• 12.04.2018
      23:45 Uhr
      König Claus - Peymanns Leben für das Theater SWR Fernsehen BW
       

      Claus Peymanns Karriere begann stilecht mit einer "Publikumsbeschimpfung". Die Uraufführung von Peter Handkes gleichnamigen Drama machte den Regisseur 1966 mit einem Schlag bekannt. Er hatte die Studentenrevolte auf die Bühne gebracht. Weitere Stationen sind Bochum und Wien. Nach der Wiedervereinigung wechselt er in den Osten der Republik, ans legendäre "Berliner Ensemble". 2017 trat der 80-Jährige von seinem Posten zurück. Nach dem Ende seiner Karriere als Intendant der größten deutschsprachigen Bühnen kehrt Claus Peymann nach Stuttgart zurück, wo seine Karriere begann.

      Donnerstag, 12.04.18
      23:45 - 01:15 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      VPS 23:44
      Stereo HD-TV

      Claus Peymanns Karriere begann stilecht mit einer "Publikumsbeschimpfung". Die Uraufführung von Peter Handkes gleichnamigen Drama machte den Regisseur 1966 mit einem Schlag bekannt. Er hatte die Studentenrevolte auf die Bühne gebracht. Weitere Stationen sind Bochum und Wien. Nach der Wiedervereinigung wechselt er in den Osten der Republik, ans legendäre "Berliner Ensemble". 2017 trat der 80-Jährige von seinem Posten zurück. Nach dem Ende seiner Karriere als Intendant der größten deutschsprachigen Bühnen kehrt Claus Peymann nach Stuttgart zurück, wo seine Karriere begann.

       

      Stab und Besetzung

      Autor Andreas Ammer

      Nach dem Ende seiner Karriere als Intendant der größten deutschsprachigen Bühnen kehrt Claus Peymann nach Stuttgart zurück, wo seine Karriere begann: Er inszeniert in Stuttgart sich und Shakespeares König Lear. Im Film "König Claus" erinnert er sich an seine Stuttgarter Zeit (1974-79) als er als Sympathisant verdächtigt wurde und schimpft gleichzeitig laut über die Stuttgarter Verhältnisse heute.

      Claus Peymanns Karriere begann stilecht mit einer "Publikumsbeschimpfung". Die Uraufführung von Peter Handkes gleichnamigen Drama machte den Regisseur 1966 mit einem Schlag bekannt. Er hatte die Studentenrevolte auf die Bühne gebracht - das Fernsehen war dabei. Heute erzählt Peymann, mit welchem Trick er die Aufführung zu einem umjubelten Ereignis machte.

      1974 wird der streitbare Regisseur Claus Peymann Schauspieldirektor in Stuttgart. Er wird vom Publikum innig geliebt und von der Politik noch heftiger kritisiert. Sein größter Skandal wird ihm zum Verhängnis: Ein Spendenaufruf für einen Zahnersatz für die in Stuttgart inhaftierte Terroristin Gudrun Ennslin macht ihn als Staatstheaterintendanten untragbar. Das sozialdemokratische Bochum und das ehrwürdige Wiener Burgtheater sind die nächsten Stationen von Peymanns Karriere, die symptomatisch ist für die Geschichte deutschen Geistes in der Bundesrepublik.

      So als müsse er mit jeder Faser seines Körpers deutsche Geschichte nachvollziehen, wechselte Peymann, dem das Theater die Familie ersetzt, nach der Wiedervereinigung in den Osten der Republik, ans legendäre "Berliner Ensemble" (wo er dem Terroristen Christian Klar einen Praktikumsplatz anbietet). 2017 trat der 80-Jährige von seinem Posten zurück.

      Jetzt inszenierte Peymann - seine erste Arbeit als freier Regisseur im Alter - in Stuttgart Shakespeares "König Lear", das Drama vom abdankenden König, der sein Reich unter die Erben verteilt ... und daran zerbricht.

      Der Film "König Claus - Peymanns Leben für das Theater" beobachtet die Legende bei der oft emotionalen Probenarbeit in Stuttgart und blickt zugleich auf das Leben der Regielegende zurück. Der Regisseur Andreas Ammer sprach mit Zeit- und Weggenossen von Claus Peymann wie Harald Schmidt oder seinem langjährigen Mitstreiter Herrmann Beil. Er stöberte verborgene Archivschätze - wie ein ungesendetes Interview mit Thomas Bernhard - auf, besucht mit Peymann in einem emotionalem Moment die Gräber der RAF-Terroristen und erzählt auf neue Weise das an Skandalen und Erfolgen reiche Leben des Theaterberserkers Claus Peymann ... vielleicht der Letzte seiner Art.

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