• 03.01.2020
      08:50 Uhr
      Vilnius Spurensuche im Jerusalem des Nordens | phoenix
       

      Vilnius ist eine Stadt der Denkmäler, sie pflegt ihre Heroen. Manche werden geehrt, andere nicht erwähnt, obwohl sie oder ihre Ahnen von hier stammen. John Lennon, der nie hier war, wurde mit einem Denkmal bedacht. Andere wie Leonard Cohen und Bob Dylan, deren Wurzeln in Litauen liegen, nicht. Eine einzige von ursprünglich 100 Synagogen wird heute noch genutzt als Gebetshaus für die verbliebene kleine jüdische Gemeinschaft.

      Freitag, 03.01.20
      08:50 - 09:00 Uhr (10 Min.)
      10 Min.
      Stereo

      Vilnius ist eine Stadt der Denkmäler, sie pflegt ihre Heroen. Manche werden geehrt, andere nicht erwähnt, obwohl sie oder ihre Ahnen von hier stammen. John Lennon, der nie hier war, wurde mit einem Denkmal bedacht. Andere wie Leonard Cohen und Bob Dylan, deren Wurzeln in Litauen liegen, nicht. Eine einzige von ursprünglich 100 Synagogen wird heute noch genutzt als Gebetshaus für die verbliebene kleine jüdische Gemeinschaft.

       

      Was haben Leonhard Cohen, Harrison Ford, Barbra Streisand, Shimon Peres und Michael Bloomberg gemeinsam? Nicht zu vergessen Marc Chagall und Nadime Gordimer, Benjamin Netanjahu und Bob Dylan? Sie alle haben ihre Wurzeln in Litauen. Dessen Hauptstadt Vilnius war mal ein Zentrum jüdischen Geistes, vier von zehn Bewohnern waren Juden  bis zu jenen Zeiten, die Amit Belaite die "besonderen Umstände" nennt. Die Medizinerin, 25, gehört zu jener Generation junger litauischer Juden, deren Neugier grösser als ist als der Schmerz. Vilnius zählte einmal über hundert Synagogen. Heute reicht ein Gebetshaus für die 2500 Mitglieder. Die  Litwaks - die litauischen Juden - waren berühmt für ihren Geist und ihre Glaubensstrenge - und sie lebten siebenhundert Jahre Seite an Seite mit den Litauern. "Es gibt es nur drei Jerusalems: das Himmlische, die Hauptstadt Israels und  das  Jerusalem des Nordens. Lasst uns das schätzen, pflegen und zusammen wiederaufbauen" sagt Daniel Lupshitz, Berater des Bürgermeister von Vilnius. Der Israeli und Litauer ist auch einer der Menschen, die für den jüdischen Aufbruch stehen.  Für die phoenix-Reportagereihe "mein Ausland spezial" geht Dokumentarfilmer Tilmann Bünz gemeinsam mit der jungen Medizinerin und dem jüdischen Aktivisten durch Vilnius - auf der Suche nach der verlorenen Zeit  und den großen Namen. Ob die berühmten Litwaks in aller Welt wohl an einen Besuch in der Heimat ihrer Ahnen denken? Der Weg zurück zu den Wurzeln ist mit gemischten Gefühlen verbunden. Auch der berühmte Sänger und Dichter Leonard Cohen liess sich mit dem Besuch in Litauen viel Zeit. Als es dann konkret wurde nach vielen Gesprächen zwischen Vilnius und seinem Haus in Los Angeles, war es zu spät. Sein Tod 2016 verhinderte eine geplante Reise - und einen feierlichen Empfang in der  Heimat seiner jüdischen Vorfahren.

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      Freitag, 03.01.20
      08:50 - 09:00 Uhr (10 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 07.12.2019