• 30.03.2020
      19:25 Uhr
      Weltspiegel Auslandskorrespondenten berichten | tagesschau24
       

      Themen:

      • Spanien: Helden des Alltags
      • Italien: Überfordert mit den Corona-Toten
      • Brasilien: Verharmlosung statt Krisenmanagment
      • Singapur: Lehren aus SARS
      • Podcast Weltspiegel Thema: Corona extra
      • Curacao: Unterricht mit Flamingo Bob
      • Erklärt: Was bringt der Friedensplan für Afghanistan?
      • Afghanistan: Aufgeben ist keine Option

      Moderation: Andreas Cichowicz

      Montag, 30.03.20
      19:25 - 20:00 Uhr (35 Min.)
      35 Min.

      Themen:

      • Spanien: Helden des Alltags
      • Italien: Überfordert mit den Corona-Toten
      • Brasilien: Verharmlosung statt Krisenmanagment
      • Singapur: Lehren aus SARS
      • Podcast Weltspiegel Thema: Corona extra
      • Curacao: Unterricht mit Flamingo Bob
      • Erklärt: Was bringt der Friedensplan für Afghanistan?
      • Afghanistan: Aufgeben ist keine Option

      Moderation: Andreas Cichowicz

       
      • Spanien: Helden des Alltags

      Es sind kleine Gesten, die in diesen Tagen den Menschen in Spaniens Hauptstadt Madrid Mut machen und den Zusammenhalt stärken: Der Fischhändler zum Beispiel, der seiner älteren Kundschaft frischen Fisch vor die Wohnungstür legt. Oder die Polizeipatrouille, die vor dem Krankenhaus ein extra Hupkonzert für die dort Arbeitenden gibt. Die 46 Millionen Einwohner Spaniens dürfen seit dem 15. März ihr Zuhause nur verlassen, um zur Arbeit zu gelangen, Einkäufe zu erledigen, Medikamente zu besorgen oder mit dem Hund Gassi zu gehen. Spanien ist nach Italien das Land in Europa, das am gravierendsten von der Corona-Pandemie betroffen ist.
      ARD-Korrespondentin Natalia Bachmayer darf selbst nur noch mit strengen Auflagen in Madrid unterwegs sein. Sie hat Menschen getroffen, die mit Einfallsreichtum und Herzenswärme versuchen, ein Stück von ihrem alten Leben zu retten: Die Freundinnen, die ihren After Work-Drink jetzt per Videokonferenz abhalten, um bei der Telearbeit nicht zu vereinsamen. Oder die Nachbarn, die einen Geburtstag ganz pragmatisch von Balkon zu Balkon feiern.

      • Italien: Überfordert mit den Corona-Toten

      Fast können sie die Leichen nicht mehr zählen. Mit 200 Toten allein in der vergangenen Woche ist die Stadt Bergamo eine der am stärksten betroffenen. Roberta Zaninoni hat ihren Vater verloren: "Er ist gestorben wie ein Hund. Sie sterben wie Schweine, Hunde, so muss ich es sagen, ich schäme mich nicht." Roberta konnte ihren Vater nicht mehr besuchen, er starb allein. Längst sind die Bestattungsunternehmen und Friedhofwärter völlig überfordert mit der Situation. Alle halbe Stunde bestatten sie Opfer, kommen mit der Einäscherung nicht mehr hinterher. Sie müssen den Toten meist allein das letzte Geleit geben, weil die Angehörigen nicht teilnehmen dürfen oder können. Und weil das Krematorium Bergamos mittlerweile überlastet ist, werden die Särge vom Militär auf andere Orte verteilt. Paolo Padrini ist Priester in Norditalien - er geht davon aus, dass diese Krise eine traumatisierte Generation hinterlässt. Deshalb ruft er regelmäßig alle Gemeindemitglieder an, um ihnen beizustehen. Auch er habe Angst, erzählt er ARD-Korrespondentin Ellen Trapp, aber er wolle stark bleiben - andere seien viel tapferer und stärker als er.

      • Brasilien: Verharmlosung statt Krisenmanagment

      Wohl als einziger Staatschef weltweit leugnet Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro die Gefahr durch Corona rundweg. Das Ganze sei nur eine „Hysterie“ – aufgebauscht von den Medien. Er will die Isolation, die die meisten Gouverneure des Landes eigenständig verhängt haben, rückgängig machen und schnell wieder zur Normalität zurückkehren. Schließlich handele es sich nur um ein „Grippchen“. Auch viele evangelikale Gemeindevorsteher, die sehr großen Zulauf haben in Brasilien, wollten ihre Geld bringenden Massen-Kulte nicht aussetzen. Anstatt Klingelbeutel werden dort Kreditkartengeräte gereicht. Kirchengründer Malafaia, enger Vertrauter des Präsidenten, betont, seine Kirchen seien Krankenhäuser der Seele.
      In den Favelas haben die Drogengangs Ausgangssperren verhängt und die Armenviertel abgeriegelt. Brasilien steht still und das droht zu einem sozialen Problem zu werden, berichtet ARD Korrespondent Matthias Ebert. Denn Unterstützung von der Regierung wird es kaum geben. Gegen Bolsonaros Verharmlosungen protestieren immer mehr Brasilianer. Abends trommeln sie auf Töpfen und Pfannen. Es ist ein heftiger Lärm in immer mehr Straßenzügen von Rio und Sao Paulo.

      • Singapur: Lehren aus SARS

      Obwohl Singapur eine internationale Drehscheibe Asiens ist, scheint die Corona-Pandemie bisher unter Kontrolle. Während die Schulen weiter geöffnet und die Essensmärkte bevölkert sind, bleibt die Zahl der Infizierten der 5 Millionen Stadt noch überschaubar. „Die SARS-Epidemie 2003 hat uns gelehrt, wie solche Situationen zu beherrschen sind“, heißt es von Singapurer Virologen. Eine Lehre der SARS-Epidemie war es: Früh die Flüge aus den betroffenen Gebieten in China auszusetzen und jeden Infizierten zu isolieren und zu überwachen. Kein Land der Welt hat im Vergleich zu seiner Bevölkerungszahl mehr Menschen getestet
      Außerdem gibt es 900 besondere Hausarztpraxen, die auf Covid-Verdachtsfälle spezialisiert sind und an die sich alle zuerst wenden. In Singapur schafft es derzeit noch, die meisten Ansteckungen genau nachzuverfolgen, berichtet ARD-Korrespondentin Sandra Ratzow, es gibt zahlreiche sogenannte 'Spurensucher', die die Behörden extra angestellt haben. Aber auch in Singapur wächst die Sorge vor vielen importierten Fällen aus den Krisengebieten USA und Europa. Wie lange bleibt der Singapurer Sonderweg noch erfolgreich?

      • Podcast Weltspiegel Thema: Corona extra

      Philipp Abresch spricht mit ARD-AuslandskorrespondentInnen über den unterschiedlichen Umgang mit der Corona-Krise. Und blickt auch auf die Entwicklungen in Afrika. Interview mit Christian Stichler (Schweden), Ludger Kaczmierzak (Niederlande), Antje Diekhans (Nairobi).
      In der ARD Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

      • Curacao: Unterricht mit Flamingo Bob

      Im karibischen Inselstaat Curacao kennen sie ihn mittlerweile alle: den Flamingo mit dem Namen Bob. Denn Bob hat gemeinsam mit seiner Retterin Odette, einer Tierärztin, eine Mission: die Natur der Insel zu beschützen und den Bewohnern Respekt beizubringen. Respekt für die Tiere und Pflanzen, für Strand und Meer. Und so besucht er regelmäßig auch Schulklassen und begeistert die Jüngsten, die so ganz nebenbei etwas über die Folgen von Müllhalden am Strand lernen oder über rücksichtsvolles Zusammenleben.

      • Erklärt: Was bringt der Friedensplan für Afghanistan?

      Nach Jahrzehnten des Konflikts soll ein Abkommen zwischen den USA und den Taliban dem Land den Frieden bringen. Doch der Weg raus aus Gewalt und Krieg ist immer noch lang.

      • Afghanistan: Aufgeben ist keine Option

      Ihr Vater wurde von den Taliban entführt, sie wurde im Alter von sechs Jahren zwangsverlobt, konnte aber kurz vor der Hochzeit Afghanistan verlassen. Aber sie ist zurückgekommen, denn seit 2001 hat sich die Lebenssituation vieler Frauen deutlich verbessert: sie dürfen zur Schule gehen oder eben auch, wie Gaisu Yari einen Verwaltungsposten im Präsidialamt bekleiden. Und nun sollen also die Taliban wieder an der Macht beteiligt werden. Das sieht der Friedensplan vor.
      Wie viele im Land befürchtet Gaisu Yari, dass die Taliban wieder das Leben einschränken wollen. Aber sich wieder unterjochen lassen? Das ist für die junge Generation der gebildeten Frauen Afghanistans keine Option. Frauen wie Gaisu Yari wollen die Zukunft mitbestimmen. Sie nehmen mutig den Kampf um ihren selbstbestimmten Platz auf, in einem Land, wo der Lebensweg vieler Frauen nach wie vor von Männern bestimmt wird.

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      Montag, 30.03.20
      19:25 - 20:00 Uhr (35 Min.)
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