• 21.03.2010
      22:30 Uhr
      NACHTSTUDIO "Die Islamdebatte - ein neuer Kalter Krieg?" - Moderation: Volker Panzer | PHOENIX
       

      Es diskutieren:

      • Hamed Abdel-Samad (Politologe und Schriftsteller)
      • Claudius Seidl (Journalist)
      • Lamya Kaddor (Religionspädagogin und Islamwissenschaftlerin)
      • Henryk M. Broder (Kritische Stimme gegen Islamismus)

      Sonntag, 21.03.10
      22:30 - 23:30 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Es diskutieren:

      • Hamed Abdel-Samad (Politologe und Schriftsteller)
      • Claudius Seidl (Journalist)
      • Lamya Kaddor (Religionspädagogin und Islamwissenschaftlerin)
      • Henryk M. Broder (Kritische Stimme gegen Islamismus)

       

      Über den richtigen Umgang mit dem Islam ist in Deutschlands Feuilletons ein erbitterter Streit entbrannt. Islamkritiker wie die Autoren Necla Kelek, Henryk M. Broder und Seyran Ates werden seit Wochen in der Presse als "Hassprediger", "Heilige Krieger" oder "Liberale Rassisten" tituliert, deren einziges Ansinnen es sei, den Islam zum Feindbild abzustempeln. Im Gegenzug werfen diese ihren Gegnern, darunter die Feuilleton-Redakteure Thomas Steinfeld und Claudius Seidl vor, sie würden angesichts einer gewalttätigen und kriegerischen Religion bei Themen wie "Zwangsehe", "Ehrenmord" und "Fatwa" feige wegschauen und vor dem Unrecht kapitulieren.

      Es scheint, als sei Samuel Huntingtons These vom Kampf der Kulturen endgültig in Deutschland angekommen, ein neuer Kalter Krieg, der ausgeht von den Redaktionsstuben führender deutscher Zeitungen. Im Kern des Disputs steht die Frage: Was ist schlimmer, den Islam zu verharmlosen oder ihn zu verteufeln?

      Dabei stehen sich die Fronten unversöhnlich gegenüber: Die Kritiker sehen im Islam eine Bedrohung der westlichen Werte. Die universell gültigen Menschenrechte, eine der wichtigsten Errungenschaften der Aufklärung, müssten mit aller Entschiedenheit verteidigt werden.

      Anders die Gegenseite: Sie vermutet hinter dieser Sichtweise einen Aufklärungsfundamenatlismus und eine latente Islamophobie, die den Eindruck zu erwecken versucht, Muslime überschreiten andauernd die Grenzen des für uns Hinnehmbaren. Der Historiker Wolfgang Benz vergleicht die ablehnende Angst der Islamgegner sogar mit dem Antisemitismus des 19. Jahrhunderts.

      Bedroht der Islam unsere Gesellschaft oder wird die Angst vor dem Fremden von Einzelnen geschürt? Gibt es Grenzen der Toleranz oder kapitulieren wir vor einem sich immer weiter ausbreitenden Islamismus? Gibt es Chancen zu einem Dialog, ist der Islam doch reformierbar, findet er seinen Platz in einer säkularen Welt? Welche Rolle spielt dabei die Stellung der Frau. Was bedeutet es, dass mehrheitlich Frauen zu Islamkritikerinnen geworden sind.

      Über Kopftuchmädchen, Zwangsehen, Hassprediger und Islamophobie diskutiert Volker Panzer in der Nacht zum Weltfrauentag im ZDF-nachtstudio mit seinen Gästen Lamya Kaddor, Religionspädagogin und Autorin, dem Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad, Claudius Seidl, Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Henryk M. Broder, Journalist und Buchautor.

      Wird geladen...
      Sonntag, 21.03.10
      22:30 - 23:30 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 18.11.2018