• 02.08.2020
      14:15 Uhr
      Presseclub Der Wirecard-Skandal – Verspielt Deutschland seinen guten Ruf? | tagesschau24
       

      Die Insolvenz des Finanzdienstleisters Wirecard aus Bayern ist einer der größten Wirtschaftsskandale der deutschen Geschichte und eine Blamage für den Standort Deutschland. 50.000 Anleger wurden um ihr Geld geprellt. Wie konnte das geschehen? Und wieso wird in Deutschland oft erst gegen Wirtschaftskriminalität vorgegangen, wenn die Anleger ihr Geld bereits verloren haben? Über diese und andere Fragen diskutiert die Auslandschefin des WDR-Fernsehen Sabine Scholt mit:

      • Melanie Bergermann (WirtschaftsWoche)
      • Cerstin Gammelin (Süddeutsche Zeitung)
      • Stephan-Götz Richter (The Globalist.com)
      • Olaf Storbeck (Financial Times)

      Sonntag, 02.08.20
      14:15 - 15:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Die Insolvenz des Finanzdienstleisters Wirecard aus Bayern ist einer der größten Wirtschaftsskandale der deutschen Geschichte und eine Blamage für den Standort Deutschland. 50.000 Anleger wurden um ihr Geld geprellt. Wie konnte das geschehen? Und wieso wird in Deutschland oft erst gegen Wirtschaftskriminalität vorgegangen, wenn die Anleger ihr Geld bereits verloren haben? Über diese und andere Fragen diskutiert die Auslandschefin des WDR-Fernsehen Sabine Scholt mit:

      • Melanie Bergermann (WirtschaftsWoche)
      • Cerstin Gammelin (Süddeutsche Zeitung)
      • Stephan-Götz Richter (The Globalist.com)
      • Olaf Storbeck (Financial Times)

       

      Die Insolvenz des Finanzdienstleisters Wirecard aus Bayern ist einer der größten Wirtschaftsskandale der deutschen Geschichte und eine Blamage für den Standort Deutschland. Einst wurde der beispiellose Aufstieg vom kleinen Start-up zu einem der erfolgreichsten DAX-Unternehmen mit Banklizenz gefeiert. Endlich hatte Deutschland einen vermeintlichen Global Player für den bargeldlosen Zahlungsverkehr. Nun ist klar: 50.000 Anleger wurden um ihr Geld geprellt. Ein Fiasko für den Finanzplatz Deutschland. Denn der Aufstieg in den DAX war nur möglich durch jahrelange Fälschung der Bilanzen unter den Augen der Wirtschaftsprüfer von EY und den staatlichen Aufsichtsbehörden.

      Wie konnte das geschehen? Wieso ist die Staatsanwaltschaft nicht früher den Verdachtsmomenten nachgegangen, die die renommierte britische Wirtschaftszeitung „Financial Times“ immer wieder seit 2015 aufbrachte? Stattdessen ermittelt sie gegen den Journalisten Dan McCrum, der die Recherchen unermüdlich vorantreibt und von Wirecard als Lügner verunglimpft wird. Ein systemisches Versagen?

      Wieso wird in Deutschland oft erst gegen Wirtschaftskriminalität vorgegangen, wenn die Anleger ihr Geld bereits verloren haben? Müssten Unternehmensberatung und -prüfung nicht streng voneinander getrennt werden, so wie in den angelsächsischen Ländern? Und brauchen wir nicht endlich eine Behörde, die es als ihre Aufgabe sieht, gegen Wirtschaftskriminalität vorzugehen? Der Wirecard-Skandal – ruinieren wir gerade unseren guten Ruf?

      Darüber diskutiert die Auslandschefin des WDR-Fernsehen Sabine Scholt mit den Gästen:

      • Melanie Bergermann (WirtschaftsWoche)
      • Cerstin Gammelin (Süddeutsche Zeitung)
      • Stephan-Götz Richter (The Globalist.com)
      • Olaf Storbeck (Financial Times)

      Zu den Gästen:

      • Melanie Bergermann: Investigativ-Reporterin, WirtschaftsWoche

      Melanie Bergermann volontierte an der Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten und schrieb anschließend als Redakteurin für die „WirtschaftsWoche“ hauptsächlich über den Bereich Banken. 2009 wechselte sie zur Zeitschrift „Capital“ und kam 2012 als Investigativ-Reporterin zurück zur „WirtschaftsWoche“. Melanie Bergermann wurde mehrfach für ihre Berichterstattung ausgezeichnet. So erhielt sie 2009 den Henri Nannen Preis im Bereich „Investigation“ und zuletzt den Deutschen Journalistenpreis Wirtschaft im Bereich „Banken & Versicherungen“ . 2013 wurde sie zur Wirtschaftsjournalistin des Jahres ernannt. Derzeit schreibt sie an einem Buch über Wirecard.

      • Cerstin Gammelin: Stellvertretende Leiterin des Parlamentsbüros, Süddeutsche Zeitung

      Cerstin Gammelin studierte Werkstofftechnik in Chemnitz und wandte sich nach ihrem Diplom in Maschinenbau dem Journalismus zu. Zunächst arbeitete sie als Autorin und freie Journalistin für verschiedene Fachzeitungen. Anschließend war Cerstin Gammelin für „DIE Zeit“, den „Spiegel“ und die „Financial Times Deutschland“ tätig. 2005 wurde sie Korrespondentin im Hauptstadtbüro der „ZEIT“, bevor sie 2008 für die „Süddeutsche Zeitung“ als EU-Korrespondentin nach Brüssel ging. Im Mai 2015 wechselte Cerstin Gammelin in das Parlamentsbüro der "Süddeutschen Zeitung" nach Berlin, wo sie als stellvertretende Leiterin für Wirtschaftspolitik zuständig ist.

      • Stephan-Götz Richter: Herausgeber, The Globalist.com

      Stephan-Götz Richter studierte an der Universität in Bonn und war zwischen 1986 und 1987 „Congressional Fellow of the American Political Science Association”. Er gründete ein Unternehmen für globale Kommunikationsstrategie in Washington, das Regierungen, globale Bankunternehmen und Organisationen beriet. Von 1990 bis 1998 schrieb er zunächst als U.S.- Korrespondent für den „Rheinischen Merkur“ und monatliche Kolumnen für „CEO Magazine“ und später für eine Vielzahl internationaler Zeitungen, Magazine und Fernsehsender. 2000 gründete Stephan-Götz Richter das Online-Magazin „The Globalist“, das er seit 2016 aus Berlin unterhält.

      • Olaf Storbeck: Frankfurt Korrespondent, Financial Times

      Olaf Storbeck studierte Wirtschaftswissenschaften und Journalismus in Köln. 2001 ging er als Reporter für e-Business zum „Handelsblatt“ und 2005 entwickelte er dort den neuen Bereich zur aktuellen Wirtschaftsforschung. Nach elf Jahren verließ Olaf Storbeck 2012 das „Handelsblatt“ und berichtete für den „Reuters“-Kommentardienst „Breaking Views“. Heute schreibt er als Frankfurt Korrespondent der „Financial Times“. Er veröffentlichte mehrere Bücher. Zuletzt erschien 2009 „Die Jahrhundertkrise: Über Finanzalchemisten, das Versagen der Notenbanken und John Maynard Keynes“.

      Der Presseclub ist eine aktuelle Diskussionssendung, in der das jeweils wichtigste politische Thema der Woche aufgearbeitet wird. Journalistinnen und Journalisten mit unterschiedlichen Standpunkten analysieren aus unterschiedlichen Blickwinkeln politische Ereignisse und Entwicklungen. Dabei wird der Hintergrund von Schlagzeilen aufgehellt, und es entsteht im Dialog ein Wettstreit um die Interpretation von politischen Vorgängen. Für das Publikum ergibt sich damit ein Angebot von Meinungen, die sich in der Diskussion überprüfen lassen müssen und auf diese Weise ihre Glaubwürdigkeit und Plausibilität unter Beweis stellen müssen.

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© ARD Play-Out-Center || 10.08.2020