• 03.03.2018
      06:30 Uhr
      Kult Karosse Karmann Film von Joop Wösten aus der Reihe "Made in Norddeutschland" | tagesschau24
       

      Der Karmann-Ghia hat Autoliebhaber verzaubert. Das Modell auf VW-Basis mit italienischem Design war Symbol der Sehnsüchte der Nachkriegszeit. Die Dokumentation spürt dem Mythos nach und erinnert sich mit ehemaligen Malochern, Managern und Motorfans an die Zeit, als Osnabrücker Produkte Weltruf genossen.

      Samstag, 03.03.18
      06:30 - 07:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Der Karmann-Ghia hat Autoliebhaber verzaubert. Das Modell auf VW-Basis mit italienischem Design war Symbol der Sehnsüchte der Nachkriegszeit. Die Dokumentation spürt dem Mythos nach und erinnert sich mit ehemaligen Malochern, Managern und Motorfans an die Zeit, als Osnabrücker Produkte Weltruf genossen.

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Jost Nolting
      Autor Joop Wösten
      Redaktion Susanne Wachhaus

      Der Karmann-Ghia hat Autoliebhaber verzaubert. Das Modell auf VW-Basis mit italienischem Design war Symbol der Sehnsüchte der Nachkriegszeit. Filmstars wie Romy Schneider und Petra Schürmann fuhren einen Ghia und in zahlreichen Werbefotografien der Zeit stand oft irgendwo ein Ghia als Blickfang im Bild.

      Zwischen 1955 und 1974 wurden rund 440.000 unterschiedliche Modelle des Karmann-Ghias verkauft. Käfer- Cabrios und Karmann-Ghias aus Osnabrück waren Statussymbole des wirtschaftlichen Aufschwungs. Auch wenn die Motoren des Ghias nur eine kleine Leistung haben, galten die Wagen als Inbegriff von Eleganz. Kein Wunder also, dass gerade viele Frauen zu den Besitzern eines Karmann-Ghias zählten.

      "Karmann war ein tolles Unternehmen. Wer hier arbeiten durfte, hatte mehr als einfach einen Job, wir waren stolz auf unsere Autos." Solche Sätze sind auch heute noch von ehemaligen Karmännern zu hören. Und das hat mehrere Gründe: da ist zum einen das Produkt selbst; hoch angesehen in der Gesellschaft. Zum anderen ist es das Klima im Osnabrücker Unternehmen: Karmann fördert seine Mitarbeiter, ist technisch immer auf dem neuesten Stand und zum Tariflohn gibt es individuell unterschiedliche Sonderzahlungen. Auch das motiviert die Beschäftigten.

      Zu Spitzenzeiten - in den 1950er Jahren - arbeiten bis zu 8000 Menschen bei Karmann. Die Liste der bei Karmann gebauten Karossen zeigt viele Klassiker der Automobilwelt auf: Golf- und Käfer-Cabriot, BMW Coupé, Mercedes, mit einem Wagen aber hat Karmann ganz große Geschichte geschrieben: dem Karmann-Ghia.

      Karmann macht sich aber nicht nur als Karossenbauer einen Namen sondern auch als patenter Entwickler und Fertiger von Cabriolets. Das erste Faltdach-Patent wurde bereits 1913 angemeldet  Dieses große Know-how sicherte zunächst die Zukunft an allen Karmann Standorten der Welt. Mit Beginn der Jahrtausendwende wurde es aber zusehends schwieriger, in einem Nischenmarkt wie der Fahrzeugveredelung, finanziell zu überstehen. Der Preisdruck wuchs, frisches Geld für neue Entwicklungen war nicht mehr so leicht zu beschaffen. Nach der Insolvenz werden die noch wirtschaftlichen Sparten Karmanns von VW übernommen. So werden auch heute noch mit deutlich weniger Mitarbeitern Autos in Osnabrück produziert.

      Der Karmann Mythos lebt weiter: bei den zahlreichen Fanclubs weltweit, auf ihren Treffen, ihren Rundfahrten und Stammtischen. Und manchmal, wenn man Glück hat, sieht man einen funkelnden Karmann-Ghia auf der Autobahn - mit unermüdlich surrendem Motor und einem lächelnden Fahrer am Lenkrad.

      Die Dokumentation "Made in Norddeutschland - Kult Karosse Karmann" spürt dem Mythos nach und erinnert sich mit ehemaligen Malochern, Managern und Motorfans an die Zeit, als Osnabrücker Produkte Weltruf genossen.

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