• 12.02.2018
      12:00 Uhr
      Mein Land, dein Land - Die leisen Mustersch√ľler Little Hanoi in Berlin | PHOENIX
       

      "Mein Land, Dein Land"¬†beginnt mit Little Hanoi. Das liegt mitten in Berlin - im Stadtteil Lichtenberg. Und das Dong Xuan Center ist der zentrale Marktplatz f√ľr die vietnamesischen Einwanderer. Mehr als 200 H√§ndler bieten¬†dort ihre Waren und Dienstleistungen an. Hinzu kommen Hunderte von vietnamesischen Angestellten und Mitarbeitern. Fast 2000 Menschen arbeiten in den acht Hallen.
      Tuan Anh Nguyen ist in Lichtenberg aufgewachsen und hat schon auf dem Gel√§nde des Centers gespielt, als¬†dort noch kein einziger Stand war. Tuan k√ľmmert sich um alles.

      Montag, 12.02.18
      12:00 - 12:50 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

      "Mein Land, Dein Land"¬†beginnt mit Little Hanoi. Das liegt mitten in Berlin - im Stadtteil Lichtenberg. Und das Dong Xuan Center ist der zentrale Marktplatz f√ľr die vietnamesischen Einwanderer. Mehr als 200 H√§ndler bieten¬†dort ihre Waren und Dienstleistungen an. Hinzu kommen Hunderte von vietnamesischen Angestellten und Mitarbeitern. Fast 2000 Menschen arbeiten in den acht Hallen.
      Tuan Anh Nguyen ist in Lichtenberg aufgewachsen und hat schon auf dem Gel√§nde des Centers gespielt, als¬†dort noch kein einziger Stand war. Tuan k√ľmmert sich um alles.

       

      Zu ihm kommt man, wenn man Hilfe bei einem Behördengang oder bei einem Arztbesuch braucht. Er weiß Rat, wenn man Fracht aus Vietnam importieren möchte und diese am Ende im Zoll feststeckt.
      Die vietnamesischen Einwanderer¬†bilden eine "Erfolgsstory im Verborgenen", denn sie gelten als verschlossen und geben wenig √ľber sich preis. Im Berliner Bezirk Lichtenberg wohnen fast 4700 von ihnen und stellen damit die gr√∂√üte ausl√§ndische Bev√∂lkerungsgruppe.
      Besonders die Nordvietnamesen haben¬†dort eine Community gegr√ľndet, die diesen Stadtteil in Klein-Asien verwandelt hat. Viele kamen als Vertragsarbeiter in die DDR, um als g√ľnstige Arbeiter aus "sozialistischen Bruderl√§ndern" die ostdeutsche Planwirtschaft zu st√ľtzen.
      Besonders die Nordvietnamesen haben dort eine Community gegr√ľndet, die diesen Stadtteil in Klein-Asien verwandelt hat. Viele kamen als Vertragsarbeiter in die DDR, um als g√ľnstige Arbeiter aus "sozialistischen Bruderl√§ndern" die ostdeutsche Planwirtschaft zu st√ľtzen.
      Nach der Wende bot die Regierung rund 60.000 Vertragsarbeitern R√ľckfl√ľge in deren Heimatland an. Doch viele Vietnamesen entschieden sich, in Deutschland zu bleiben, da sie hier f√ľr ihre Kinder bessere Chancen sahen. Eine andere Gruppe der Vietnamesen trifft man dagegen in Berlin kaum an: diejenigen, die in den 80er Jahren als Fl√ľchtlinge in die Bundesrepublik gekommen waren, die sogenannten Boatpeople.
      Heute leben rund 150 000 Vietnamesen in Deutschland, zirka 40 000 haben die deutsche Staatsb√ľrgerschaft. Sie gelten im Allgemeinen als flei√üig, lerneifrig, strebsam und unauff√§llig: Sie sind quasi die stillen Integrationsmustersch√ľler und die gr√∂√üte ostasiatische Ethnie hierzulande - noch vor den Chinesen. Im Vergleich zu anderen Migranten ist bei ihnen die Bildungsquote h√∂her, die Arbeitslosen- und die Kriminalit√§tsrate niedriger. Die Eltern gelten als autorit√§r, die Erziehung als besonders streng. Vietnamesen glauben nicht, dass Kinder unterschiedlich intelligent sind, sondern nur unterschiedlich flei√üig. Fast 60 Prozent der vietnamesischen Sch√ľler besuchen ein Gymnasium. Einer von ihnen hat es bis zum Vizekanzler gebracht: Philipp R√∂sler, ehemaliger Bundesgesundheits- und sp√§ter Bundeswirtschaftsminister, der als vietnamesisches Waisenkind von einer Familie aus Niedersachsen adoptiert wurde.
      Das Ehepaar Le Anh Duc und Le Khuyen steht geradezu musterg√ľltig f√ľr seine Landsleute. Die beiden arbeiten rund zw√∂lf Stunden t√§glich in ihrem Handyladen - sieben Tage¬†in der¬†Woche. Ihre drei Kinder sehen sie erst abends um 20.30 Uhr.
      Nguyen Thanh Luan ist Kung-Fu-Meister und Inhaber der erfolgreichsten Kung-Fu-Schule in Berlin. Ihm ist wichtig, nicht nur vietnamesische, sondern auch deutsche Sch√ľler zu unterrichten und so eine Br√ľcke zwischen den Kulturen zu schlagen.
      Die andere Seite des Alltags in Lichtenberg erlebt die Sozialarbeiterin Thuy Tran, die sich um diejenigen k√ľmmert, die dem Erfolgsdruck nicht mehr gewachsen sind.

      Dann folgt bei vielen Vietnamesen etappenweise der Zusammenbruch.
      Die Reportage bietet eine Reise in eine andere Welt - direkt vor der Haust√ľr und doch meilenweit vom deutschen Alltag entfernt.

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      Montag, 12.02.18
      12:00 - 12:50 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 15.07.2018