• 17.07.2018
      12:45 Uhr
      Zarensturz Das Ende der Romanows | PHOENIX
       

      Der Aufstand im Februar 1917 stürzte Nikolaus II., die Rote Revolution im Oktober ermordete ihn. Es war das Ende der Romanows, ein Wendepunkt der Weltgeschichte. Nicht die "Bolschewiki", sondern bürgerliche Kräfte, gemäßigte Sozialdemokraten, revoltierende Arbeiter, aber auch Adlige und Militärs setzten der 300-jährigen Herrschaft der Romanows ein Ende. Den blutigen Schlussstrich unter ihre Ära aber zogen die Roten Revolutionäre. Von Angesicht zu Angesicht erschossen sie den Zaren und seine Familie.

      Dienstag, 17.07.18
      12:45 - 13:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Der Aufstand im Februar 1917 stürzte Nikolaus II., die Rote Revolution im Oktober ermordete ihn. Es war das Ende der Romanows, ein Wendepunkt der Weltgeschichte. Nicht die "Bolschewiki", sondern bürgerliche Kräfte, gemäßigte Sozialdemokraten, revoltierende Arbeiter, aber auch Adlige und Militärs setzten der 300-jährigen Herrschaft der Romanows ein Ende. Den blutigen Schlussstrich unter ihre Ära aber zogen die Roten Revolutionäre. Von Angesicht zu Angesicht erschossen sie den Zaren und seine Familie.

       

      100 Jahre nach den beiden Revolutionen in Russland richtet die Dokumentation "Zarensturz - Das Ende der Romanows" den Blick auf das Geschehen von 1917 - mit szenischen Rekonstruktionen, Aufnahmen von Originalschauplätzen, zum Teil unbekannten Dokumenten und Historiker-Stimmen zum aktuellen Forschungsstand. Die Autoren präsentieren zudem ein Tondokument, das Aufschluss gibt, wie sich die Täter auf die Hinrichtung vorbereiteten und wie sie darüber dachten. Es ist das Bekenntnis des Tschekisten Grigori Nikulin: "Wie dem auch sei. Wir machten kurzen Prozess."
      Es war eine historische Zäsur nicht nur mit Blick auf die Zukunft Russlands, sondern auch Europas. Kein europäisches Herrscherhaus hatte seine Lebenswelt so prunkvoll und seine Regierung so autokratisch gestaltet wie die Romanows. Doch der Erste Weltkrieg legte die Brüchigkeit und Entrückung der Zaren-Herrschaft drastisch offen. Im Februar 1917 brach in Petrograd eine Revolte aus, die nicht mehr zu stoppen war, begleitet von einem Generalstreik. Entscheidend: Teile des Militärs schlugen sich auf die Seite der Arbeiter. Vor einem Blutbad schreckte der russische Kaiser diesmal, anders als bei früheren Unruhen, zurück. Nach wenigen Tagen dankte er ab, fast sang- und klanglos. Russland wurde Republik, erhielt die liberalste Verfassung seiner Geschichte. Doch die gemäßigten bürgerlichen und sozialdemokratischen Kräfte der provisorischen Regierung wurden der Lage nicht Herr. Und sie führten den beim Volk längst verhassten Krieg weiter. Es war ausgerechnet das deutsche Kaiserreich, das dem Berufsrevolutionär Lenin im April 1917 die Heimkehr aus dem Schweizer Exil ermöglichte, jene legendäre Zugfahrt über deutschen Boden nach Russland. Der vormals verbannte Führer der Bolschewiken sicherte zu, den Krieg sofort zu beenden und zwar unter den Bedingungen der Deutschen, dafür unterstützen sie ihn. Am 24./25. Oktober nach julianischem, am 6./7. November nach gregorianischem Kalender, rissen die Bolschewiki die Macht an sich, ein blutiger Bürgerkrieg zwischen "Weiß" und "Rot", zwischen Zarentreuen, Liberalen und gemäßigten Linken auf der einen und den Gefolgsleuten Lenins auf der anderen Seite, entbrannte.

      Film von Stefan Brauburger und Oliver Halmburger

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