• 06.08.2012
      23:00 Uhr
      Die Altkleider-Lüge Wie Spenden zum Geschäft werden | tagesschau24
       

      Aus den Sammelcontainer direkt in die Katastrophengebiete der Welt? Die Wahrheit sieht anders aus. Ein Großteil der gespendeten Altkleider wird weiterverkauft. Die Profiteure sind Unternehmen, die mit Secondhand-Garderobe ein knallhartes Geschäft machen. "Wenn ich abends ins Bett gehe, weiß ich wenigstens, dass ich etwas Gutes getan habe , sagt stolz ein Mitarbeiter einer deutschen Hilfsorganisation, der die Sammelcontainer mit Altkleiderspenden leert. "Von hier aus gehen die Sachen direkt in die Katastrophengebiete der Welt , erzählt er.

      Montag, 06.08.12
      23:00 - 23:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Aus den Sammelcontainer direkt in die Katastrophengebiete der Welt? Die Wahrheit sieht anders aus. Ein Großteil der gespendeten Altkleider wird weiterverkauft. Die Profiteure sind Unternehmen, die mit Secondhand-Garderobe ein knallhartes Geschäft machen. "Wenn ich abends ins Bett gehe, weiß ich wenigstens, dass ich etwas Gutes getan habe , sagt stolz ein Mitarbeiter einer deutschen Hilfsorganisation, der die Sammelcontainer mit Altkleiderspenden leert. "Von hier aus gehen die Sachen direkt in die Katastrophengebiete der Welt , erzählt er.

       

      Doch was er offensichtlich nicht weiß: Ein Großteil der gespendeten Altkleider wird in Wahrheit weiterverkauft - zum Kilopreis. Die Profiteure sind Unternehmen, die mit Secondhand-Garderobe ein knallhartes Geschäft machen. Oft verkaufen Hilfsorganisationen auch nur ihr Logo, ihren guten Namen, auf den Containern von Altkleiderfirmen. Ein Betrug an jenen, die glauben, Gutes zu tun für die Armen in der Dritten Welt?

      Die besten Stücke würden für den Altkleidermarkt in Russland aussortiert, erklärt ein Mitarbeiter, denn dort habe das Geschäft mit gebrauchter Markenwaren Hochkonjunktur. Nur die zweite, dritte oder vierte Wahl gelangt nach Afrika. Immerhin noch 60 Prozent der Kleidung, die in Deutschland für gute Zwecke gespendet wurde. Doch was passiert dort mit den Altkleidern? Die NDR-Autoren Michael Höft und Christian Jentzsch suchen die Antwort in Tansania. Was sie dort erleben, schockiert: Nicht nur deutsche Firmen und Hilfsorganisationen verdienen gut an den Kleiderspenden, auch für die meist libanesisch stämmigen Händler in Afrika sind Altkleiderspenden ein lukratives Geschäft. Selbst die Ärmsten der Armen müssen dafür bezahlen. Früher haben viele von ihnen noch in der einheimischen Textilindustrie gearbeitet, aber die ist mittlerweile abgewirtschaftet. Die Billigsachen aus Europa haben die gesamte Bekleidungsindustrie des Landes in den Ruin getrieben. 50 Container mit Altkleidern werden jeden Monat im Hafen von Dar es Salaam angelandet. Das sind 20.000 Tonnen, die den ostafrikanischen Kleidermarkt jede Chance nehmen. Die einzigen Näherinnen, die noch Arbeit haben, sind jene, die XXL-Hosen aus Europa und Amerika auf afrikanische "Hungergrößen umnähen.

      Reportage von Michael Höft und Christian Jentzsch

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      Montag, 06.08.12
      23:00 - 23:30 Uhr (30 Min.)
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      Stereo

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