• 03.04.2018
      03:45 Uhr
      Mein Ausland: Bretter, die die Welt bedeuten Mutige Surferinnen in Bangladesch | PHOENIX
       

      Sie brauchen mehr als Wind und gute Wellen. Davon gäbe es hier in Cox's Bazar - im Süden von Bangladesch - genug. Acht Mädchen trainieren im Surfclub an einem der längsten Strände der Welt. Zahlen müssen sie nichts, der Club finanziert sich aus Spenden. Shaifullah, der Trainer, meint: „Wir könnten Tausende Surfer trainieren. Wenn Mädchen darunter sind, dann ist das gut für unser Land.“ Aber: dass Frauen surfen, gehört sich nicht in Bangladesh. Der Strand ist eine konservative Welt. Spätestens wenn die Mädchen 14 sind, sollen sie verheiratet werden.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 03.04.18
      03:45 - 04:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Sie brauchen mehr als Wind und gute Wellen. Davon gäbe es hier in Cox's Bazar - im Süden von Bangladesch - genug. Acht Mädchen trainieren im Surfclub an einem der längsten Strände der Welt. Zahlen müssen sie nichts, der Club finanziert sich aus Spenden. Shaifullah, der Trainer, meint: „Wir könnten Tausende Surfer trainieren. Wenn Mädchen darunter sind, dann ist das gut für unser Land.“ Aber: dass Frauen surfen, gehört sich nicht in Bangladesh. Der Strand ist eine konservative Welt. Spätestens wenn die Mädchen 14 sind, sollen sie verheiratet werden.

       

      Sie brauchen mehr als Wind und gute Wellen. Davon gäbe es hier in Cox's Bazar – im Süden von Bangladesch – genug. Acht Mädchen trainieren im Surfclub an einem der längsten Strände der Welt. Zahlen müssen sie nichts, der Club finanziert sich aus Spenden. Shaifullah, der Trainer, meint, „wir könnten Tausende Surfer trainieren. Wenn Mädchen darunter sind, dann ist das gut für unser Land. Mädchen spielen doch auch Cricket und Fußball, jetzt surfen sie." Aber: dass Frauen surfen, gehört sich nicht – und schon gar nicht in aller Öffentlichkeit.

      Sumi Akter ist 13, seit sie surft, hat sich ihr Leben verändert: "Bevor ich anfing mit dem Surfen, war ich ängstlich. Aber mit der Zeit habe ich mich geändert." Sumis Mutter durfte nicht zur Schule, sie blieb zu Hause. Ihre Tochter will es anders machen. Das heißt auch, sie muss abends für die Schule lernen. "Ich finde gut, dass sie surfen lernt, und ich habe nichts dagegen. Das einzige was ich ihr sage: Du kannst surfen, aber bitte beende auch deine Schule", sagt Sumis Mutter.

      Doch schon am Strand beginnt eine konservative Welt. Einige denken: Dass Frauen surfen, gehört sich nicht. Und spätestens wenn die Mädchen 14 sind, stresst die Familie. Dann sollen sie verheiratet werden. Auch Nasima blühte auf, wenn sie surfte. Sie ist jetzt 18 und kümmert sich um ihren Sohn und um die Nichte. Als sie das Kind bekam, war es mit dem Surfen vorbei. Ihr Mann sperrt sie zu Hause ein. "Wenn sie wieder surfen geht, werde ich sehr böse reagieren, sehr böse", sagt er. Sie trauert um ihr altes Leben und die verlorene Freiheit.

      Die Surferinnen von Cox's Bazar wissen, was Nasima passiert ist. Noch träumen sie. "Heißt es denn, nur weil wir Mädchen sind, können wir nichts erreichen? Wir werden beweisen, dass die Mädchen in Bangladesch eine Menge drauf haben. Niemand kann mich aufhalten", sagt Sumi Akter selbstbewusst.

      Film von Gábor Halász

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 03.04.18
      03:45 - 04:30 Uhr (45 Min.)
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      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 23.06.2018