• 16.09.2020
      13:15 Uhr
      Die großen Seebäder (3/10) Hua Hin - Thailand | rbb Fernsehen
       

      Baden wie ein König - im thailändischen Hua Hin ist das fast möglich. Das ehemalige Fischerdorf wurde Anfang des vorigen Jahrhunderts vom thailändischen König zur Sommerresidenz erkoren und ist dies seitdem geblieben. Der Strand lockt daneben jedes Jahr Erholungssuchende aus der nahen Millionenstadt Bangkok und Touristen aus aller Welt an.

      Mittwoch, 16.09.20
      13:15 - 14:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Baden wie ein König - im thailändischen Hua Hin ist das fast möglich. Das ehemalige Fischerdorf wurde Anfang des vorigen Jahrhunderts vom thailändischen König zur Sommerresidenz erkoren und ist dies seitdem geblieben. Der Strand lockt daneben jedes Jahr Erholungssuchende aus der nahen Millionenstadt Bangkok und Touristen aus aller Welt an.

       

      Einer seiner Vorfahren hatte in den 1920er-Jahren die Schönheit des langen, weißen Sandstrands entdeckt. An diesem Strand gab es nur Fischerhütten. Der König baute sich dazwischen einen Palast und erkor Hua Hin zu seinem Sommersitz. Das machte Hua Hin berühmt.

      Bis heute hat das die Hua Hiner geadelt. Der König ist einer von ihnen. Im Ort hängen mehr und größere Plakate der Königsfamilie als im Rest von Thailand. König Bhumibol hat Hua Hin zu einem Seebad gemacht, das in- und ausländische Gäste anzieht.

      Besonders das alte Railway-Hotel erinnert an den Charme der 1920er-Jahre. In dem lang gezogenen Kolonialbau hat sich anscheinend nichts verändert. Es ist wie ein Sinnbild von Hua Hin. Bevor die königliche Verwandtschaft sich selbst Strandhäuser baute, stieg auch sie im Railway-Hotel ab. Das Hotel ist weitläufig, der tropische Park mit den unglaublichen Buchsbaumskulpturen riesig, die Angestellten in ihren thailändischen Hofkostümen immer lächelnd zu Diensten, sodass der Gast sich hier fühlen kann wie ein König.

      Heute besitzen viele Familien der Bangkoker High Society in Hua Hin Häuser, die sie nur ein paar Monate im Jahr nutzen. Die weniger Betuchten kommen über das Wochenende von Bangkok und mieten sich in Hotels ein. Sie alle lieben den Strand und den leichten Wind, der hier immer weht und die smoggeplagten Bangkoker durchatmen lässt.

      Wenn es in Europa kalt wird, kommen auch die Westler nach Hua Hin. Sie haben die Angewohnheit, sich wochenlang jeden Tag in die Sonne zu legen. Den Hua Hinern ist das unverständlich. Wer hier im Freien arbeiten muss, verhüllt Hände, Kopf und manchmal auch das ganze Gesicht, um keine Sonne abzukriegen. Die thailändischen Touristen kommen am ganz frühen Morgen oder am späten Nachmittag, kurz vor der Dämmerung zum Strand. Sie gehen angezogen ins Wasser und "spielen im Meer", so heißt das hier. Schwimmer sieht man unter ihnen nie. Die Nähe zum Wasser ist das, was sie anzieht. Der Strand ist das Wichtigste beim "Baden". Hier lassen sie sich nieder zum Picknicken, zum Massieren, zum Essen, zum Spielen.

      Die alten Einwohner von Hua Hin haben einem rasanten Wandel zugeschaut. Die meisten stammen aus kinderreichen, armen Fischer- oder Bauernfamilien, sind aufgewachsen in einem Dorf ohne geteerte Straßen und Elektrizität und sind heute Restaurant- oder Hotelbesitzer. So wie die resolute "Mem", wie sie in Hua Hin jeder nennt. "Mem", das 13. Kind eines Imbiss-Standbesitzers, hat heute ein Strandrestaurant, einen Massagesalon und ist Mitglied des Rotary-Clubs Hua Hin.

      Die Autorin Ulrike Bremer hat die alten Hua Hiner getroffen: beispielsweise Pon, der schon seit 40 Jahren im Railway-Hotel arbeitet; einen Nostalgiker, der alles sammelt, was er aus den zerfallenden alten Sommerhäusern retten kann, um sein Heimatmuseum zu bestücken; einen 90-jährigen ehemaligen Profigolfer, der am ältesten Golfplatz Thailands eine Karriere vom Balljungen zum Profi gemacht hat. Die Autorin hat aber auch Thailands einzigen Weinberg besucht, war im Dschungel im Hinterland und bei einem Elefantenpoloturnier.

      Während der Dreharbeiten fand in Hua Hin auch das berühmte internationale Jazzfestival statt, natürlich am Strand. Die Hua Hiner haben es zu Ehren von König Bhumibol eingeführt. Er liebte den Jazz, und die Bewohner von Hua Hin eifern ihm nach.

      Der Film zeigt, wie sich westliche Kultur, die der König nach Hua Hin gebracht hat, mit buddhistischer Gelassenheit und mystischem Geisterglauben zu einer ganz eigenen Mischung fügt.

      Film von Ulrike Bremer

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