• 10.03.2018
      20:15 Uhr
      Der große Raub Wie in Hessen die Juden ausgeplündert wurden | tagesschau24
       

      'JS' stand auf der Steuerakte: Das bedeutete 'als Jude veranlagt'. Wer dieses Zeichen bekam, wurde vom Finanzamt bis auf die letzte Mark ausgeplündert.
      Der erschütternde Film zeichnet die Ausplünderung der Juden von 1933 bis zu den Deportationen 1941 bis 1943 akribisch nach, nennt die hunderterlei Verordnungen und 'Gesetze', die die Opfer erst all ihre Habe und am Ende meist ihr Leben kosteten. Trotz der langen Zeit, die seitdem vergangen ist, gelang es den Filmautoren, eine Reihe von Zeitzeugen zu finden, die über ihre damaligen Erfahrungen berichten, darunter Finanzbeamte und deren Opfer.

      Samstag, 10.03.18
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      'JS' stand auf der Steuerakte: Das bedeutete 'als Jude veranlagt'. Wer dieses Zeichen bekam, wurde vom Finanzamt bis auf die letzte Mark ausgeplündert.
      Der erschütternde Film zeichnet die Ausplünderung der Juden von 1933 bis zu den Deportationen 1941 bis 1943 akribisch nach, nennt die hunderterlei Verordnungen und 'Gesetze', die die Opfer erst all ihre Habe und am Ende meist ihr Leben kosteten. Trotz der langen Zeit, die seitdem vergangen ist, gelang es den Filmautoren, eine Reihe von Zeitzeugen zu finden, die über ihre damaligen Erfahrungen berichten, darunter Finanzbeamte und deren Opfer.

       

      'JS' stand auf der Steuerakte: Das bedeutete 'als Jude veranlagt'. Wer dieses Zeichen bekam, wurde vom Finanzamt bis auf die letzte Mark ausgeplündert. Zunächst musste er die Hälfte seines gesamten Vermögens als Reichsfluchtsteuer und Judenvermögensabgabe an den Fiskus abgeben. Dann wurden ihm sämtliche Freibeträge gestrichen und von Jahr zu Jahr immer mehr Sonderabgaben erhoben. Die Finanzämter waren schließlich sogar dafür zuständig, dass sämtliches Hab und Gut, das die in die Vernichtungslager Deportierten zurückließen, öffentlich versteigert wurde. Erstmals wird nun öffentlich, wie in Hessen die Juden ausgeplündert wurden. Erst jetzt, nach Öffnung der Finanzakten für die Wissenschaft, wird die Rolle des Fiskus und die Beteiligung der Bevölkerung am großen Raubzug gegen die Juden deutlich.

      Die Autoren Henning Burk und Dietrich Wagner zeigen in ihrer Dokumentation das perfide Zusammenspiel zwischen offiziellen Stellen und der Bevölkerung. Jeder 'Volksgenosse' konnte jüdisches Eigentum erwerben. Das war sogar erwünscht, um die leere Staatskasse aufzufüllen. Wie groß der Andrang bei den so genannten Judenauktionen war, belegen Protokolle, die von den über 10.000 Versteigerungen allein in Frankfurt erhalten sind und die im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden liegen.
      Der erschütternde Film zeichnet die Ausplünderung der Juden von 1933 bis zu den Deportationen 1941 bis 1943 akribisch nach, nennt die hunderterlei Verordnungen und 'Gesetze', die die Opfer erst all ihre Habe und am Ende meist ihr Leben kosteten. Trotz der langen Zeit, die seitdem vergangen ist, gelang es den Filmautoren, eine Reihe von Zeitzeugen zu finden, die über ihre damaligen Erfahrungen berichten, darunter Finanzbeamte und deren Opfer. Einer von ihnen war Robert Goldmann, der mit seiner Familie vor der antisemitischen Verfolgung von der Bergstraße nach Frankfurt gezogen war. In der Pogromnacht des 9. November 1938 wurde die väterliche Arztpraxis demoliert. Am Ende rettete sich Familie Goldmann durch die Auswanderung. Vom einstigen Vermögen waren da nur noch zehn Reichsmark geblieben.
      Charlotte Opfermann aus Wiesbaden wurde ins Lager Theresienstadt deportiert. Ihre Familie musste für die Unterbringung ins 'Reichsaltersheim' auf Jahre im Voraus das monatliche 'Pflegegeld' bezahlen. So wurde der Rechtsschein bei der Ausplünderung aufrechterhalten. Es sind zwei Schicksale von Millionen. Zu Wort kommen aber auch Menschen, die versuchten zu helfen, die jüdisches Eigentum kauften, um es in Sicherheit zu bringen und später zurückzugeben.

      'Der große Raub - Wie in Hessen die Juden ausgeplündert wurden' entstand in wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Fritz-Bauer-Institut.

      Film von Henning Burk und Dietrich Wagner

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