• 01.03.2018
      21:02 Uhr
      Maischberger Wozu brauchen wir noch ARD und ZDF? | tagesschau24
       

      Die Schweizer Volksabstimmung über die Abschaffung des Radio- und Fernsehbeitrags könnte zum Warnschuss für ARD und ZDF werden. Wie noch nie steht vor allem das öffentlich-rechtliche Fernsehen im Kreuzfeuer von Kritikern.
      Sind 17,50 Euro Rundfunkbeitrag monatlich zu viel? Oder ist das öffentlich-rechtliche Programmangebot weltweit einmalig und jeden Cent wert?

      Gäste bei Sandra Maischberger:

      • Thomas Gottschalk, Moderator
      • Tom Buhrow, WDR-Intendant
      • Georg Kofler, Medienunternehmer
      • Pinar Atalay, "Tagesthemen"-Moderatorin
      • Beatrix von Storch, AfD, stellv. Bundesvorsitzende
      • Emil Steinberger, Schweizer Kabarettist

      Donnerstag, 01.03.18
      21:02 - 21:12 Uhr (10 Min.)
      10 Min.

      Die Schweizer Volksabstimmung über die Abschaffung des Radio- und Fernsehbeitrags könnte zum Warnschuss für ARD und ZDF werden. Wie noch nie steht vor allem das öffentlich-rechtliche Fernsehen im Kreuzfeuer von Kritikern.
      Sind 17,50 Euro Rundfunkbeitrag monatlich zu viel? Oder ist das öffentlich-rechtliche Programmangebot weltweit einmalig und jeden Cent wert?

      Gäste bei Sandra Maischberger:

      • Thomas Gottschalk, Moderator
      • Tom Buhrow, WDR-Intendant
      • Georg Kofler, Medienunternehmer
      • Pinar Atalay, "Tagesthemen"-Moderatorin
      • Beatrix von Storch, AfD, stellv. Bundesvorsitzende
      • Emil Steinberger, Schweizer Kabarettist

       

      Die Schweizer Volksabstimmung über die Abschaffung des Radio- und Fernsehbeitrags könnte zum Warnschuss für ARD und ZDF werden. Wie noch nie steht vor allem das öffentlich-rechtliche Fernsehen im Kreuzfeuer von Kritikern: Diese sprechen von Zwangsgebühren, beklagen Geldverschwendung, bezweifeln die journalistische Neutralität oder schimpfen über zu viele Krimis.

      Sind 17,50 Euro Rundfunkbeitrag monatlich zu viel? Oder ist das öffentlich-rechtliche Programmangebot weltweit einmalig und jeden Cent wert: von "Panorama" bis "In aller Freundschaft", von "aspekte" bis zum "Tatort", von der "heute show" bis zur "Sportschau"?

      Die Gäste bei Sandra Maischberger:

      • Thomas Gottschalk (Moderator)

      "Ich bin eindeutig ein Befürworter des öffentlich-rechtlichen Systems", sagt der Entertainer. Den Rundfunkbeitrag hält er deshalb für ein notwendiges Übel: "Für mich ist die Fernsehgebühr das gleiche wie die Kirchensteuer." Für ihn seien die journalistische Qualität der Öffentlich-Rechtlichen unbenommen. Aber was ihn ärgere, sagt Thomas Gottschalk, sei die Ideenlosigkeit der Öffentlich-Rechtlichen: "Wenn eine
      Krimiserie gute Quoten bringt, dann machen wir halt noch eine und probieren nichts Neues aus." Die Öffentlich-Rechtlichen, so der Moderator, würden sehr viel tun, "was sie nicht tun sollten oder tun bräuchten."

      • Tom Buhrow (WDR-Intendant)

      Der WDR-Senderchef nimmt den größten ARD-Sender gegen die Kritiker in Schutz. Es sei längst klar, dass es ohne Strukturveränderungen nicht gehen könne und deswegen hätte der WDR bereits erhebliche Sparmaßnahmen eingeleitet, erklärt der frühere ARD-Korrespondent und Moderator: "So eine drastische Verschlankungskur hat der WDR noch nie auf den Weg gebracht. Gleichzeitig haben wir den Anspruch, dem Publikum weiterhin ein Programm von höchster Qualität zu bieten." Die Vorwürfe gegen die Öffentlich-Rechtlichen, sie würden tendenziös berichten oder gar von der Politik beeinflusst, weist Tom Buhrow scharf zurück: "Ich habe persönlich in meiner Zeit als Intendant noch keinen einzigen Fall von Berichterstattung erlebt, wo staatliche Einflussnahme auch nur versucht wurde."

      • Georg Kofler (Medienunternehmer)

      Für den langjährigen Pro-Sieben-Chef ist der monatliche Rundfunkbeitrag "eine reine Zwangsgebühr", die viel zu teuer sei. "ARD und ZDF sind atemberaubend ineffizient und bürokratisch aufgebläht. Hervorragendes
      Fernsehprogramm kann man schon für die Hälfte des Geldes machen. Auch Privatsender bieten seriöse Informationsprogramme", sagt Georg Kofler. Wegen der hohen Altersversorgung von Mitarbeitern seien
      öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten eigentlich Pensionsanstalten mit angeschlossenem Programmbetrieb, meint der Investor aus der erfolgreichen Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen".

      • Pinar Atalay ("Tagesthemen"-Moderatorin)

      Die Fernsehjournalistin ist davon überzeugt, dass die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland grundsätzlich ein positives Image hätten: "Aber natürlich stehen wir im Zeitalter von Fake
      News und Lügenpresse unter besonders starker Beobachtung." Nur wer transparent arbeite und journalistische Standards befolge, werde auch in Zukunft das Vertrauen der Zuschauer besitzen, glaubt die
      "Tagesthemen"-Moderatorin. Pinar Atalay warnt davor, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk infrage zu stellen: "Ein Blick in andere Staaten wie etwa die Türkei zeigt, wie wichtig unabhängige und kritische Medien für das Funktionieren und den Erhalt einer Demokratie sind."

      • Beatrix von Storch, AfD (stellvertretende Bundesvorsitzende)

      Die stellvertretende AfD-Fraktionschefin fordert die Abschaffung der Rundfunkgebühren, um der "gewaltigen Geldverschwendung und Bereicherung auf Kosten der Gebührenzahler" endlich ein Ende zu setzen. Jeder Bürger solle frei entscheiden können, ob er das öffentlich-rechtliche Angebot empfangen und bezahlen wolle, erklärt die stellvertretende Parteivorsitzende: "So wie in allen Bereichen in den letzten Jahren gespart worden sei, darf die Heilige Kuh öffentlich-rechtlicher Rundfunk kein Tabu sein." Beatrix von Storch kritisiert "die extremen Privilegien und Spitzengehälter der Programmmacher".

      • Emil Steinberger (Schweizer Kabarettist)

      "Eine Schweiz ohne öffentlichen Rundfunk wäre eine Katastrophe", sagt der legendäre Kabarettist aus Luzern. Deswegen setzt sich "Emil" in der Schweiz mit anderen Künstlern gegen die "No-Billag"-Initiative ein, mit der die Rundfunkgebühren abgeschafft werden sollen. Es sei naiv, wenn die Initiatoren behaupteten, sie wollten nur die Kosten reduzieren. "Wenn die Eidgenossen am kommenden Sonntag mit ,Ja" stimmen, droht der Verlust der Meinungsvielfalt", fürchtet Emil Steinberger.

      Sandra Maischberger diskutiert mit ihren Gästen über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland und Europa. Am 4. März stimmt die Schweiz in einer Volksabstimmung darüber ab, ob die Eidgenossen zukünftig die Rundfunkgebühren abschaffen. Die letzten Umfragen besagen, dass das Ergebnis auf des Messers Schneide stehe. Das Ende des mehrsprachigen "öffentlichen Rundfunks" in der Schweiz ist nicht ausgeschlossen. Am gleichen Tag hält Italien Parlamentswahlen ab. Und der ehemalige Ministerpräsident Matteo Renzi fordert im Wahlkampf lautstark die Abschaffung der Rundfunkgebühren in Italien, die nachdrücklich ausgerechnet von Silvio Berlusconi verteidigt werden. Öffentlich-rechtlichen Sendern in Europa weht der Wind härter ins Gesicht.

      Wie das aussieht, zeigt Das Erste in einer 30-minütigen Extra-Ausgabe des „Weltspiegel“, ausgestrahlt im Rahmen der „Maischberger"-Diskussion: In diesem „Weltspiegel extra“ werden an diesem Abend ARD-Korrespondenten über die Situation des Rundfunks in ihren Ländern berichten - von Polen über Frankreich, Österreich, Großbritannien und Norwegen. Und auch den Wahlkampf in Italien und das heftige Ringen um jede Stimme der Ja- und Nein-Lager zur Abschaffung der Gebühren in der Schweiz nimmt der "Weltspiegel extra" noch einmal unter die Lupe. Mit im Team sind die ARD-Korrespondentinnen und Korrespondenten Olaf Bock/Polen, Julie Kurz/Großbritannien, Michael Mandlik/Österreich, Sabine Rau/Frankreich, Clas Oliver Richter/Skandinavien, Michael Schramm/Italien, Wolfgang Wanner/Schweiz. Redakteur Ulrich Adrian und Autor Peter Onnenken sehen unter dem Strich, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Europa immer mehr unter Beschuss geraten. Das hat schon jetzt unterschiedliche Folgen. Welche Auswirkungen könnte der Ausgang der Schweizer Volksabstimmung haben?

      In diesem "Weltspiegel extra" berichten ARD-Korrespondenten über die Situation des Rundfunks in ihren Ländern. Im Anschluss an den "Weltspiegel Extra" nimmt Sandra Maischberger den Faden wieder auf und setzt ihren Talk fort.

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      21:02 - 21:12 Uhr (10 Min.)
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