• 12.01.2020
      22:30 Uhr
      mein ausland Die Wiege der Düfte - Jasminernte im ägyptischen Nildelta | phoenix
       

      Der ägyptische Jasmin gehört zu den teuersten Düften der Welt, viele der weltbekannten Parfumhäuser in den USA oder Frankreich verwenden das betörend-kräftige, fruchtige Aroma für ihre Kreationen. Wenn die Sonne untergeht über dem Nil, öffnen sich langsam, wie in Zeitlupe, ihre Blütenblätter. Tausendfach, Millionenfach. Ein nasenbetäubender Duft wölbt sich über den Plantagen, wenn die Königin der Blumen sich in alle Winde verströmt.

      Sonntag, 12.01.20
      22:30 - 23:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Der ägyptische Jasmin gehört zu den teuersten Düften der Welt, viele der weltbekannten Parfumhäuser in den USA oder Frankreich verwenden das betörend-kräftige, fruchtige Aroma für ihre Kreationen. Wenn die Sonne untergeht über dem Nil, öffnen sich langsam, wie in Zeitlupe, ihre Blütenblätter. Tausendfach, Millionenfach. Ein nasenbetäubender Duft wölbt sich über den Plantagen, wenn die Königin der Blumen sich in alle Winde verströmt.

       

      Der ägyptische Jasmin gehört zu den teuersten Düften der Welt, viele der weltbekannten Parfumhäuser in den USA oder Frankreich verwenden das betörend-kräftige, fruchtige Aroma für ihre Kreationen. Wohl kaum ein anderer Produzent gibt sich so viel Mühe bei der Gewinnung des exquisiten Blütenduftes wie der Ägypter Hussein Fakhry. Auf seinem saftig-grünen Farmgelände im Herzen des Nildeltas pflücken Hunderte von emsigen Pflücker-Händen die winzigen, weißen Blüten - von Mitternacht bis zum Morgengrauen. Denn der Jasmin - der von Motten bestäubt wird, statt von Bienen - duftet nachts besonders stark.

      Unfassbare 3,3 Tonnen Blüten müssen geerntet werden, um einen Fünf-Liter-Behälter voller Jasmin absolue zu erhalten, Marktwert: 22.000 Euro. Die Fakhry-Farms rund 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kairo - ein Vorzeigeunternehmen. Verlässlicher Arbeitgeber für 8000 Pflücker aus der ganzen Region und ihre Familien. Insgesamt 50.000 Menschen leben von der Königin der Düfte, was sehr wichtig ist in Zeiten der wirtschaftlichen Krise in Ägypten seit dem Beginn der Revolution Anfang 2011.

      Statt Pestiziden wird von Hand gejätet. Statt Chemikalien picken unzählige schneeweiße Reiher das Ungeziefer aus den Grasbüscheln. Biologisch, dynamisch, nachhaltig. Die Naturprodukte aus dem Nildelta sind international zertifiziert, und was immer angebaut oder produziert wird, reißt man Hussein Fakhry aus den Händen - neben Jasmin etwa Bitterorange, Zitronenbasilikum, Honig. Das ist ein gutes Zeichen, meint der gelernte Wissenschaftler Hussein, denn die Menschen begreifen langsam, dass es wichtig ist, was wir essen, und wie wir unsere Lebensmittel herstellen

      In „mein ausland“ berichten ARD- und ZDF-Korrespondenten über ihre Eindrücke, Erlebnisse und Besonderheiten in „ihren“ Ländern und Regionen: Ob die langen Sandstrände von Marokko, das Lebensgefühl in Brooklyn oder der bedrohte Regenwald am Amazonas - „mein ausland“ zeigt die Vielfalt der Kontinente und Länder. Auch Krisenregionen werden besucht, die politische Situation beleuchtet, die Menschen in ihrem Alltag begleitet. Die 45-minütigen Reportagen werden exklusiv für phoenix produziert. Sie bieten tiefe Einblicke in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft anderer Länder und Kontinente und helfen, die politischen Ereignisse und Krisen in der Welt besser zu verstehen.

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