• 14.06.2018
      23:45 Uhr
      Aprile Spielfilm Italien / Frankreich 1998 | rbb Fernsehen
       

      Der politisch links sehr engagierte Regisseur Nanni steht vor seiner größten Herausforderung: Sein Sohn wird bald das Licht der Welt erblicken, und Nanni will bereits im Voraus alle Unwägbarkeiten der Kindererziehung analysieren - und danach handeln. Hier liegt allerdings das Problem des intellektuellen Regisseurs: Er belässt es meistens beim Grübeln und Lamentieren. So auch bei seinen Filmen, die nie fertig werden. Doch dann kommt der kleine Pietro zur Welt, und Nanni beschließt, selbst erwachsen zu werden, um seinen Sohn optimal zu erziehen. Doch bei dem ewigen Kind und Narziss Nanni ist das nicht so einfach.

      Donnerstag, 14.06.18
      23:45 - 01:00 Uhr (75 Min.)
      75 Min.
      Stereo HD-TV

      Der politisch links sehr engagierte Regisseur Nanni steht vor seiner größten Herausforderung: Sein Sohn wird bald das Licht der Welt erblicken, und Nanni will bereits im Voraus alle Unwägbarkeiten der Kindererziehung analysieren - und danach handeln. Hier liegt allerdings das Problem des intellektuellen Regisseurs: Er belässt es meistens beim Grübeln und Lamentieren. So auch bei seinen Filmen, die nie fertig werden. Doch dann kommt der kleine Pietro zur Welt, und Nanni beschließt, selbst erwachsen zu werden, um seinen Sohn optimal zu erziehen. Doch bei dem ewigen Kind und Narziss Nanni ist das nicht so einfach.

       

      Italien, 1994: Silvio Berlusconi kommt zum ersten Mal an die Macht. Der linksintellektuelle Regisseur Nanni (Nanni Moretti) schäumt vor Wut über die italienische Mediengesellschaft im allgemeinen und die Passivität der Linken im Besonderen. Enttäuscht bricht er sein aktuelles Filmprojekt, ein Musical über einen trotzkistischen Konditor, ab - sehr zum Entsetzen des Hauptdarstellers Silvio (Silvio Orlando).

      Stattdessen will er sich einem Dokumentarfilm über die Wahlen 1996 widmen und die Kommunisten Italiens dabei genauso unter die Lupe nehmen wie sein absolutes Feindbild, den Medienzaren Berlusconi.

      Doch plötzlich wartet eine weitaus größere Herausforderung auf ihn: Seine Frau Silvia (Silvia Nono) ist im dritten Monat schwanger; und Nanni kümmert sich nur noch um die bald beginnende Erziehung seines Sohnes - umfassend natürlich, alle Aspekte sorgsam abwägend: Welche Musik soll im Kreissaal bei der Geburt gespielt werden, welche Filme soll Silvia während der letzten Schwangerschaftsmonate schauen?

      Als der kleine Pietro (Pietro Moretti) dann endlich auf die Welt kommt, wird Nanni klar, dass nun nur noch für ein Kind im Hause Platz ist; und schweren Herzens beschließt er, endlich erwachsen zu werden. Doch dies ist längst nicht so einfach, wie er glaubt.

      "Aprile", der zweite Teil der Moretti-Chronologie nach "Mein Tagebuch", ist das charmante, selbstironische Portrait eines Intellektuellen im politisch wirren Italien. Der Regisseur und Hauptdarsteller Moretti inszeniert sich selbst mit einem anarchischen, hintergründigen Humor, der immer wieder gerne mit dem Woody Allens verglichen wird. "Aprile" besticht durch treffsichere Kommentare Morettis zur italienischen Mediengesellschaft, Berlusconi, der Situation der Linken im Lande und natürlich zu seiner eigenen Person.

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