• 11.02.2020
      20:15 Uhr
      mein ausland Südafrika - Erben der Apartheid | phoenix
       

      Das Apartheid-Museum in Johannesburg, Südafrika, hat zwei Eingänge. Wer es besucht, wird mit dem Ticket als „Schwarz“ oder „Weiß“ klassifiziert - und muss den entsprechenden Eingang benutzen. Ein Hauch von Apartheid wird fühlbar. Auf Staatsbesuch in Südafrika fasste Bundespräsident Steinmeier nach einem Rundgang durch das Museum am 19. November 2018 in Worte, dass der Erhalt der Demokratie sowie eine gerechte Gesellschaft noch ein schwerer Weg für das Land scheint: „Demokratien sind niemals fertig und niemals perfekt, sondern es kostet immer noch Mut und Mühe, um sie zu erhalten und in die Zukunft zu tragen.“

      Dienstag, 11.02.20
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      VPS 20:14

      Das Apartheid-Museum in Johannesburg, Südafrika, hat zwei Eingänge. Wer es besucht, wird mit dem Ticket als „Schwarz“ oder „Weiß“ klassifiziert - und muss den entsprechenden Eingang benutzen. Ein Hauch von Apartheid wird fühlbar. Auf Staatsbesuch in Südafrika fasste Bundespräsident Steinmeier nach einem Rundgang durch das Museum am 19. November 2018 in Worte, dass der Erhalt der Demokratie sowie eine gerechte Gesellschaft noch ein schwerer Weg für das Land scheint: „Demokratien sind niemals fertig und niemals perfekt, sondern es kostet immer noch Mut und Mühe, um sie zu erhalten und in die Zukunft zu tragen.“

       

      Das Apartheid-Museum in Johannesburg, Südafrika, hat zwei Eingänge. Wer es besucht, wird mit dem Ticket als „Schwarz“ oder „Weiß“ klassifiziert - und muss den entsprechenden Eingang benutzen. Ein Hauch von Apartheid wird fühlbar. Auf Staatsbesuch in Südafrika fasste Bundespräsident Steinmeier nach einem Rundgang durch das Museum am 19. November 2018 in Worte, dass der Erhalt der Demokratie sowie eine gerechte Gesellschaft noch ein schwerer Weg für das Land scheint: „Demokratien sind niemals fertig und niemals perfekt, sondern es kostet immer noch Mut und Mühe, um sie zu erhalten und in die Zukunft zu tragen.“

      Vor über 25 Jahren endete die Apartheid - Sandra Theiß vom Studio Johannesburg fragt für „mein ausland“ nach, wie es um Mandelas Visionen und das Land der Erben der Apartheid heute steht.

      Der Freedom-Charta-Platz in Kliptown, Soweto. Hier nahm der Traum von der Regenbogennation in Südafrika 1955 Gestalt an. Tausende Menschen verabschiedeten damals die „Freiheits-Charta“. Sie beginnt mit den Worten: "Südafrika gehört allen, die darin leben, Schwarz und Weiß. Keine Regierung hat Anspruch auf Autorität, die nicht auf dem Willen des ganzen Volkes ruht."

      Damals war es ein Traum, und bei dem ist es für die Menschen hier auch heute noch geblieben: Kliptown selbst ist immer noch eines der ärmsten Townships in Soweto. Im Herzen von Kliptown liegt das KYP, das Kliptown Youth Program. Thulani Madondo ist einer der Gründer. Jeden Tag bekommen hier 460 Kinder aus dem Township etwas zu Essen, Hilfe bei den Schulaufgaben und auch psychologische Unterstützung.

      „Es geht nicht nur darum, dass die Kinder kein Essen bekommen, wenn sie es möchten“, so Madondo, „sie haben in ihren Hütten auch keine Privatsphäre, es gibt keinen Strom und die Arbeitslosenquote ist riesig - das hat auch Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein der Kinder.“

      In kaum einem anderen Land ist die soziale Ungleichheit zwischen den Menschen verschiedener Hautfarben und Klassen so riesig wie in Südafrika - es ist das lange, schwere Erbe der Apartheid. Nach dem Gesetz herrscht zwar Gleichberechtigung, doch in der gesellschaftlichen Realität und wirtschaftlich existiert diese bis heute nicht. Der überwiegend reichen weißen Minderheit steht eine überwiegend arme schwarze Mehrheit gegenüber. So befinden sich beispielsweise 72 Prozent des privaten Farmlandes in den Händen Weißer, obwohl sie gerade einmal 8 Prozent der Bevölkerung stellen. Alte Konflikte flammen auf. Die Regierung plant Enteignungen ohne Entschädigungen, viele Farmer sind verunsichert. Kein anderes Thema wird derzeit so emotional diskutiert, wie die Frage, wem das Land gehört.

      Ein Grund für die soziale Ungleichheit ist die hohe Korruption. Der letzte Präsident, Jacob Zuma und seine Gefolgsleute plünderten den Staat regelrecht aus, man spricht sogar von State Capture, dem Ausverkauf des Staates. Jetzt ruht die Hoffnung auf seinem Nachfolger, Cyril Ramaphosa, der das Land seit gut einem Jahr führt.

      Film von Sandra Theiß

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 20.02.2020