• 04.01.2020
      18:45 Uhr
      Was wäre wenn… Die Perser bei Marathon gesiegt hätten? | phoenix
       

      In der Folge "Was wäre wenn… Die Perser bei Marathon gesiegt hätten?", entwerfen Experten ein durchaus plausibles Szenario, demzufolge die Perser nach einem Sieg mit ihrem Herrschaftsstil, ihrer Architektur und Kultur den Menschen Europas langfristig und bis heute spürbar ihren Stempel aufgedrückt hätten. Dabei entlarvt die Geschichts-Reihe immer wieder verbreitete Klischees und einseitige Urteile.

      Samstag, 04.01.20
      18:45 - 19:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      In der Folge "Was wäre wenn… Die Perser bei Marathon gesiegt hätten?", entwerfen Experten ein durchaus plausibles Szenario, demzufolge die Perser nach einem Sieg mit ihrem Herrschaftsstil, ihrer Architektur und Kultur den Menschen Europas langfristig und bis heute spürbar ihren Stempel aufgedrückt hätten. Dabei entlarvt die Geschichts-Reihe immer wieder verbreitete Klischees und einseitige Urteile.

       

      Generationen bekamen in der Schule beigebracht, dass es Demokratien in Europa wohl nicht gegeben hätte, wenn die alten Athener mit ihren demokratischen Ideen nicht gewesen wären. Die Schlacht bei Marathon 490 vor Christus, in der die Soldaten Athens in Unterzahl gegen das gewaltige Heer von Perserkönig Dareios I. siegten, sei ein Wendepunkt der Weltgeschichte gewesen, der auf direktem Wege und quasi zwangsläufig zu unseren Demokratien von heute geführt habe. Andernfalls hätte bei einem Sieg der Perser eine "orientalische Despotie" gedroht, so stellten es schon antike Chronisten dar. Bis heute ist dieser Mythos verbreitet, das alte Persien und somit auch der heutige Iran seien kulturell unterlegene Erzfeinde des demokratischen Westens. Doch was ist an diesen politischen Mythen rund um die Feindschaft zwischen Griechen und Persern und den Folgen der berühmten Schlacht von Marathon wirklich dran? Das phoenix-Geschichtsformat "Was wäre, wenn... die Perser bei Marathon gesiegt hätten?" hinterfragt diese Aussage wissenschaftlich-kritisch mit Hilfe der Historiker und Altorientalisten Prof. Alexander Demandt, Prof. Robert Rollinger und Prof. Gregor Weber. Sie diskutieren in einer Art geschichtlichem Planspiel mehrere plausible Szenarien, nach denen unsere Geschichte ganz anders verlaufen wäre. Das Historiker-Team belegt, dass das alte Persien über eine reiche Kultur verfügte. "Die ersten persischen Herrscher galten als ideale Könige und hatten ein sehr gutes Renommée, auch bei den Griechen selber", betont Prof. Alexander Demandt. Trotz der Kriegshandlungen zwischen Griechen und Persern habe es einen regen Handel und Kulturaustausch zwischen den beiden Mächten gegeben: "Die Dinge waren wesentlich stärker vernetzt und weniger gegensätzlich, als das spätere Narrativ uns weismachen will", so der österreichische Altorientalist Prof. Robert Rollinger. Auch unter persischer Herrschaft  hätten die demokratischen Ideen Athens laut Historiker Prof. Gregor Weber fortbestehen können: "Die Perser haben mitnichten nur aristokratische Regime eingesetzt, sondern sie haben auch Demokratien eingesetzt". So entlarvt das kontrafaktische Geschichtsexperiment der phoenix-Doku-Reihe verbreitete Mythen und einseitige Urteile und führt vor Augen, welche verschiedenen Verläufe der Geschichte möglich sind. Für registrierte Nutzer ist eine Preview im Vorführraum verfügbar.

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      Samstag, 04.01.20
      18:45 - 19:30 Uhr (45 Min.)
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      Stereo

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