• 16.10.2021
      21:30 Uhr
      Kritisch Reisen: Eifel statt Malle - Tourismus vor der Haustür tagesschau24
       

      Überfüllte Wanderparkplätze, genervte Anwohner, hoffnungsvolle Gastgeber: Auf die Eifel wirkte die Pandemie im vergangenen Jahr wie ein Brennglas. Der lange Lockdown und die unsichere Reisesituation sorgten dafür, dass die Besucherzahlen in die Höhe schossen.
      Auch der beliebte Eifelsteig ist wieder begehbar. Nicht wenige Touristen verlassen die Wanderwege, schlagen im Schutzgebiet ihre Zelte auf, zünden Feuer an und bedrohen dadurch Tierarten wie die Fledermaus.
      Wird die Eifel, fragen sich hier viele, als Urlaubsregion noch nach der Pandemie interessant bleiben - auch wenn sie nicht wie Malle die Schönwettergarantie hat?

      Samstag, 16.10.21
      21:30 - 22:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Überfüllte Wanderparkplätze, genervte Anwohner, hoffnungsvolle Gastgeber: Auf die Eifel wirkte die Pandemie im vergangenen Jahr wie ein Brennglas. Der lange Lockdown und die unsichere Reisesituation sorgten dafür, dass die Besucherzahlen in die Höhe schossen.
      Auch der beliebte Eifelsteig ist wieder begehbar. Nicht wenige Touristen verlassen die Wanderwege, schlagen im Schutzgebiet ihre Zelte auf, zünden Feuer an und bedrohen dadurch Tierarten wie die Fledermaus.
      Wird die Eifel, fragen sich hier viele, als Urlaubsregion noch nach der Pandemie interessant bleiben - auch wenn sie nicht wie Malle die Schönwettergarantie hat?

       

      Überfüllte Wanderparkplätze, genervte Anwohner, hoffnungsvolle Gastgeber: Auf die Eifel wirkte die Pandemie im vergangenen Jahr wie ein Brennglas. Der lange Lockdown und die unsichere Reisesituation sorgten dafür, dass die Besucherzahlen in die Höhe schossen. Entsprechend groß waren die Erwartungen, aber auch die Befürchtungen für 2021. Denn nur eine gute Autostunde von den großen Ballungsgebieten des Rheinlands entfernt locken eine unberührte Natur, ein funkelnder Sternenhimmel und Nordrhein-Westfalens einziger Nationalpark. Warum also in den Flieger steigen, wenn das Urlaubsparadies vor der Haustür liegt?

      In der Eifel hat man sich deshalb dieses Mal vorbereitet auf einen Ansturm, Konzepte erarbeitet, sich Gedanken gemacht, wie Naturschutz und Massentourismus zusammen gehen können. Doch erst war der Sommer eher kühl und verregnet - und dann kam die Flut. Und jetzt? Hofft man auf einen guten Spätsommer und die Herbstferien.

      "Der Massentourismus hat uns im letzten Jahr brutal erwischt", gesteht Marco Schmunkamp, Bürgermeister von Nideggen, einer kleinen Eifelstadt oberhalb des Rurtales. Weil der Parkplatz des Beachclubs am Ufer der Rurtalsperre völlig überfüllt war, parkten die Touristen kreuz und quer, blockierten Rettungswege und Einfahrten. Die Anwohner schlugen Alarm. In diesem Jahr sollte alles besser werden und ein Shuttle-Service das Parkchaos verhindern, hofft der Bürgermeister.

      Denn: Ohne Touristen geht es nicht. Wanderer und Motorradfahrer, Camper und Tagesgäste, sie alle lassen Geld in der eher strukturschwachen Region. Für Wais Al-Ramadan, den neuen Pächter des Beachclubs am Rursee, können es gar nicht genug Touristen sein. Er kam vor sechs Jahren als syrischer Flüchtling in die Eifel, jetzt im Coronasommer hoffte er auf das Geschäft seines Lebens. Doch die Flut machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Jetzt ist alles wieder aufgeräumt - und vielleicht gibt es ja noch ein paar schöne Tage für entspanntes Strandleben. Auch Kerstin Uhlig braucht Gäste; sie hat gemeinsam mit einer befreundeten Familie ihr Kölner Großstadtleben aufgegeben und einen Campingplatz in Hellenthal gekauft. Und auch sie hat die Schäden, die der in der Flutnacht zum Strom angeschwollene kleine Bach gerissen hat, beseitigt und ihre Gäste sind wieder da.

      Auch der beliebte Eifelsteig ist wieder begehbar - auch wenn es noch ein paar dem Hochwasser geschuldete Umleitungen gibt. Und im Nationalpark Eifel ist Sascha Wilden als Ranger jeden Tag unterwegs. 1,3 Millionen Menschen kamen im vergangenen Jahr in das Schutzgebiet. Nicht wenige von ihnen verlassen die Wanderwege, schlagen im Schutzgebiet ihre Zelte auf, zünden Feuer an und bedrohen dadurch Tierarten wie die Fledermaus. Bis zum Hochwasser war seine Aufgabe, die Natur vor zu vielen Menschen zu schützen - jetzt würde auch er sich freuen, wenn sie wieder zahlreicher kämen.

      Wird die Eifel, fragen sich hier viele, als Urlaubsregion noch nach der Pandemie interessant bleiben - auch wenn sie nicht wie Malle die Schönwettergarantie hat?

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