• 30.07.2012
      23:30 Uhr
      Der entsorgte Vater Dokumentarfilm Deutschland 2008 | SWR Fernsehen RP
       

      Das Kind als Waffe im Geschlechterkrieg. Filmemacher Douglas Wolfsperger hat vier Väter mit der Kamera begleitet, denen der Umgang mit den eigenen Kindern verwehrt ist. Trotz aller unterschiedlicher Persönlichkeiten und Lebenswege teilen sie ein Schicksal: Sie können ihre eigenen Kinder nicht sehen, weil die ehemaligen Lebensgefährtinnen den Umgang von Vater und Kind über Wochen, Monate oder gar Jahre hinweg boykottieren. Dabei geht es nicht so sehr um das Wohl und den Schutz des Kindes, sondern um die Auseinandersetzungen mit dem getrennt lebenden Partner.

      Montag, 30.07.12
      23:30 - 00:50 Uhr (80 Min.)
      80 Min.
      Stereo

      Das Kind als Waffe im Geschlechterkrieg. Filmemacher Douglas Wolfsperger hat vier Väter mit der Kamera begleitet, denen der Umgang mit den eigenen Kindern verwehrt ist. Trotz aller unterschiedlicher Persönlichkeiten und Lebenswege teilen sie ein Schicksal: Sie können ihre eigenen Kinder nicht sehen, weil die ehemaligen Lebensgefährtinnen den Umgang von Vater und Kind über Wochen, Monate oder gar Jahre hinweg boykottieren. Dabei geht es nicht so sehr um das Wohl und den Schutz des Kindes, sondern um die Auseinandersetzungen mit dem getrennt lebenden Partner.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Douglas Wolfsperger

      Von fast allen Kindern wird die Trennung der Eltern als belastend und bedrohlich erlebt. Viele Kinder verlieren dabei einen Elternteil - zumeist den Vater. Die ganze Bandbreite der emotionalen Auswirkungen und der faktischen Konsequenzen gescheiterter Beziehungen und zerstörter Familienbande kommt in den Geschichten der vier Trennungsväter zum Vorschein.

      Aber auch ohne mangelnde Kooperation eines Elternteils wird die Geduld aller Beteiligten auf eine harte Probe gestellt: Sorgerechtsverfahren dauern durchschnittlich etwa sieben Monate, und Streitigkeiten um das Umgangsrecht können sich bedeutend länger hinziehen. Aus diesem Grunde wurde Deutschland wiederholt vom Europäischen Gerichtshof wegen "Missachtung des Menschenrechts auf Familienleben" verurteilt.

      Die missliche Lage, Vater zu sein und doch nicht fürs eigene Kind sorgen zu dürfen, durchlebt Regisseur und Produzent Douglas Wolfsperger seit mehr als vier Jahren. Der Kontakt zu seiner Tochter wird ihm per Gerichtsentscheid verwehrt. Anstatt den Kontakt zu ihr wiederherzustellen, hat das Gericht angeordnet, dass sich der Vater von der Tochter verabschieden soll. Auf seiner vorerst letzten Reise zur Tochter trifft er weitere Väter, die gegen Exfrauen, Ämter und Vorurteile kämpfen. Wütend, enttäuscht, traurig, manchmal naiv erzählen sie von ihren Erlebnissen. Auf unterhaltsame Weise entsteht nebenbei ein Stimmungsbild von deutschen Befindlichkeiten und vom Zustand unserer Gesellschaft.

      Regisseur Douglas Wolfsperger, 1957 in Zürich geboren und aufgewachsen in Friedrichshafen und Konstanz am Bodensee, drehte bereits als Schüler erste Super-8-Filme. Nach dem Abitur begann er ein Regiepraktikum beim Südwestfunk in Baden-Baden. 1982 erfolgte der Umzug nach München, dort Mitarbeit an Produktionen der Hochschule für Fernsehen und Film. 1985 drehte er seinen ersten eigenen Spielfilm. Seit Anfang der 90er Jahre hat er zudem zahlreiche Dokumentationen und Porträts erstellt. Mit seinem Spielfilm "Heirate mir! - Die Braut und ihr Totengräber" (1999) löste Wolfsperger eine der spannendsten Debatten der Popkultur aus. Grund war die umstrittene Besetzung der Hauptrolle ausgerechnet mit der schauspiel-unerfahrenen Verona Feldbusch. Im Jahre 2002 sorgte Wolfsperger mit seinem Film "Bellaria - So lange wir leben!" auf zahlreichen internationalen Festivals für Furore und erhielt eine Reihe von Auszeichnungen, unter anderem den Bayerischen Filmpreis, den Ernst-Lubitsch-Preis der deutschen Filmkritik sowie The Gold Plaque for Best Documentary in Chicago.

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