und Wellblechhütten?

      Samstag, 17.02.18
      22:40 - 23:25 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Ein großer Treck - die große Flucht in den Westen. 70 Jahre ist das jetzt her, schon einmal war Norddeutschland Ziel für Tausende von Flüchtlingen. Kati Grünig und Manfred Uhlig dokumentieren viele ergreifende Fluchtgeschichten. Traumatische Erlebnisse, über die die Betroffenen oft jahrzehntelang nicht oder nur wenig sprachen. Doch wie war das damals, als allein nach Schleswig-Holstein über eine Million Flüchtlinge strömten und damit die Bevölkerungszahl des Landes nahezu verdoppelten? Wie lebte es sich in Barackenlagern und Wellblechhütten?

       

      Die Menschen besaßen nicht mehr als ein paar Kleidungsstücke aus abgewetztem Stoff, ein paar ausgetretene Schuhe, einen Koffer mit dem Allernötigsten. Mit dieser kargen Ausrüstung machten sie sich auf den Weg. Ein großer Treck - die große Flucht in den Westen.

      70 Jahre ist das jetzt her, schon einmal war Norddeutschland Ziel für Tausende von Flüchtlingen. Christel Bethke, ihr Bruder Hans und ihre Mutter flüchteten Anfang 1945 vor den heranrückenden russischen Truppen. Schneidend kalt war es in diesen Januartagen, Temperaturen von fast minus 25 Grad. Bereits nach wenigen Kilometern wurde die Familie getrennt. Während die damals 14-jährige Christel und ihre Mutter von einem Lastwagen mitgenommen wurden, versuchte ihr 16-jähriger Bruder mit dem Fahrrad durchzukommen. Den Treffpunkt, das nächste Dorf, erreichte er nie. Erst sehr viel später erfuhr Christel Bethke, dass ihr Bruder von russischen Soldaten erschossen wurde.

      Kati Grünig und Manfred Uhlig dokumentieren viele ergreifende Fluchtgeschichten. Traumatische Erlebnisse, über die die Betroffenen oft jahrzehntelang nicht oder nur wenig sprachen. Denn das Leben musste ja weitergehen. Doch wie war das damals, als allein nach Schleswig-Holstein über eine Million Flüchtlinge strömten und damit die Bevölkerungszahl des Landes nahezu verdoppelten? Wie lebte es sich in Barackenlagern und Wellblechhütten? Wie wurden die Fremden zwischen Flensburg und Osnabrück aufgenommen? Welches waren die Probleme bei der Versorgung, der Unterbringung? Wie konnte es in den Hungerjahren der Nachkriegszeit überhaupt gelingen, Millionen von Menschen zu integrieren?Doch was damals keiner für möglich gehalten hatte, es funktionierte. Auch wenn den Flüchtlingen mancherorts mit Ablehnung begegnet wurde, ihre Arbeitskraft wurde doch bald gebraucht. In der Schule und in Vereinen lernte man sich kennen. Es wurde geheiratet, Kinder wurden geboren. Aus Fremden wurden Neubürger. Christel Bethke fand im niedersächsischen Oldenburg eine neue Heimat und ein kleines Glück: Sie heiratete, bekam zwei Kinder. Doch noch immer verfolgen sie Alpträume. Vor allem ein Gedanke beschäftigt sie: Was wohl aus ihrem Bruder Hans geworden wäre, wenn er die Flucht überlebt hätte.

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 17.10.2018