• 02.07.2020
      21:02 Uhr
      Eichenprozessionsspinner und Co: Invasion der Plagen Film von Michael Nieberg | tagesschau24
       

      Kleine Plagegeister sorgen für großen Ärger im Norden: Die Invasion von Borkenkäfer, Eichenprozessionsspinner und Buchsbaumzünsler gefährdet Bäume und die Gesundheit der Menschen und kostet Millionen. Inzwischen sind nicht nur im Harz ganze Berghänge zerstört und gerodet, überall müssen Schulhöfe und Spielplätze, auf denen Eichenbäume stehen, weiträumig gesperrt werden. Gartenbesitzer verzweifeln angesichts Hunderter gefräßiger Raupen in ihren Buchsbaumhecken.

      Donnerstag, 02.07.20
      21:02 - 21:45 Uhr (43 Min.)
      43 Min.
      Neu im Programm

      Kleine Plagegeister sorgen für großen Ärger im Norden: Die Invasion von Borkenkäfer, Eichenprozessionsspinner und Buchsbaumzünsler gefährdet Bäume und die Gesundheit der Menschen und kostet Millionen. Inzwischen sind nicht nur im Harz ganze Berghänge zerstört und gerodet, überall müssen Schulhöfe und Spielplätze, auf denen Eichenbäume stehen, weiträumig gesperrt werden. Gartenbesitzer verzweifeln angesichts Hunderter gefräßiger Raupen in ihren Buchsbaumhecken.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktion Kuno Haberbusch
      Autor Michael Nieberg
      Produktion Tim Carlberg

      Kleine Plagegeister sorgen für großen Ärger im Norden: Die Invasion von Borkenkäfer, Eichenprozessionsspinner und Buchsbaumzünsler gefährdet Bäume und die Gesundheit der Menschen und kostet den Steuerzahler*innen Millionen. Inzwischen sind nicht nur im Harz ganze Berghänge zerstört und gerodet, überall müssen Schulhöfe und Spielplätze, auf denen Eichenbäume stehen, weiträumig gesperrt werden. Gartenbesitzer verzweifeln angesichts Hunderter gefräßiger Raupen in ihren Buchsbaumhecken.

      Hilmar von Petersdorff-Campen ist Landwirt am Rande des Harzes. Er kämpft seit zwei Jahren um seinen Fichtenwald. Ein hoffnungsloser Kampf. "Viele dieser Bäume habe ich als Kind selbst mitgesetzt. Nun, nicht mal 40 Jahre alt, müssen sie sinnlos gerodet werden." Der Grund: ein massiver Borkenkäferbefall. Die kleinen Käfer bohren sich in die durch die Trockenheit geschwächten Rinden und töten die Fichte binnen weniger Wochen.

      In diesem Jahr hat es eine weitere Fläche in Seesen erwischt. Nun gilt es, die Stämme so schnell wie möglich zu fällen und aus dem Forst zu entfernen, damit die Plage sich nicht weiter ausdehnt. "Aber das Holz ist so nichts mehr wert, da oft schon ein Pilz durch die kleinen Löcher in die Stämme eingedrungen ist." Von Petersdorff-Campen ist frustriert, denn das Holz kann nur noch mit Glück von der regionalen Genossenschaft auf dem Markt verramscht werden. "Geld zum Aufforsten bleibt da nicht mehr übrig."

      Der Landkreis Gifhorn in Niedersachsen ist seit drei Jahren schwer betroffen vom Eichenprozessionsspinner. Der Landrat schlug Alarm. In diesem Jahr wurden weitreichende Bekämpfungsmaßnahmen umgesetzt. 130.000 Euro sind für die Bekämpfung eingeplant. Denis Ekarius hat sich mit seinem Baumdienst auf die professionelle Bekämpfung spezialisiert. Im Sommer steht sein Telefon nicht still. Jeden Tag schwärmen seine Teams aus, um die gefährlichen Nester mit Spezialsaugern zu entfernen.

      Im Hintergrund forscht Ekarius zusammen mit Wissenschaftlern der Hochschule Göttingen an neuen Methoden: kleine Fadenwürmer werden zu Saisonbeginn nachts in die Eichen gesprüht und töten die Eichenprozessionsspinner binnen weniger Stunden ab.

      Heinrich Beltz von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist in Sachen Buchsbaumzünsler unterwegs. Salzbergen ist Hochburg für den Befall, die Falterart verbreitet sich seit vier Jahren langsam weiter Richtung Norden aus, ist inzwischen an einer unsichtbaren Grenze zwischen Oldenburg und Hannover angekommen. Beltz kennt alle Tricks der Gärtner gegen die gefräßige Raupe: Einige reiben die Buchsbäume mit Seife ein, andere packen sie nachts in Plastik, damit die Falter nicht landen und Eier legen können. Doch bei starkem Befall hilft neben dem Absammeln per Hand allein das Spritzen mit Bioziden.

      Diesen Schritt gehen auch die Mitarbeitenden der Herrenhäuser Gärten in Hannover: Hier kämpfen die Profis für den Erhalt von gut 20 Kilometer Buchsbaumhecken im historischen Park. "Der Buchs hier ist Kulturgut in der Anlage des Gartens und muss erhalten werden", meint der Parkleiter. Da wegen der Coronakrise wochenlang keine Besucher*innen da sind, konnte in diesem Jahr umfangreich ohne Rücksicht nehmen zu müssen gespritzt werden.

      Aus der Reihe "45 Min"

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