• 09.04.2018
      04:10 Uhr
      Robotron - High Tech made in GDR Film von Kerstin Mauersberger | PHOENIX
       

      "Robotron" - eine DDR-Wortschöpfung, die "Roboter" und "Elektronik" verbindet. Die Zauberworte einer neuen Epoche. Ein Unternehmensname, der für Fortschritt und Hightech stehen sollte. 1969 wurde das Kombinat "robotron" - durchaus nach dem Vorbild westlicher Konzerne - aus verschiedenen Betrieben zusammengefügt. Allein in Mitteldeutschland gab es 16 Standorte, in die 400 Millionen Mark für Neubauten und Modernisierungen investiert wurden. Die SED-Wirtschaftsstrategen verbanden die größten Hoffnungen und Ambitionen damit.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 09.04.18
      04:10 - 04:50 Uhr (40 Min.)
      40 Min.
      Stereo

      "Robotron" - eine DDR-Wortschöpfung, die "Roboter" und "Elektronik" verbindet. Die Zauberworte einer neuen Epoche. Ein Unternehmensname, der für Fortschritt und Hightech stehen sollte. 1969 wurde das Kombinat "robotron" - durchaus nach dem Vorbild westlicher Konzerne - aus verschiedenen Betrieben zusammengefügt. Allein in Mitteldeutschland gab es 16 Standorte, in die 400 Millionen Mark für Neubauten und Modernisierungen investiert wurden. Die SED-Wirtschaftsstrategen verbanden die größten Hoffnungen und Ambitionen damit.

       

      "Robotron" - eine DDR-Wortschöpfung, die "Roboter" und "Elektronik" verbindet. Die Zauberworte einer neuen Epoche. Ein Unternehmensname, der für Fortschritt und Hightech stehen sollte.

      1969 wurde das Kombinat "robotron" - durchaus nach dem Vorbild westlicher Konzerne - aus verschiedenen Betrieben zusammengefügt. Allein in Mitteldeutschland gab es 16 Standorte, in die 400 Millionen Mark für Neubauten und Modernisierungen investiert wurden. Die SED-Wirtschaftsstrategen verbanden die größten Hoffnungen und Ambitionen damit. Das Kerngeschäft von "robotron" bestand von Anfang an darin, Computer, Rechentechnik sowie das entsprechende Zubehör in Serie herzustellen. Für die DDR und für den Export.

      In den zwanzig Jahren seines Bestehens wurde "robotron" zum größten Industriekombinat der DDR und gleichzeitig zum Inbegriff dessen, was an moderner Technik im Sozialismus möglich war. Bei Insidern im In- und Ausland waren die Leistungen der "robotron"-Ingenieure durchaus anerkannt. Dennoch wurde "robotron" das Image des ewigen Zweiten nie los. Der Abstand zur stets angestrebten Weltspitze wurde nicht kleiner, sondern im Laufe der Jahre immer größer. Obwohl die "robotroner", wie sie sich selbst nannten, den Bits und Bites durchaus kreativ und engagiert auf den Fersen blieben.

      1989 zählte die Belegschaft des Kombinates 68.000 Ingenieure, Techniker, Wissenschaftler und Produktionsarbeiterinnen. 21 Betriebe - in Dresden, Weimar, Sömmerda, Karl-Marx-Stadt, Erfurt, Radeberg, Zella-Mehlis, Bad Liebenwerda, Pirna, Leipzig. Der Umsatz belief sich auf 12,8 Milliarden DDR-Mark. Eine Erfolgsgeschichte, die ein Jahr später allerdings zu Ende gehen sollte. Am 1.7.1990 wird das Kombinat Robotron ad acta gelegt. Zwar konnten nur 5 Prozent der Belegschaft in Nachfolgeunternehmen direkt weiterbeschäftigt werden, doch darüber hinaus förderte das Potential der hochqualifizierten "robotron"-Fachkräfte die Unternehmensansiedlungen im Großraum Dresden. Insofern reicht die Erfolgsgeschichte bis in die Gegenwart.

      Mit der Spurensuche Robotron wird erstmals ein Blick in den Kern eines der DDR-Vorzeigeunternehmen geworfen. Wie sah der Kampf um Weltniveau konkret aus? Unter welchen Zwängen, mit welchen Anreizen wurde gedacht, gearbeitet, belohnt? Der Alltag eines sozialistischen High-Tech-Unternehmens. Im Fokus stehen dabei jene, die dem Unternehmen Leben einhauchten: Techniker, Ingenieure, Leiter, Arbeiter, Menschen also, die im Rahmen der Planwirtschaft irgendwie versuchten, Produkte mit Weltniveau zu produzieren. Erfolge, Schicksale und Scheitern.

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