• 30.03.2018
      00:30 Uhr
      ZDF-History: Der Untergang der Sowjetunion Von Gorbatschow bis Putin | PHOENIX
       

      Vor 25 Jahren in einer verborgenen Jagd-Residenz inmitten der riesigen Wälder nahe Brest im heutigen Weißrussland kommt es am 7. und 8. Dezember 1991 zu einem konspirativen Treffen, das den Untergang der Supermacht Sowjetunion besiegelt. Präsident Gorbatschow, der die Sowjetunion reformieren will, wird in jenen Stunden vor vollendete Tatsachen gestellt. Auf dem abgelegenen Staatsanwesen unterzeichnen die Präsidenten der damaligen sowjetischen Teilrepubliken Russlands, Weißrusslands und der Ukraine ein Dokument, in dem sie die Auflösung der Sowjetunion erklären, und die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) gründen.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 30.03.18
      00:30 - 01:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Vor 25 Jahren in einer verborgenen Jagd-Residenz inmitten der riesigen Wälder nahe Brest im heutigen Weißrussland kommt es am 7. und 8. Dezember 1991 zu einem konspirativen Treffen, das den Untergang der Supermacht Sowjetunion besiegelt. Präsident Gorbatschow, der die Sowjetunion reformieren will, wird in jenen Stunden vor vollendete Tatsachen gestellt. Auf dem abgelegenen Staatsanwesen unterzeichnen die Präsidenten der damaligen sowjetischen Teilrepubliken Russlands, Weißrusslands und der Ukraine ein Dokument, in dem sie die Auflösung der Sowjetunion erklären, und die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) gründen.

       

      Vor 25 Jahren in einer verborgenen Jagd-Residenz inmitten der riesigen Wälder nahe Brest im heutigen Weißrussland kommt es am 7. und 8. Dezember 1991 zu einem konspirativen Treffen, das den Untergang der Supermacht Sowjetunion besiegelt. Präsident Gorbatschow, der die Sowjetunion reformieren will, wird in jenen Stunden vor vollendete Tatsachen gestellt. Auf dem abgelegenen Staatsanwesen unterzeichnen die Präsidenten der damaligen sowjetischen Teilrepubliken Russlands, Weißrusslands und der Ukraine ein Dokument, in dem sie die Auflösung der Sowjetunion erklären, und die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) gründen.

      phoenix-Autor Ignaz Lozo erhielt als erster westlicher Fernsehjournalist Zutritt zu der abgelegenen Staats-Residenz, in der mit dem Auflösungsvertrag damals auch das Ende des Kalten Krieges besiegelt wurde. Im Dezember 1991 tappte die Weltöffentlichkeit im Dunkeln was an jenem Ort wirklich geschah. Die deutsche Agentur DPA konnte zunächst nur vermelden: "+++ Geheimverhandlungen über die Bildung einer neuen Union +++ an einem nicht näher genannten Ort +++ unter Ausschluss der Öffentlichkeit". Der promovierte Osteuropahistoriker Lozo geht den Fragen auf den Grund: Was genau passierte in der Jagd-Datscha an jenem Wochenende im Dezember 1991 wirklich? Wie konnte die hochgerüstete Sowjet-Weltmacht untergehen? Und wie steht eigentlich Wladimir Putin zum Zerfall des sowjetischen Imperiums? Filmautor Lozo konnte zwei noch lebende Hauptakteure des Geheimtreffens ausführlich interviewen, wie es zu diesem welthistorischen Schritt kam: den ehemaligen ukrainischen Präsidenten Krawtschuk und seinen weißrussischen Kollege Schuschkewitsch.

      Die Phoenix-Dokumentation rekonstruiert die dramatischen Monate dieses epochalen Ereignisses mittels Interviews mit unmittelbaren Zeitzeugen und Hauptakteuren sowie neu aufgespürtem Filmmaterial, das ein Kameramann aus Minsk an jenen Dezembertagen 1991 in der Jagd-Datscha weltexklusiv aufnahm. Aus der Luft mit der Drohnen-Kamera und auf Spurensuche am Boden führt der Film an Originalschauplätze, die heute schwer zugänglich sind und zuvor teilweise noch nie von einem deutschen Fernsehteam besucht werden konnten. Die Bilder des gescheiterten Panzer-Putsches einiger Hardliner gegen Gorbatschow vom August 1991 gingen um die Welt. Dagegen sind die genaueren Umstände des folgenschweren Treffens nahe der weißrussischen Stadt Brest in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Für die USA und Europa von besonderer Brisanz in jenen Tagen im Dezember war die Frage, was mit den sowjetischen Atomwaffen geschieht, die nach dem Zerfall des Sowjetreiches nicht mehr unter der einheitlichen Kontrolle Moskaus stehen würden.

      Die Politik des heutigen russischen Präsidenten Wladimir Putin wird häufig als der Versuch gedeutet, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Ähnlich dem imperialem Machstreben der Sowjetunion – so seine Kritiker – strebe auch er nach Einfluss, Land und Macht auf dem Territorium des untergangenen Reiches, so zum Beispiel im Baltikum und der Ost-Ukraine. Die phoenix-Dokumentation zeigt, wie stark sich Putins Haltung zur Demokratisierung und zur Auflösung der Sowjetunion über die Zeit wandelte. In dem Umbruchsjahr 1991 stellte er sich noch auf die Seite der Demokratieverteidiger und gegen sowjetische Hardliner, die im August 1991 versuchten gegen Gorbatschow zu putschen. In einem späteren Interview im russischen Fernsehen dagegen sprach er sich mit kämpferischer Wortwahl rückblickend für den Erhalt der Sowjetunion aus: „Man hätte dafür kämpfen müssen, dass unser Staatsterritorium unversehrt bleibt.“ (15. Dezember 2011).

      „Der Zerfall der Sowjetunion ist ein epochales historisches Ereignis, dessen Erschütterungen und schwieriges Erbe auch ein Vierteljahrhundert danach noch spürbar sind“, so der Leiter der phoenix-Dokumentationsredaktion Jean-Christoph Caron, „daher ist der filmdokumentarische Blick zurück auf den Dezember 1991 heute von großer geopolitischer Brisanz.“ So bietet phoenix zu

      sätzlich am 21. Dezember einen ganzen Thementag „Ende und Erbe einer Weltmacht - 25 Jahre Zerfall der Sowjetunion“ mit spannenden Dokumentationen über den dramatischen Zusammenbruch des einst größten sozialistischen Staates der Welt. Dieser trat formell am 25. Dezember 1991 mit dem Rücktritt des sowjetischen Staatspräsident Michail Gorbatschow in Kraft, jenem Tag als über dem Kreml die rote Flagge eingezogen wurde.

      Auf Phoenix erfolgt die Erstausstrahlung der 60-Minuten-Langfassung am 8. Dezember um 20:15 Uhr. Eine 45min. Kurzfassung wird später als ZDF-History sowie auf ZDFinfo ausgestrahlt.

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      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 30.03.18
      00:30 - 01:15 Uhr (45 Min.)
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