• 21.07.2019
      22:30 Uhr
      mein ausland Lernen fürs Leben - Amerikas Schulen zwischen arm und reich | phoenix
       

      „Keine Schulbücher für Kinder, nicht ausreichend Gehalt für Lehrer, so dass sie auch davon leben können, kein kostenfreies College, aber Geld, um Lehrer zu bewaffnen.“ So beschreibt David Hogg, ein Überlebender des Amoklaufs in Parkland, Florida, die finanzielle Situation an US-amerikanischen öffentlichen Schulen. Und er übertreibt nicht.

      Sonntag, 21.07.19
      22:30 - 23:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      „Keine Schulbücher für Kinder, nicht ausreichend Gehalt für Lehrer, so dass sie auch davon leben können, kein kostenfreies College, aber Geld, um Lehrer zu bewaffnen.“ So beschreibt David Hogg, ein Überlebender des Amoklaufs in Parkland, Florida, die finanzielle Situation an US-amerikanischen öffentlichen Schulen. Und er übertreibt nicht.

       

      Berichte von frierenden Kindern, in deren Schule im Winter über Wochen die Heizung ausfällt, von verstopften Toiletten, die nicht repariert werden, gehören zum Schulalltag. Aber es gibt auch das genaue Gegenteil: Luxusschulen mit modernen Sportanlagen, in denen jedes Kind seinen eigenen Laptop hat und individuell von hochmotivierten Lehrern gefördert werden. Woher kommen diese gravierenden Unterschiede, die darüber entscheiden, welche Chancen Schülerinnen und Schüler in ihrer Zukunft haben? Für die Weltspiegel-Reportage „Lernen fürs Leben“ wurden Schüler aus Arizona, Virginia und Ohio kurz vor ihrem Highschool-Abschluss begleitet. Einer von ihnen ist Tanner. Mit seiner alleinerziehenden Mutter und den drei jüngeren Geschwistern lebt er in einer Kleinstadt in Arizona. Die Bilanz seiner Schulzeit: durchwachsen. Geld für neue Bücher gab es nicht, viele junge Lehrer verdienen schlecht und müssen bei ihren Eltern leben. Und als der Klassenraum neu gestrichen werden musste, zahlte die Schule zwar die Farbe, aber um den Anstrich mussten sich die Lehrer selbst kümmern. Gleichzeitig hatte Tanners Mutter Drogenprobleme. Er musste schon als Kind immer wieder auch Ersatzvater für seine Geschwister sein. Zeit zum Lernen blieb da nicht viel. Inzwischen hat sich seine Mutter gefangen, und er wird in wenigen Wochen seinen Highschool-Abschluss in der Tasche haben. Er will dann zum Militär, denn Geld für ein Studium hat er nicht. Ganz anders ergeht es Marissa Sumathipala in Virginia. Die Tochter indischer Eltern ist einer der Stars ihrer Schule, die in einem wohlhabenden Bezirk liegt. Sie strebt eine Karriere als Wissenschaftlerin an, hat diverse Stipendien gewonnen und den Platz in Harvard sicher. Bildung spielte in ihrem Elternhaus eine große Rolle. Marissa weiß, dass sie Glück hat. „Die Finanzen der Schule spielen eine Rolle, aber ein noch größerer Faktor ist der sozioökonomische Status der Gegend.“ Die Eltern der Zwillinge Jeana und Jejuan Weatherspoon wollten, dass ihre Kinder eine gute Ausbildung bekommen. Die Schule in ihrem Wohnviertel der Stadt Columbus in Ohio hatte einen zu schlechten Ruf mit hoher Kriminalität und Drogenmissbrauch. Und da die Familie wenig Geld hat, hat der Vater großen Wert darauf gelegt, dass seine Kinder so gut im Sport werden, dass das ihnen den Weg für ein Stipendium öffnet. Jeana und ihr Bruder Jejuan gehören in der Schule zu den Basketballstars. Durch den Sport sahen die beiden viele andere Schulen - und die Unterschiede. „Das ist natürlich unfair, aber das Leben ist nicht fair. An der einen Schule hatten sie Klimaanlagen, besseres Essen, mehr Privilegien.“ Drei öffentliche Schulen, drei völlig unterschiedlichen Gegenden. Die geografische Lage entscheidet über vieles, denn die Schulen finanzieren sich zu einem großen Teil über die in der Gegend erhobenen Grundsteuern: Je wohlhabender ein Viertel ist, desto höher die Steuereinnahmen. Die Möglichkeiten von Schulen in armen Vierteln, wo oft dringend mehr Geld für Bildung nötig wäre, sind von vornherein beschränkt. Das Thema ist so aktuell wie nie: Welche Chancen Schulen den Kindern bieten, wird mit Sicherheit bei den Wahlen im November von Bedeutung sein.

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      Sonntag, 21.07.19
      22:30 - 23:15 Uhr (45 Min.)
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      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 15.10.2019