• 13.09.2019
      00:30 Uhr
      Weltbilder Moderation: Inka Schneider | tagesschau24 Mediathek
       

      Themen:

      • Italien: Land ohne Kinder
      • Großbritannien: Meer schluckt Küstenorte
      • Frankreich: der Stadtschäfer von Paris
      • Syrien/Irak: der Sklavenhandel des IS
      • Litauen: Wo die NATO den Bündnisfall übt

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 13.09.19
      00:30 - 01:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Italien: Land ohne Kinder
      • Großbritannien: Meer schluckt Küstenorte
      • Frankreich: der Stadtschäfer von Paris
      • Syrien/Irak: der Sklavenhandel des IS
      • Litauen: Wo die NATO den Bündnisfall übt

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Tobias Jahn
      Redaktionelle Leitung Clas Oliver Richter
      Redaktion Nicole Bölhoff
      Christiane Justus
      • Italien: Land ohne Kinder

      Die Geburtenrate in Italien ist im Rekordtief. Der Jugend fehlt das Vertrauen in die Zukunft. Gerade bildet sich die 66. Regierung in nur 73 Jahren. Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit sind hoch. Da denken immer weniger junge Leute über Bambini nach. Mit durchschnittlich 33 Jahren sind Italienerinnen, wenn sie ein Kind bekommen, heute älter als alle anderen Europäerinnen. Viele Frauen wie Männer sehen Kinder nicht mehr als Segen für ihr Leben, sondern als Bürde. So wie der Angestellte Enrico Ottaviani: "Das Leben ist schon kompliziert genug zwischen Arbeit, Steuern und Abgaben. Die wenigen freien Stunden am Tag willst du dich erholen, an dich denken, mit Freunden ausgehen. Ein Kind macht dir da einen Strich durch die Rechnung."

      • Großbritannien: Meer schluckt Küstenorte

      Immer mehr Küstenorte in Großbritannien kämpfen gegen die Erosion ihrer Küsten. So auch der walisische Küstenort Fairbourne mit seinen rund 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Nach Meinung von Experten liegt das am Klimawandel. Zig Millionen an Geldern sind bereits in Dämme und Deiche geflossen, um die Menschen vor dem Meer zu schützen. Doch jetzt kapitulieren die walisischen Behörden, sie fordern die Dorfbewohner auf, sich ein neues Zuhause zu suchen. Doch gerade viele der älteren Menschen können sich nicht einfach irgendwo anders ein neues Haus kaufen. Sie fühlen sich vom Staat im Stich gelassen. So wie Rentnerin Angela Thomas: "Fakt ist: Sie haben keine Antworten für uns. Sie wissen weder wohin sie uns umsiedeln können noch wann das geschehen soll. Es gibt keinerlei finanzielle Hilfe, keine Entschädigung. Und was uns besonders hart trifft: Falls man darauf besteht, dass wir alle den Ort verlassen, dann müssten Mike und ich die Kosten für den Abriss des Hauses selbst bezahlen!"

      • Frankreich: der Stadtschäfer von Paris

      Wie viele Metropolen der Welt leidet auch Paris zuweilen unter Lärm, Stress und einem drohenden Verkehrsinfarkt. Mehr Ruhe, Land und Beschaulichkeit für das geplagte Zentrum, das ist das Ziel von Guillaume Leterrier. Er stammt aus der Normandie und ist ein sogenannter Stadtschäfer. Regelmäßig führt er seine Schafherde in die Hauptstadt. Viele Pariser Bürgerinnen und Bürger finden das ungewöhnlich und erfrischend.

      • Syrien/Irak: der Sklavenhandel des IS

      Vor fünf Jahren haben Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates den Nordirak überrannt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden wurden getötet, vor allem Männer. Viele jesidische Frauen wurden vom IS als Sklavinnen verkauft. Lamiya ist eine von ihnen. Im nordsyrischen Rakka wurde sie von einem deutschen IS-Mitglied "gekauft", Martin Lemke. Er nennt sich Abu Yasir und ist mit drei Frauen verheiratet, darunter eine Deutsche. Sie schickt irgendwann eine Audionachricht an ihre Angehörigen in Deutschland. Ihr Mann habe gesagt "ich habe jetzt eine Sklavin gekauft. Für 800 Dollar. Sie ist Jesidin. Sie ist 30. Sie hat zwei Kinder." Nach mehreren Wochen verkauft Martin Lemke Lamiya weiter. Später bezahlen Angehörige 24.000 Dollar, um sie zu befreien. Menschenhandel, mit dem sich IS-Mitglieder finanzieren. Die Autoren haben die schwer traumatisierte Lamiya getroffen.

      • Litauen: Wo die NATO den Bündnisfall übt

      Gleich neben dem Ort Pabrade in der Nähe der weißrussischen Grenze liegt der größte Truppenübungsplatz Litauens. Hier trainiert die NATO den Bündnisfall. Seit zwei Jahren leitet Deutschland in dem baltischen Land ein multinationales Bataillon. Litauen liegt zwischen der russischen Enklave Kaliningrad und dem autokratisch regierten Weißrussland. Auch Bundeswehrsoldaten und -soldatinnen üben hier am "schweren Gerät". Durch Pabrade mit seinen 5.500 Einwohnerinnen und Einwohnern fahren fast täglich Panzer. Die meisten hier finden es gut, dass die Truppen da sind, auch wenn keiner direkt Angst vor einer russischen Invasion hat. Aber seit der Annexion der Krim sind alle hier wieder hellhörig geworden. Aber es gibt auch Leute, vor allem die, die russische Wurzeln haben, die von "Besatzern" sprechen. "Die sollen nach Hause fahren", sagen sie.

      Die Weltbilder blicken Woche für Woche bis zum Horizont und weiter. Sie erzählen die wichtigen Geschichten aus dem Ausland: bildstark und informativ. Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARD-Korrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts.

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© ARD Play-Out-Center || 16.09.2019