• 22.11.2019
      00:45 Uhr
      Nowa Amerika Eine deutsch-polnische Utopie | phoenix
       

      Nowa Amerika ist ein "Land dazwischen". Eine Wirklichkeitskonstruktion an der deutsch-polnischen Grenze. Ein Land, das keine fest definierten Grenzen hat und dessen Staatsangehörigkeit jeder Mensch erwerben kann, der dies möchte. Filmemacher Kristof Kannegießer erkundet nowa-amerikanisches Gebiet rund um die deutsche Stadt Frankfurt/Oder und das polnische Pendant SIubice. Die beiden Städte tragen in der eigens entwickelten Amtssprache den deutsch-polnischen Namen SIubfurt. Er besucht Künstler, Journalisten, Rentner und Studenten, die das Projekt Nowa Amerika als Staatsbürger mit Leben erfüllen. Und er s

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 22.11.19
      00:45 - 01:45 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Nowa Amerika ist ein "Land dazwischen". Eine Wirklichkeitskonstruktion an der deutsch-polnischen Grenze. Ein Land, das keine fest definierten Grenzen hat und dessen Staatsangehörigkeit jeder Mensch erwerben kann, der dies möchte. Filmemacher Kristof Kannegießer erkundet nowa-amerikanisches Gebiet rund um die deutsche Stadt Frankfurt/Oder und das polnische Pendant SIubice. Die beiden Städte tragen in der eigens entwickelten Amtssprache den deutsch-polnischen Namen SIubfurt. Er besucht Künstler, Journalisten, Rentner und Studenten, die das Projekt Nowa Amerika als Staatsbürger mit Leben erfüllen. Und er s

       

      stellt sich die Frage, ob ein offenes Land wie Nowa Amerika eine Alternative zu nationaler Abschottung und Protektionismus sein kann. Gibt es ein Land, das keinen Menschen durch Grenzen oder Gesetze davon abhält, am politischen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen? Ein Land, in dem jeder Staatsbürger werden kann, indem er sich einfach selbst dafür entscheidet? Ein Land, in dem der Humor und das Spielerische die Politik bestimmen?
      "Nowa Amerika" - ein Landstrich in der deutsch-polnischen Grenzregion mit konfliktreicher Vergangenheit Der Filmemacher Kristof Kannegießer macht sich auf die Reise durch "Nowa Amerika", das all diese Eigenschaften zu besitzen scheint. Nowa Amerika, das von seinem Staatsgründer, dem Künstler Michael Kurzwelly, als "das Land dazwischen" bezeichnet wird. Es liegt in der deutsch-polnischen Grenzregion rund um Frankfurt/Oder und SIubice. Ein Landstrich, der von den politischen Konflikten der letzten Jahrzehnte stark geprägt wurde: Krieg, Vertreibung, Um- und Neuansiedlung, Diskriminierung von Volksgruppen und immer wieder territoriale Streitigkeiten und Grenzverschiebungen. Heute gilt die Region - auf polnischer wie auf deutscher Seite - als abgehängte Provinz, gezeichnet von Strukturschwäche, gegenseitigen nationalen Vorurteilen und Grenzkriminalität. Eine "Staats"-Neugründung ohne fest definierte Grenzen als Wirklichkeitskonstruktion Michael Kurzwelly nennt Nowa Amerika eine Wirklichkeitskonstruktion. Eine Idee, die auf der Landkarte beginnt: Die deutsch-polnische Grenze wird einfach ausradiert, nowaamerikanische Bundesstaaten werden gegründet, Städte bekommen neue Namen in der eigens entwickelten Amtssprache, einem Mischmasch aus Deutsch und Polnisch. So wird aus den Städten Frankfurt/Oder und dem polnischen SIubice, die vor Ende des Zweiten Weltkriegs eine Stadt waren und nur durch den Grenzfluss Oder geteilt sind, die wiedervereinigte Metropole SIubfurt. Eisenhüttenstadt mutiert zu Eisenhutastadt und Szczecin (ehemals: Stettin) vereinigt seine deutsch-polnische Geschichte sinnbildlich in dem Namen Szczettin. Wo das Land anfängt und aufhört, weiß niemand genau. Es hat ja keine fest definierten Grenzen. Aktivisten nutzen Nowa Amerika als Netzwerk Aber Nowa Amerika existiert nicht nur in den Köpfen von Menschen und auf der Landkarte. Mittlerweile sind es über 300 Aktivisten - Künstler, Journalisten, Studenten, Rentner, Migrationsbeauftragte von Gemeinden - die Nowa Amerika als ein Netzwerk bürgergesellschaftlicher und kultureller Arbeit nutzen. Michael Kurzwelly und seine Mitstreiter machen städtische Brachen urbar für interkulturelle Zusammentreffen. Sie versuchen, den Tourismus in der strukturschwachen Region zu stärken und führen Projekte zur Aufarbeitung der Geschichte ihrer Region an Schulen durch. In den letzten Jahren ist vor allem die Arbeit mit Flüchtlingen in den Mittelpunkt gerückt. Nowa Amerika: Ursprung im 18. Jahrhundert gegen Auswandererw

      elle Die Idee von Nowa Amerika geht auf eine viel ältere Wirklichkeitskonstruktion zurück: Im 18. Jahrhundert, als diese Region von einer Hungersnot heimgesucht wurde und viele der Einheimischen nach Amerika auswandern wollten, ließ Friedrich der Große riesige Sümpfe trockenlegen und Dämme bauen. "Hier ist euer neues Amerika", hieß das Schlagwort. Die Bauern bekamen ein Stück Land geschenkt und wurden so davon abgehalten, auszuwandern. Die Siedlungen trugen exotische Namen wie Philadelphia, Connecticut und Neu York. Auf seiner Reise durch das Land begegnet Regisseur Kristof Kannegießer verschiedenen Nowa Amerikanern und trifft eine Familie, die aus den USA nach Nowa Amerika umgezogen ist. Er eröffnet ein Konto auf der Zeitbank, schaut sich das Parlament an und macht Urlaub in der "Weißen Zone", dem nowa-amerikanischen Urlaubsparadies. Ein Roadmovie durch ein unbekanntes Land.

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      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 22.11.19
      00:45 - 01:45 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 17.11.2019