• 28.07.2019
      00:00 Uhr
      phoenix history Die Deutschen II | phoenix
       

      Die Dokumentationsreihe "Historische Ereignisse" erzählt die Geschichte der prägenden Figuren der deutschen Geschichte und gewährt Einblicke in die verschiedenen Epochen und die jeweilige Lebenswelt der Deutschen.
      Dokumentationen:

      • Thomas Müntzer und der Krieg der Bauern
      • August der Starke und die Liebe
      • Karl Marx und der Klassenkampf
      • Ludwig II. und die Bayern

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 28.07.19
      00:00 - 03:00 Uhr (180 Min.)
      180 Min.
      Stereo

      Die Dokumentationsreihe "Historische Ereignisse" erzählt die Geschichte der prägenden Figuren der deutschen Geschichte und gewährt Einblicke in die verschiedenen Epochen und die jeweilige Lebenswelt der Deutschen.
      Dokumentationen:

      • Thomas Müntzer und der Krieg der Bauern
      • August der Starke und die Liebe
      • Karl Marx und der Klassenkampf
      • Ludwig II. und die Bayern

       

      Die Dokumentationsreihe "Historische Ereignisse" erzählt die Geschichte der prägenden Figuren der deutschen Geschichte und gewährt Einblicke in die verschiedenen Epochen und die jeweilige Lebenswelt der Deutschen.

      Im ersten Teil steht der Priester Thomas Müntzer im Blickpunkt. Er wandte sich zur Zeit der Reformation gegen die kirchliche und weltliche Obrigkeit und forderte für alle Menschen das gottgegebene Recht auf Freiheit und Gleichheit. Seinen blutigen Höhepunkt erreichte der Konflikt in der Schlacht von Frankenhausen und seiner Hinrichtung im Jahr 1525.

      Der dritte Film in der Reihe zeigt Karl Marx, der Weltgeschichte schrieb, auch in seiner Herkunft, als Privatmann und Familienvater. 1883 starb der zu Lebzeiten kaum bekannte Autor, von Krankheiten und Schicksalsschlägen heimgesucht, im Londoner Exil. Erst nach seinem Tod entfaltete die Sprengkraft seiner - oft umgedeuteten oder falsch verstandenen - Ideen ihre durchschlagende Wirkung.

      Die Deutschen II
      Thomas Müntzer und der Krieg der Bauern
      Film von Martin Carazo Mendez

      Es war die Zeit der Umwälzung, die Reformation rüttelte an der bestehenden Ordnung. 1521 herrschte Aufruhr im sächsischen Zwickau: Der junge Priester Thomas Müntzer (1489 bis 1525), der an der Marienkirche predigte, wandte sich gegen die kirchliche und weltliche Obrigkeit und forderte für alle Menschen das gottgegebene Recht auf Freiheit und Gleichheit.

      Müntzer war kein Mann der Kompromisse. Die Kirchenkritik Luthers, den er einst bewundert hatte, ging ihm nicht weit genug. Nicht nur das Papsttum, auch die ständisch geprägte weltliche Ordnung war ihm ein Dorn im Auge. Christus sei in einem Viehstall geboren, schrieb er, er sei auf der Seite der Armen und Entrechteten. Die Fürsten, die in Pelzmäntel gekleidet auf Seidenkissen säßen, seien "Christo ain greuel". In einer Schrift "wider das geistlose, sanftlebende Fleisch zu Wittenberg" nahm er 1524 gegen Luther Stellung und bekräftigte seine Absicht, eine gerechtere Ordnung durchzusetzen - notfalls mit Gewalt.

      Nach Müntzers theologischer Überzeugung fordert die Heilige Schrift die Freiheit des Menschen. Er wurde von den Fürsten misstrauisch beäugt und geriet immer wieder in Konflikt mit der Obrigkeit. Als 1524 der Deutsche Bauernkrieg ausbrach, schlug Müntzer sich auf die Seite der Landleute. Bald wurde er zu einer Leitfigur des Aufstands.

      Seinen blutigen Höhepunkt erreichte der Konflikt mit den Landesherren in der Schlacht von Frankenhausen. Der Kampf mit ungleichen Waffen, mit Musketen gegen Mistgabeln, geriet zum Massaker. Die Niederlage der Bauern besiegelte auch Müntzers Schicksal. Als Bauernführer und Ketzer gefoltert, wurde er 1525 vor den Toren der Stadt Mühlhausen hingerichtet.

      Die Deutschen II
      August der Starke und die Liebe
      Film von Yury Winterberg und Jan Peter

      Er gilt als einer der schillernden Monarchen der Neuzeit: Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen, genannt "August der Starke" (1670 bis 1733). Seine fürstliche Selbstdarstellung war nur mit der eines anderen europäischen Monarchen vergleichbar: Ludwigs XIV. Der Hof Augusts sollte dem des französischen Sonnenkönigs in nichts nachstehen. Hunderte Feste, Bälle, Maskeraden und Tierhatzen veranstaltete der König jedes Jahr. Dem 1,76 Meter großen und 121 Kilogramm schweren August eilte sein Ruf als "der Starke" weit voraus. Der "sächsische Herkules" soll Hufeisen mit bloßen Händen zerbrochen haben. Bekannt wurde er als Mann, der schöne Frauen liebte. Mehr als ein Dutzend Mätressen des lebensfrohen Monarchen sind bekannt, zahlreiche uneheliche Nachkommen hat er mit ihnen gezeugt.

      Nur ein Sohn entstammte seiner Ehe mit Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth. Keine seiner Mätressen übertrifft die Gräfin Cosel an Ruhm. Mit ihr teilte er mehr als zehn Jahre sein Bett, bevor sie ein tragisches Schicksal ereilte: Weil sie sich zu sehr in die Politik einmischte, wurde sie auf eine Festung verbannt und dort bis zu ihrem Tod - 49 Jahre später - gefangen gehalten. Als August den sächsischen Thron bestieg, drängte er den Einfluss des Adels zurück und etablierte sich selbst als Prototyp des absolutistischen Herrschers in Deutschland. Seine prachtvolle Hofhaltung, die rege Bautätigkeit und seine Sammelwut verwandelten Dresden in eine prunkvolle barocke Metropole und brachten dem Kurfürstentum eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte.

      Außenpolitisch hatte er eine weniger glückliche Hand: Als im Jahr 1696 der polnische König Jan III. Sobieski starb, versuchte August, den Thron der polnischen Wahlmonarchie zu erringen. Dafür zahlte er einen hohen Preis: Der protestantische Kurfürst trat dafür zum Katholizismus über entsetzte damit viele seiner Untertanen. Außerdem stürzte er sein Land in hohe Schulden, um die benötigten Bestechungsgelder für den polnischen Adel aufbringen zu können. Weiterhin hatte es August im Norden mit einer aufstrebenden Militärmacht zu tun: Preußen. Im Wettstreit zwischen den beiden Mächten in Deutschland konnte es am Ende nur einen Sieger geben.

      Die Deutschen II
      Karl Marx und der Klassenkampf
      Film von Peter Hartl

      Er ist einer der wirkungsvollsten Bestsellerautoren der Weltgeschichte, und doch haben die Wenigsten sein Werk vollständig gelesen. Seine Lehre wurde zu einer Ersatzreligion, auch wenn der Urheber sich nie als Glaubensstifter verstand, sondern als wissenschaftlicher Analytiker. "Ich bin kein Marxist", kokettierte Karl Marx (1818 bis 1883), der mit seinem Werk wie kein Deutscher seit Luther den Lauf der Weltgeschichte beeinflusste. Ab Mitte des 20. Jahrhundert wurde etwa die Hälfte der Menschheit von Regierungen geführt, die sich auf den deutschen Denker beriefen.

      In seinem Hauptwerk "Das Kapital" sezierte Karl Marx, geprägt von dialektischen und materialistischen Modellen seiner Zeit, mit brillanter Tiefenschärfe die komplexen Zusammenhänge von Geld und Warenwelt. Seine Sicht auf das soziale Elend der frühen Industriezeit schärfte der Fabrikantensohn Friedrich Engels. Von seinem Gesinnungsfreund inspiriert, schuf Marx 1848 im "Kommunistischen Manifest" das theoretische Rüstzeug für eine internationale Arbeiterbewegung, die später in sozialdemokratisch orientierten Parteien ihren Siegeszug antrat. Sein Gedankengut diente aber auch als Legitimation für kommunistische Diktaturen, die dazu beitrugen, dem 20. Jahrhundert einen totalitären Stempel aufzudrücken.

      Dabei hatte der scharfsinnige, bisweilen sarkastische Theoretiker es vermieden, sich allzu sehr in die Belange der praktischen Politik einzumischen. Gleichwohl zogen deren Folgen ihn mit seiner Familie zeitlebens in Mitleidenschaft. Seit die preußische Regierung die von ihm geleitete, regierungskritische Rheinische Zeitung in Köln 1843 verboten hatte, verbrachte Karl Marx die Hälfte seines Lebens als politisch Verfolgter im Exil. In Paris, Brüssel und London wurde er zum klarsichtigen Zeugen der Revolutionen und Umwälzungen des 19. Jahrhunderts, die er in einem ebenso umfangreichen wie fragmentarisch gebliebenen Gesamtwerk kommentierte.

      Die Deutschen II
      Ludwig II. und die Bayern
      Film von Friedrich Klütsch

      Mythen und Legenden ranken sich um die Gestalt Ludwigs II. von Bayern (1845 bis 1886), der als "Märchenkönig" in die Geschichte eingegangen ist. Er habe die Politik gescheut und sich vor allem seinen schwärmerischen Leidenschaften hingegeben: den Opern Richard Wagners und dem Bau prunkvoller Schlösser wie Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee. Doch Ludwig war keineswegs nur ein versponnener Träumer, sondern verfolgte klare politische Ziele.

      Er glaubte an das "Dritte Deutschland", an eine ei

      genständige Kraft neben Preußen und Österreich. Der föderale Staatenbund der kleinen und mittleren deutschen Länder war Mitte des 19. Jahrhunderts ein Gegenmodell zu einem Bundesstaat unter preußischer Führung. Scheitern wird die Vision am politischen Genie Otto von Bismarcks und der militärischen Stärke des Hohenzollern-Staates.
      Im "Deutschen Krieg" von 1866 setzte sich Preußen nicht nur gegen Österreich, sondern auch gegen die mit Habsburg verbündeten "dritten" deutschen Staaten durch. Bayern verlor nach dem Friedensvertrag mit Preußen die Kontrolle über die eigene Armee. Ein Souveränitätsverlust, der sich mit dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 fortsetzte. Bismarck nutzte den militärischen Triumph zur Schaffung des Deutschen Kaiserreichs.

      In diesem geeinten Reich wurde der bayerische König mehr und mehr zur exotischen Randfigur. Er verlegte sich fortan auf das Bauen, um wenigstens auf dem Gebiet der Architektur seiner Herrschaft einen Rest von Glanz und Würde zu verleihen. Fernab der Residenzstadt München errichtete er Schlösser, die als weithin sichtbare Monumente an die Epoche des Absolutismus erinnern sollten. Bald konnte der König seine kostspieligen Bauvorhaben nicht mehr aus eigener Tasche finanzieren. Hoch verschuldet drohte Ludwig auch seiner Regierung mit der Absetzung. Ihr wollten die Minister mit einem Staatsstreich zuvor kommen. Der Machtkampf wird den letzten "wahren" König Bayerns das Leben kosten. Wie der Monarch ums Leben kam, ist bis heute ungeklärt. Die Umstände seines Todes werden in diesem Film untersucht.

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      Nacht von Samstag auf Sonntag, 28.07.19
      00:00 - 03:00 Uhr (180 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 15.10.2019