• 16.01.2022
      00:35 Uhr
      Als wir unser Haus bauten tagesschau24
       

      Nach dem Zweiten Weltkrieg glich Deutschland einer Trümmerwüste. Ob Hamburg, Kiel oder Stralsund - bis zu 80 Prozent des Wohnraums waren zerstört, dazu kamen Millionen Flüchtlinge. Die Sehnsucht nach einem Zuhause war groß, der Wohnraum aber knapp. Viele Menschen wünschten sich ein eigenes Haus mit Garten und machten sich voller Energie und mit viel Mühe daran, diesen Traum umzusetzen. Doch es gab einige Hindernisse. Die Dokumentation blickt zurück auf den norddeutschen Bauboom der 50er- bis 70er-Jahre. Eine Zeit, in der viele Familien in Ost und West arm waren und Bauunternehmer reich wurden.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 16.01.22
      00:35 - 01:20 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Nach dem Zweiten Weltkrieg glich Deutschland einer Trümmerwüste. Ob Hamburg, Kiel oder Stralsund - bis zu 80 Prozent des Wohnraums waren zerstört, dazu kamen Millionen Flüchtlinge. Die Sehnsucht nach einem Zuhause war groß, der Wohnraum aber knapp. Viele Menschen wünschten sich ein eigenes Haus mit Garten und machten sich voller Energie und mit viel Mühe daran, diesen Traum umzusetzen. Doch es gab einige Hindernisse. Die Dokumentation blickt zurück auf den norddeutschen Bauboom der 50er- bis 70er-Jahre. Eine Zeit, in der viele Familien in Ost und West arm waren und Bauunternehmer reich wurden.

       

      Nach dem Zweiten Weltkrieg glich Deutschland einer Trümmerwüste. Ob Hamburg, Kiel oder Stralsund - bis zu 80 Prozent des Wohnraums war zerstört, dazu kamen Millionen Flüchtlinge. Die Sehnsucht nach einem Zuhause war groß, der Wohnraum aber knapp. Viele Menschen wünschten sich ein eigenes Haus mit Garten und machten sich voller Energie und mit viel Mühe daran, diesen Traum umzusetzen.

      Doch es gab einige Hindernisse, und so ist die Geschichte vom eigenen Hausbau auch eine Geschichte von Pannen, Hoffnungen und viel nachbarschaftlicher Hilfe. Die Dokumentation "Als wir unser Haus bauten" blickt zurück auf den norddeutschen Bauboom der 50er-, 60er- und 70er-Jahre in Ost und West. Eine Zeit, in der Familien arm waren, Sparkassen und Bauunternehmer reich wurden und sich das Aussehen der norddeutschen Tiefebene veränderte.

      Ausgebombt in Hamburg, zogen die Schwestern Gisela und Erika Gebauer mit ihren Eltern aus Eimsbüttel in eine Gartenlaube nach Jesteburg - aufs Land. Und fanden dort ihr Glück: Sie heirateten zwei Brüder und bauten mit ihnen auf dem gleichen Grundstück zwei Häuser. Heute stehen auf dem Grundstück vier Eigenheime - denn auch ihre Kinder wollten in Jesteburg leben.

      Fritz Merz floh als einer von Millionen Vertriebenen aus dem heutigen Polen in den Westen. In Neugnadenfeld im Emsland fanden er und die gesamte Gemeinde seines ehemaligen Dorfes Zuflucht. Die Mitglieder der Herrenhuther Brüdergemeine lebten jahrelang in Baracken, machten das torfige Moorland urbar und bestellten das Land. Als 20-Jährigem wurde Fritz Merz endlich, mit Mutter und Brüdern, ein eigenes Haus zugeteilt, in dem er noch heute mit seiner Frau lebt.

      Für Gustav Viebrock aus Harsefeldt waren die Flüchtlinge und ihre Wohnungsnot der Start in sein Baugeschäft. Der findige Unternehmer nutzte die staatlichen Finanzierungs- und Förderprogramme und verhalf Hunderten von Vertriebenen zu Eigenheimen. Der Trick: Mit seinen Typenhäusern hielt er die Preise niedrig. Ganze Orte haben noch heute den typischen "Viebrock-Look".

      In Bremen träumten Bärbel und Heinz Buschmann seit der Geburt ihres Sohnes Ulf davon, die Vulkan-Werkswohnung zu verlassen. Doch das Ersparte reicht nicht für einen Neubau, sondern nur für ein altes Bauernhaus ohne Abwasseranschluss und Badezimmer. Ihre alte Kate bauten die Buschmanns über Jahrzehnte hinweg mit viel Eigenleistung aus. Bis irgendwann Ulf sein eigenes Zimmer bekam, Bärbel einen Swimmingpool und Heinz den Partyraum mit Theke.

      Der Bauboom der späten 60er-Jahre inspirierte den Regisseur Dieter Wedel zu seinem Spielfilm "Einmal im Leben - Die Geschichte eines Eigenheims". Der Dreiteiler über korrupte Bauunternehmer und einen desaströsen Hausbau war ein Straßenfeger und erreichte bei der Erstausstrahlung eine Einschaltquote von 68 Prozent. Die Autoren Anne-Kathrin Thüringer und Christian Mangels zeigen in ihrer Dokumentation, wie sehr sich die Menschen nach dem Krieg nach den eigenen vier Wänden sehnten und wie sich die Städte Norddeutschlands dadurch verändert haben.

      Film von Christian Mangels und Anne Kathrin Thüringer

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      Nacht von Samstag auf Sonntag, 16.01.22
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© ARD Play-Out-Center || 21.01.2022