• 10.02.2018
      00:15 Uhr
      Fakt ist! Aus Erfurt Schweinepest und Halali - Wie Jäger das Mastschwein retten sollen | tagesschau24
       

      "Das Problem ist nicht die Afrikanische Schweinepest, das Problem sind die Großbetriebe und die Massentierhaltung in Europa", ist Professor Sven Herzog von der TU Dresden, überzeugt. Nach seiner Meinung wird aktuell vom falschen Ende her argumentiert: 70.000 Wildschweine allein in Thüringen abzuschießen, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern, sei eine überzogene, unrealistische Forderung. Ist die Afrikanische Schweinepest womöglich eine "willkommene Gefahr", um endlich einer ständig steigenden Zahl von Wildschweinen massiv zu Leibe zu rücken? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich "Fakt ist!".

      Nacht von Freitag auf Samstag, 10.02.18
      00:15 - 01:15 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

      "Das Problem ist nicht die Afrikanische Schweinepest, das Problem sind die Großbetriebe und die Massentierhaltung in Europa", ist Professor Sven Herzog von der TU Dresden, überzeugt. Nach seiner Meinung wird aktuell vom falschen Ende her argumentiert: 70.000 Wildschweine allein in Thüringen abzuschießen, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern, sei eine überzogene, unrealistische Forderung. Ist die Afrikanische Schweinepest womöglich eine "willkommene Gefahr", um endlich einer ständig steigenden Zahl von Wildschweinen massiv zu Leibe zu rücken? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich "Fakt ist!".

       

      "Das Problem ist nicht die Afrikanische Schweinepest, das Problem sind die Großbetriebe und die Massentierhaltung in Europa", ist Professor Sven Herzog, Dozent für Wildökologie und Jagdwirtschaft an der TU Dresden, überzeugt. Nach seiner Meinung wird aktuell vom falschen Ende her argumentiert: 70.000 Wildschweine allein in Thüringen abzuschießen, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern, sei eine überzogene, unrealistische Forderung. Das Schweinepestvirus werde vielmehr vor allem über den Menschen schnell weiterverbreitet.

      Veterinärrat Lothar Hoffmann, Vorstandsmitglied im Landesjagdverband Thüringen, sieht das ganz ähnlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass es auch in Deutschland zu einem ASP-Ausbruch kommt, sei sehr hoch. Ihn ärgert aber, dass bei der aktuellen Diskussion vor allem die Wildschweine im Mittelpunkt stehen: "Die explosionsartige Vermehrung von Schwarzwild haben nicht die Jäger verursacht, die sollen das jetzt aber ausbaden, teilweise mit Methoden, die ihnen widerstreben." Die Jäger sehen sehr wohl die Landwirte in der Pflicht, denn in großen Mais- und Rapsfeldern bis dicht an Waldränder und ohne Schussschneisen hätte das Schwarzwild ideale Lebensbedingungen.

      Widerspruch kommt vom Vorsitzenden des Sächsischen Landesbauernverbandes Wolfgang Vogel: "Das Wildschweinproblem ist ein gesamtgesellschaftliches Problem - kein Bauernproblem." Das Argument riesige Monokulturen böten Wildschweinen "Speisekammer und Schlafzimmer", sei absoluter Quatsch. Er unterstellt gar, dass Jäger gar nicht an einer Bestandsreduzierung des Schwarzwilds interessiert seien: "Der Jäger sieht das Wildschwein eigentlich gerne im Wald."

      Ist die Afrikanische Schweinepest womöglich eine "willkommene Gefahr", um endlich einer ständig steigenden Zahl von Wildschweinen massiv zu Leibe zu rücken? Wie sind die seitens der zuständigen Ministerien geforderten Abschusszahlen oder sonstigen Präventionsmaßnahmen zu bewerten? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich "Fakt ist!".

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