• 21.04.2018
      16:30 Uhr
      Menschen hautnah: Oma geht nach Afrika Ein Film von Ines Jacob - Oma geht nach Afrika | PHOENIX
       

      Lydia Fisk ist 71 Jahre alt. In Afrika war sie zwei Mal, das ist viele Jahre her. Geboren ist sie im Sauerland, seit 20 Jahren wohnt sie in ihrem kleinen Fachwerkhaus in Euskirchen. Die Pianistin hat viele Jahre als Musikagentin gearbeitet und gibt noch immer Klavierunterricht. Sie ist zweimal geschieden und hat von zwei afrikanischen Männern zwei uneheliche erwachsene Kinder. Bis vor wenigen Wochen hat sie sich um einen ihrer Enkel gekümmert, doch der Teenager braucht sie nun nicht mehr. Sie ist frei - aber einsam. Und dann hat sie eine Idee: Warum nicht ihren Kindheitstraum verwirklichen? Warum nicht nach Afrika auswandern?

      Samstag, 21.04.18
      16:30 - 17:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Lydia Fisk ist 71 Jahre alt. In Afrika war sie zwei Mal, das ist viele Jahre her. Geboren ist sie im Sauerland, seit 20 Jahren wohnt sie in ihrem kleinen Fachwerkhaus in Euskirchen. Die Pianistin hat viele Jahre als Musikagentin gearbeitet und gibt noch immer Klavierunterricht. Sie ist zweimal geschieden und hat von zwei afrikanischen Männern zwei uneheliche erwachsene Kinder. Bis vor wenigen Wochen hat sie sich um einen ihrer Enkel gekümmert, doch der Teenager braucht sie nun nicht mehr. Sie ist frei - aber einsam. Und dann hat sie eine Idee: Warum nicht ihren Kindheitstraum verwirklichen? Warum nicht nach Afrika auswandern?

       

      Lydia Fisk hat einen Plan: Sie will eine Musikakademie gründen - in Tansania, am Fuße des Kilimandscharo. Lydia Fisk ist 71 Jahre alt. In Afrika war sie zwei Mal, das ist viele Jahre her.

      Geboren ist sie im Sauerland, seit 20 Jahren wohnt sie in ihrem kleinen Fachwerkhaus in Euskirchen. Die Pianistin hat viele Jahre als Musikagentin gearbeitet und gibt noch immer Klavierunterricht, um ihre kleine Rente aufzubessern. Sie ist zweimal geschieden und hat von zwei afrikanischen Männern zwei uneheliche erwachsene Kinder.

      Bis vor wenigen Wochen hat sie sich um einen ihrer Enkel gekümmert, doch der Teenager braucht sie nun nicht mehr. Niemand braucht sie mehr in Deutschland, sagt sie. Sie ist frei - aber einsam. Alle nabeln sich ab, nur Oma nicht - Lydia Fisk empfindet eine große Leere in ihrem Leben.

      Und dann hat sie eine Idee: Warum nicht ihren Kindheitstraum verwirklichen? Warum nicht nach Afrika auswandern? Vielleicht wird sie da gebraucht? Afrika hat sie schon immer begleitet in ihrem Leben. Als Kind ist sie fasziniert von den vielen Briefen, die ihr Großvater von seinem afrikanischen Patenkind, dem späteren ersten afrikanischen Bischof bekommt. Auch als Erwachsene hat sie Afrika nie losgelassen.

      In den letzten 10 Jahren sammelt sie mit Benefiz-Konzerten in ihrem kleinen Haus und Spenden-Bitten an Sponsoren fast 160.000 Euro, finanziert unter anderem eine Schweinefarm, einen Brunnen und - eine Halfpipe für Skater. Lydia Fisk macht ernst: Sie verkauft ihr kleines Fachwerkhaus in Euskirchen, samt den beiden Klavierflügeln und den antiken Möbeln. Der Rest wird verschenkt.

      Innerhalb von nur sechs Wochen will sie auswandern. Und hat bis dahin noch viel zu tun: Ein letztes Konzert geben. Die Fitness-Matte und die Faszienrolle einpacken. Leere jedenfalls empfindet sie jetzt nicht mehr. Noch hat sie keinen Flügel für ihren Plan und vor allem keinen Klavierstimmer, aber schon ein Haus in Aussicht, das zur Musikakademie werden soll.

      Als sie in Afrika ankommt, stellt sie fest, Tansania ist fast noch so wie es vor 30 Jahren war, als sie schon mal da war. Und sie will am liebsten gleich wieder zurück. Weil sie merkt, dass keiner auf sie gewartet hat? Wird sie in Afrika finden, was sie für sich sucht und wird ihr gelingen, was sie sich erhofft - nämlich mit 71 Jahren noch mal ein ganz neues Leben anzufangen? Menschen hautnah hat sie dabei begleitet.

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