• 01.03.2018
      07:00 Uhr
      Mein Ausland: Sonnensturm und Himmelszauber Winterreise zum Polarlicht | PHOENIX
       

      Im Winterhalbjahr flimmert das Polarlicht Aurora Borealis nachts über den Horizont. Sonnenstürme schicken ihre Energie auf die Erde, so entsteht das faszinierende Phänomen. Hoch im Norden Europas zieht das Naturschauspiel die Menschen seit Jahrtausenden in seinen Bann. Die Ureinwohner, die Sami, hielten das Nordlicht für ein schlechtes Zeichen. Es wurde nur leise geredet, wenn das Polarlicht am Himmel zu sehen war. Bis heute hält sich die Sitte unter den Sami, über das Polarlicht erst zu sprechen, wenn es dunkel geworden ist. Aber es hat sich auch einiges geändert, in Schwedisch-Lappland.

      Donnerstag, 01.03.18
      07:00 - 07:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Im Winterhalbjahr flimmert das Polarlicht Aurora Borealis nachts über den Horizont. Sonnenstürme schicken ihre Energie auf die Erde, so entsteht das faszinierende Phänomen. Hoch im Norden Europas zieht das Naturschauspiel die Menschen seit Jahrtausenden in seinen Bann. Die Ureinwohner, die Sami, hielten das Nordlicht für ein schlechtes Zeichen. Es wurde nur leise geredet, wenn das Polarlicht am Himmel zu sehen war. Bis heute hält sich die Sitte unter den Sami, über das Polarlicht erst zu sprechen, wenn es dunkel geworden ist. Aber es hat sich auch einiges geändert, in Schwedisch-Lappland.

       

      Im Winterhalbjahr flimmert das Polarlicht Aurora Borealis nachts über den Horizont. Sonnenstürme schicken ihre Energie auf die Erde, so entsteht das faszinierende Phänomen. Hoch im Norden Europas zieht das Naturschauspiel die Menschen seit Jahrtausenden in seinen Bann. Die Ureinwohner, die Sami, hielten das Nordlicht für ein schlechtes Zeichen. Es wurde nur leise geredet, wenn das Polarlicht am Himmel zu sehen war. Bis heute hält sich die Sitte unter den Sami, über das Polarlicht erst zu sprechen, wenn es dunkel geworden ist. Aber es hat sich auch einiges geändert, in Schwedisch-Lappland.

      Denn inzwischen haben fremde Menschen hier ihr Glück gefunden: Chad Blakely zum Beispiel. Der US-Amerikaner ist vor ein paar Jahren nach Abisko gekommen, einem kleinen Ort kurz vor der schwedisch-norwegischen Grenze an der Erzbahntrasse von Kiruna nach Narvik. Durch Zufall entdeckte er, dass die Menschen aus südlicheren Regionen der Erde geradezu süchtig nach den bizarren Lichterscheinungen sind. Seitdem veranstaltet er Fotokurse für Polarlicht-Touristen, die inzwischen zu Tausenden in jedem Winter nach Abisko kommen. Vor allem aus Asien. Sie reisen aus China bis nach Lappland, lassen sich von Temperaturen bis minus 30 Grad nicht abschrecken und hoffen, dass sie Aurora Borealis einmal selbst erleben können.

      Abisko gilt inzwischen als Mekka des Polarlicht-Tourismus. Das Mikroklima und die dunklen Nächte rund um die 80-Einwohner-Gemeinde sorgen dafür, dass man das Nordlicht hier so gut erleben kann wie sonst kaum irgendwo auf der Welt. Jack Hong aus Schanghai ist für vier Tage nach Abisko gekommen. Er ist extra aus den USA angereist, wo er gerade studiert. In Asien erzählt man sich viele Geschichten über das Polarlicht. Es soll Glück bringen, jungen Paaren, die sich Kinder wünschen, genauso wie Alleinreisenden auf Partnersuche. Ob der Single Jack aus diesem Grund hergekommen ist oder ob es "nur" das Interesse am Fotografieren des Himmelsphänomens ist, will er nicht verraten.

      Aber der Polarlicht-Boom birgt auch Gefahren für die einzigartige Natur in Lappland. Forscher Urban Brandström sorgt sich um die Auswirkungen, die die vielen Touristen auf das einsame Lappland haben könnten. Bisher versuchen sie in Abisko, das große Interesse am Polarlicht nicht zum Massentourismus verkommen zu lassen. Aber das gute Geschäft will sich auch niemand entgehen lassen. Denn den Trip hinter den Polarkreis lassen sich die Reisenden eine Menge Geld kosten. Urban Brändström sind die Wünsche und Träume der Touristen ganz gleich. Der Forscher vom Institut für Weltraumphysik ist dem Polar- oder Nordlicht aus anderen Gründen auf der Spur. Er forscht leidenschaftlich nach den Ursachen der Stürme auf der Sonne. Denn sie haben große Auswirkungen auf die Erde.

      Nicht nur, dass sie das Polarlicht hervorrufen, sondern sie verändern auch das Magnetfeld der Erde. In den USA habe es schon Stromausfälle gegeben, weil die Stürme auf der Sonne so viel Energie freigesetzt hätten, berichtet Urban Brandström. Deshalb ist es wichtig, so viele Informationen wie möglich zu sammeln. Und in seinem Labor in Kiruna ist der richtige Platz dafür. Er arbeitet eng zusammen mit der Weltraumforschungsstation Esrange in Nordschweden, ein wichtiger Raketenstart steht kurz bevor.

      Die größte Stadt im schwedischen Teil Lapplands ist Kiruna. Vor mehr als 100 Jahren wurde unter Kiruna ein gigantisches Eisenerz-Vorkommen entdeckt. Inzwischen weiß man, es ist das größte bekannte Eisenerz-Vorkommen der Welt. Die Bergbaustadt wurde in den kalten Weiten Lapplands buchstäblich aus dem Boden gestampft, inzwischen leben mehr als 20.000 Menschen in Kiruna. Weil sich aber der Boden senkt und Risse durch den jahrzehntelangen Abbau entstanden sind, muss ganz Kiruna jetzt umziehen. Die ganze Stadt wird um mehr als zwei Kilometer verlegt. Ein Riesen-Projekt, das erst im Jahr 2030 abgeschlossen sein wird, wenn die Zeitpläne eingehalten werden können. Und viele der Einwohner müssen auf einmal ihre Wohnungen und Häuser aufgeben.

      ARD-Korrespondent Clas Oliver Richter erlebt auf der Reise durch Schwedisch-Lappland die Faszination des Polarlichts und das vielfältige Interesse an diesem Naturphänomen. Und er macht Station in Kiruna, einer Stadt zwischen Abriss und Neubau!

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 15.07.2018