• 04.12.2021
      22:15 Uhr
      Die Amokfahrt von Trier Wie weiterleben mit dem Trauma? | tagesschau24
       

      "Ich habe keinen Hass auf diesen Mann, aber er gehört für immer weggeschlossen. Er hat meine Schwester getötet," sagt Wolfgang H. mit lauter Stimme. Der Trierer sucht Antworten auf eine Frage: Warum? Seine Schwester Ursula war das erste Opfer der Amokfahrt, bei der ein Mann am 1. Dezember 2020 in Trier fünf Menschen tötete und viele andere verletzte. Aber nicht der mutmaßliche Täter, der sich inzwischen vor Gericht verantworten muss, steht im Mittelpunkt der SWR Dokumentation. Es sind vielmehr die Hinterbliebenen der Opfer und die Zeuginnen und Zeugen des Ereignisses, deren Leben diese Tat verändert hat.

      Samstag, 04.12.21
      22:15 - 23:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      "Ich habe keinen Hass auf diesen Mann, aber er gehört für immer weggeschlossen. Er hat meine Schwester getötet," sagt Wolfgang H. mit lauter Stimme. Der Trierer sucht Antworten auf eine Frage: Warum? Seine Schwester Ursula war das erste Opfer der Amokfahrt, bei der ein Mann am 1. Dezember 2020 in Trier fünf Menschen tötete und viele andere verletzte. Aber nicht der mutmaßliche Täter, der sich inzwischen vor Gericht verantworten muss, steht im Mittelpunkt der SWR Dokumentation. Es sind vielmehr die Hinterbliebenen der Opfer und die Zeuginnen und Zeugen des Ereignisses, deren Leben diese Tat verändert hat.

       

      Stab und Besetzung

      Autor Jürgen Schmidt

      "Ich habe keinen Hass auf diesen Mann, aber er gehört für immer weggeschlossen. Er hat meine Schwester getötet," sagt Wolfgang H. mit lauter Stimme. Der Trierer sucht Antworten auf eine Frage: Warum? Seine Schwester Ursula war das erste Opfer der Amokfahrt, bei der ein Mann am 1. Dezember 2020 in Trier fünf Menschen tötete und viele andere verletzte. Aber nicht der mutmaßliche Täter, der sich inzwischen vor Gericht verantworten muss, steht im Mittelpunkt der SWR Dokumentation von SWR Autor Jürgen Schmidt. Es sind vielmehr die Hinterbliebenen der Opfer und die Zeuginnen und Zeugen des Ereignisses, deren Leben diese Tat verändert hat.

      Neben Wolfgang H. kommt Friedl Schulz zu Wort. Der Arzt hat seine Praxis am Trierer Hauptmarkt und leistete unmittelbar nach der Tat Erste Hilfe. Dort waren ein Mann und seine kleine Tochter getötet worden. "Es war schlimm, wir konnten nichts mehr für die beiden machen," sagt er. Die Bilder des toten kleinen Mädchens erscheinen ihm bis heute.

      Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe war unmittelbar nach der Nachricht von der Tat in die Innenstadt gelaufen. "Da vorne liegt ein Schuh und das Mädchen dazu ist tot", sagt er in einem ersten Interview vor Ort. Nach diesen Worten versagt ihm die Stimme, aber in den Tagen danach berührt er mit empathischen Worten die Menschen in Trier, spricht vielen aus dem Herzen. Auch Monate später sind es die Bilder mit dem Schuh, die ihn immer wieder bewegen.

      Wolfgang H. hat nach dem Verlust seiner Schwester bei einem Psychologen Hilfe gesucht. "Manchmal geht es mir gut, aber es gibt auch Tage, da kommt wieder alles hoch und es geht mir sehr schlecht". Das SWR Fernsehen hat Wolfgang H. durch das gesamte Jahr begleitet. Im September 2021 konnte seine Schwester beigesetzt werden - erst jetzt, weil ihr Mann, der bei der Amokfahrt verletzt wurde, so lange in der Reha war.

      Der trauernder Bruder, der Ersthelfer, der Oberbürgermeister - drei Trierer, die für viele Menschen stehen, die diesen schrecklichen Tag erlebt haben. Am ersten Jahrestag sprechen sich über das Ereignis und darüber, wie sie seither weiterleben.

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