• 12.02.2024
      21:00 Uhr
      Exakt - Die Story Raus aus der Drogensucht Warum Substitution in Deutschland so schwierig ist | tagesschau24 Raus aus der Drogensucht - Copyright: MDR/Thomas Kasper Mediathek
       

      Maxim hat "Kopfstress" wie er es nennt. Der 28-Jährige aus Halle ist heroinabhängig - er muss sich täglich seine Dosis auf dem illegalen Markt besorgen. Aber er will nun mit dem Stoff aufhören und eine Drogenersatztherapie beginnen, möchte clean werden und Substitutionsstoffe wie Methadon oder Polamidon einnehmen. Aber es geht nicht voran, Maxim wartet wochenlang verzweifelt auf einen Platz.
      Der exactly-Reporter Thomas Kasper begleitet den jungen Mann, der mal Model werden wollte und nun im Obdachlosenheim gelandet ist, über Monate. Wird er im rettenden System landen können oder nicht?

      Montag, 12.02.24
      21:00 - 21:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Maxim hat "Kopfstress" wie er es nennt. Der 28-Jährige aus Halle ist heroinabhängig - er muss sich täglich seine Dosis auf dem illegalen Markt besorgen. Aber er will nun mit dem Stoff aufhören und eine Drogenersatztherapie beginnen, möchte clean werden und Substitutionsstoffe wie Methadon oder Polamidon einnehmen. Aber es geht nicht voran, Maxim wartet wochenlang verzweifelt auf einen Platz.
      Der exactly-Reporter Thomas Kasper begleitet den jungen Mann, der mal Model werden wollte und nun im Obdachlosenheim gelandet ist, über Monate. Wird er im rettenden System landen können oder nicht?

       

      Maxim hat "Kopfstress" wie er es nennt. Der 28-Jährige aus Halle ist heroinabhängig - er muss sich täglich seine Dosis auf dem illegalen Markt besorgen. Aber er will nun mit dem Stoff aufhören und eine Drogenersatztherapie beginnen, möchte clean werden und Substitutionsstoffe wie Methadon oder Polamidon einnehmen. Aber es geht nicht voran, Maxim wartet wochenlang verzweifelt auf einen Platz. Der "exactly"-Reporter Thomas Kasper begleitet den jungen Mann, der mal Model werden wollte und nun im Obdachlosenheim gelandet ist, über Monate. Wird er im rettenden System landen können oder nicht?

      Maxims Geschichte beschreibt den Versorgungsengpass in der Suchtmedizin in Deutschland. Es fehlten Ärzte, die Heroinabhängige behandeln können. Von 160.000 Süchtigen nehmen ca. 50 Prozent an einem Substitiutionsprogramm teil. In anderen europäischen Ländern ist die Quote höher - 85 Prozent. Das rettet Familien, entlastet Gefängnisse und vermeidet Drogentote. Patrick aus Halle hatte Glück: "Mit den Polatabletten komme ich gut klar. Ich begehe keine Straftaten mehr. Ohne das Programm wäre ich definitiv tot."

      Die Allgemeinmedizinerin Rita Meinhardt aus Dresden hat über 100 Patienten im Substitutionsprogramm. "Wir können niemanden mehr aufnehmen. Das ist ein Problem." Die Behandlung ist vor allem anfangs sehr zeitaufwändig, die Praxis muss täglich geöffnet und besonders gesichert werden. Die Honorierung sei spärlich, so Rita Meinhardt. Betriebswirtschaftlich lohnt sich die Behandlung von Heroinsüchtigen also nicht.

      Das zeigt auch der Misserfolg der Initiative "100.000 Substituierte bis 2022", die von der Bundesregierung unterstützt wurde. Dirk Schäffer von der Deutschen Aidshilfe analysiert: zu wenig Bereitschaft von Medizinern, zu hohe Hürden für die Süchtigen, zu viel Bürokratie. Mit dramatischen Folgen für die Betroffenen.

      Der exactly-Reporter Thomas Kasper zeigt in seiner Reportage den Alltag von Maxim, Patrick und anderen Süchtigen und Ex-süchtigen und fragt nach, warum nicht mehr Menschen durch eine Substitutionsbehandlung geholfen wird, von der zerstörerischen Droge weg zu kommen.

      Film von Thomas Kaspar

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