• 01.03.2020
      14:00 Uhr
      phoenix history Vor 30 Jahren: GrĂŒndung der Treuhandanstalt | phoenix
       

      Darin enthalten die Dokumentationen:
      Das Erbe der Treuhand (1/2) Aufbruch und Ausverkauf Film von Heike Nelsen und Florian Hartung Die Treuhand wird bis heute fĂŒr das Trauma der Wendezeit verantwortlich gemacht. Der anfĂ€ngliche Freudentaumel war schnell verflogen: Jobverluste, Firmenpleiten und das Veröden ganzer Landstriche prĂ€gen das Nachwende-Empfinden im Osten bis heute. Hat die Treuhand versagt, oder war die schmerzhafte Abwicklung der DDR-Wirtschaft unvermeidlich? "Uns

      Sonntag, 01.03.20
      14:00 - 17:00 Uhr (180 Min.)
      180 Min.
      Stereo

      Darin enthalten die Dokumentationen:
      Das Erbe der Treuhand (1/2) Aufbruch und Ausverkauf Film von Heike Nelsen und Florian Hartung Die Treuhand wird bis heute fĂŒr das Trauma der Wendezeit verantwortlich gemacht. Der anfĂ€ngliche Freudentaumel war schnell verflogen: Jobverluste, Firmenpleiten und das Veröden ganzer Landstriche prĂ€gen das Nachwende-Empfinden im Osten bis heute. Hat die Treuhand versagt, oder war die schmerzhafte Abwicklung der DDR-Wirtschaft unvermeidlich? "Uns

       

      e gesagt, dass unser Betrieb von der Treuhand ĂŒbernommen wird und dass es sicher eine Möglichkeit gibt, wie der Betrieb weiterexistieren kann", erinnert sich Antonia Kalich. Alle waren ĂŒberzeugt: Das schaffen wir. Doch dann erwischte es ihren Betrieb, VEB Elektroporzellan in Großdubrau, gleich am Anfang. Eine Sanierung sei aussichtslos, da das Werk fehldimensioniert und der Umsatz rĂŒckgĂ€ngig sei, so die Bewertung der Treuhand. Die Mitarbeiter wurden entlassen. Selbst der technische Direktor, damals 51 Jahre alt, hat - wie so viele - nie mehr eine Stelle bekommen. Bis heute merkt er das an seiner kleinen Rente. So wie ihm ist es vielen ergangen. Auch Familie Heissig wurde von den VerĂ€nderungen ĂŒberrollt. Vater Werner hatte vor der Wende in Eisenach den Wartburg mit gebaut. Das ganze Leben war mit dem Betrieb verbunden - mit der Treuhand kam das Aus.
      Das Erbe der Treuhand (2/2) Wut und Wirklichkeit Film von Christin Köppen und Florian Hartung Hat die Treuhand die ostdeutsche Industrie plattgemacht und ein kollektives Trauma ausgelöst? Oder war sie ein willkommener Blitzableiter fĂŒr den Zorn der Menschen? Auch 30 Jahre nach der Wende wird darĂŒber gestritten, wie gut oder schlecht die Anstalt ihren Job gemacht hat. Der zweite Teil der Bestandsaufnahme widmet sich den Jahren 1991 bis 1995 unter Treuhand-PrĂ€sidentin Birgit Breuel. Dass sich in den 90ern nicht nur Ostdeutsche an der Treuhand die ZĂ€hne ausbissen, zeigt das Beispiel von Christopher Schwarzer aus MĂŒnchen, der fĂŒr die Treuhand Ostbetriebe analysierte. Von dem VEB Elastic Mieder, der in Zeulenroda UnterwĂ€sche herstellte, war er so begeistert, dass er seinen Job an den Nagel hĂ€ngte und als Investor einstieg. Der Umsatz verdreifachte sich, die Firma galt wieder als Vorzeigeobjekt. Dann forderte die Treuhand die Darlehen ein: drei Millionen D-Mark. Die finanzielle Situation des Unternehmens wurde kritisch. Schwarzer hoffte auf Entgegenkommen, es ging immerhin um die ArbeitsplĂ€tze von 200 Angestellten. Doch die Treuhand blieb hart - am Ende stand die Insolvenz.
      Orte der Arbeit Aufbruch und Niedergang Film von AndrĂ© Berthold Sie war schön, aber selten lukrativ, und sie war immer da: Arbeit in der DDR war mehr als nur ein LebensgefĂŒhl. Es war die Luft, die in den Fabrikhallen dampfte und das GlĂŒck, eine neue Wohnung zu ergattern. Es war der Ort, wohin man morgens schlich und woher man meist viel zu spĂ€t zurĂŒckkehrte: Arbeit war die Welt, zu der man gehört, ohne je gefragt zu haben. Und mit dem Verlust der Arbeit erlebten Millionen Menschen nach der Wende einen massiven Umbruch.
      Orte der Arbeit Aufbruch und Alltag Film von Simone Unger In der DDR prĂ€gten die ĂŒber achttausend Betriebe den Alltag der Menschen. Hier ging man mittags zur Kantine und zwischendurch auch zum Friseur, hier gab man die Kinder morgens ab und ging spĂ€ter noch ins Klubhaus. Hier musste man Rechenschaft ablegen, wenn die Norm wieder nicht erfĂŒllt wurde und hier bekam man auch den Ferienplatz. Das alles ist jetzt knapp dreißig

      tanden, werden heute Wohnanlagen oder Einkaufszentren gebaut. Was von der Vergangenheit bleibt, sind die Menschen, die sie erlebt haben: Wohin fĂŒhren die Spuren, die heute noch sichtbar sind? Woran erinnern sich die Frauen von der ZĂŒndholz-Fabrik in Riesa noch gern, was bewegt die Schuhmacherin aus dem Kombinat in Weißenfels? Was wurde aus den Maschinenbau-Kombinat TAKRAF in Leipzig und wie gelang es ausgerechnet den Traktorenwerkern in Schönebeck, wieder zu einem der fĂŒhrenden Unternehmen Europas aufzusteigen?
      In "phoenix history" erinnern wir an herausragende historische Ereignisse und Entwicklungen, mit deren Vermittlung und Einordnung phoenix einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung leistet. Von der Antike bis zur aktuellen Zeitgeschichte spannt sich der Erinnerungsbogen. Auf diesen historischen Zeitreisen zeigen wir klassische Dokumentationen, Reportagen im Stil einer historischen Spurensuche bis hin zu großen zeitgeschichtlichen Doku-Dramen. Mit dieser Vielfalt der Formen wollen wir komplexe Themen besser verstĂ€ndlich machen.

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      Sonntag, 01.03.20
      14:00 - 17:00 Uhr (180 Min.)
      180 Min.
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 23.02.2020