• 16.03.2018
      22:00 Uhr
      Nachtcafé Die Blicke der Anderen | SWR Fernsehen RP
       

      Um Himmels Willen, wie sieht die denn aus?! Huch, was ist denn mit dem passiert? Sie kommen uns auf der Straße entgegen und fesseln unsere Blicke, lösen Kopfschütteln oder Fassungslosigkeit aus. Ob wir wollen oder nicht - wir müssen uns einfach nach ihnen umdrehen: Menschen, die aus der Masse herausstechen, die nicht der Norm entsprechen. Wie offen sind wir für alles, was aus dem Rahmen fällt?

      Freitag, 16.03.18
      22:00 - 23:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Um Himmels Willen, wie sieht die denn aus?! Huch, was ist denn mit dem passiert? Sie kommen uns auf der Straße entgegen und fesseln unsere Blicke, lösen Kopfschütteln oder Fassungslosigkeit aus. Ob wir wollen oder nicht - wir müssen uns einfach nach ihnen umdrehen: Menschen, die aus der Masse herausstechen, die nicht der Norm entsprechen. Wie offen sind wir für alles, was aus dem Rahmen fällt?

       

      Um Himmels Willen, wie sieht die denn aus?! Huch, was ist denn mit dem passiert? Sie kommen uns auf der Straße entgegen und fesseln unsere Blicke, lösen Kopfschütteln oder Fassungslosigkeit aus. Ob wir wollen oder nicht - wir müssen uns einfach nach ihnen umdrehen: Menschen, die aus der Masse herausstechen, die nicht der Norm entsprechen.

      Die einen wollen gerade das: Auffallen um jeden Preis. Die skurrile wasserstoffblonde Erscheinung mit Katzenaugen, Stupsnase und XXL-Busen sorgt mit ihren unzähligen Schönheits-OPs für Aufsehen, sobald sie ihr Haus verlässt. Und findet das klasse.

      Andere wären froh, sie könnten in der Masse verschwinden und schämen sich, weil sie überall sofort im Fokus stehen. Denn sie müssen mit einer Behinderung oder einer Krankheit leben, die sofort jede Aufmerksamkeit auf sich zieht.

      Schnell macht sich bei Abweichungen von der vermeintlichen Norm Irritation breit, einige fühlen sich sogar provoziert. Paaren mit großem Alters- und extremem Größenunterschied weht oft ein Wind von hämischen Kommentaren entgegen, hinter ihren Rücken wird meist wild spekuliert und getuschelt.

      Wo die Liebe hinfällt. Jeder nach seiner Façon. Erlaubt ist, was gefällt. Wirklich? Auch wenn unsere Gesellschaft weltoffen, tolerant und verständnisvoll sein möchte und angeblich jeder seinen individuellen Lebensstil pflegen darf, bestimmen nach wie vor Vorurteile unser Denken. Wie offen sind wir wirklich für alles, was aus dem Rahmen fällt?

      Gäste:

      • Nathalie Volk und Frank Otto

      Fast 40 Jahre Altersunterschied liegen zwischen dem Model Nathalie Volk und dem Medienunternehmer Frank Otto. Sobald sich das Paar in der Öffentlichkeit bewegt, begegnen sie aufgrund der Altersdifferenz von fast zwei Generationen immer wieder Vorurteilen. "Ich fand reife Männer schon immer sexy", sagt Nathalie Volk. "Ich wirke ja auch jünger als ich tatsächlich bin", so Frank Otto. Aber auch durch Ihren luxuriösen Lebensstil wird das ungleiche Paar argwöhnisch beäugt und kassiert viele neidische und hämischen Kommentare.

      • Dominik Bloh

      Blicke, die von oben herab kommen, kennt Dominik Bloh zu Genüge. Elf Jahre hat er als Obdachloser auf der Straße gelebt und fühlte sich dort stets als Mensch zweiter Klasse. Duschen war nur selten möglich, was ihm zusätzlich noch Würde nahm: "Wenn Du ganz unten bist, glaubst Du irgendwann auch nicht mehr an Dich selbst. Durch die abfälligen Blicke der Passanten spürte ich ständig, dass ich nicht dazu gehöre", so der 29-Jährige rückblickend.

      • Tanja Biallas

      Wenn Tanja Biallas unterwegs ist, erfährt sie von ihrem Umfeld unterschiedliche Reaktionen: Unsicheres Wegschauen, entsetztes Anstarren bis hin zum Straßenseitenwechsel. Bei einem schweren Autounfall wurde fast die Hälfte ihrer Körperoberfläche verbrannt. Es folgte ein Operationsmarathon und eine Tortur mit unvorstellbaren Schmerzen. "Ich erinnere mich noch gut an meine erste Begegnung mit dem Spiegel. Ich sah einen Menschen, den ich nicht kannte."

      • Carina Kühne

      Schräge Blicke und abwertende Kommentare - das kennt auch Carina Kühne. Die 32-Jährige ist mit dem Down Syndrom auf die Welt gekommen und mit vielen Vorurteilen aufgewachsen. Als Inklusions-Aktivistin will sie mit diesen Klischees aufräumen. Auch als Schauspielerin ist es ihr wichtig, den Zuschauern neue Perspektiven auf Menschen mit Behinderung aufzuzeigen. So spielte sie 2014 die Hauptrolle in "Be my baby", der für den Grimme-Preis nominiert war.

      • Nils Strassburg

      Die Blicke des Publikums genießt auch Nils Strassburg, der als Deutschlands bester Elvis-Interpret gilt. Er sieht nicht nur aus wie der "King of Rock'n Roll", er hört sich auch so an wie sein Idol: "Als Sechsjähriger sah ich Elvis zum ersten Mal im Fernsehen und war fasziniert. Jemand, der so viel Leidenschaft auf der Bühne gibt, das hat mich beeindruckt." Seine Ähnlichkeit mit dem "King" ist verblüffend. Egal, wo der Schwabe als Elvis-Interpret auftritt, lässt er vor allem weibliche Zuschauerherzen höher schlagen

      • Ursula Nuber

      "Aufmerksamkeit ist die neue Währung", davon ist Ursula Nuber überzeugt. Wer in der schnelllebigen digitalen Zeit Erfolg haben will, für den seien besondere Alleinstellungsmerkmale fast unumgänglich, um sich von der Masse abzuheben, so die Psychotherapeutin. Deshalb sei der erste Eindruck, den man hinterlasse, nicht nur prägend, sondern geradezu weichenstellend, so die Psychologin.

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