• 20.11.2019
      06:45 Uhr
      Karl Marx und seine Erben phoenix
       

      Am 5. Mai 2018 würde der Philosoph Karl Marx 200 Jahre alt - ein Denker, an dem sich bis heute die Geister scheiden. Marx selbst formulierte den Anspruch, "die Welt zu verändern" - er konnte nicht ahnen, in welchem Ausmaß das für sein Werk zutreffen würde, wenn auch erst nach seinem Tode. Wie auch immer man zu Marx und seinen Theorien stehen mag, unstrittig ist, dass kaum etwas die Geschichte des 20. Jahrhunderts so sehr beeinflusst hat wie das Werk des Mannes aus Trier. Die Dokumentation von Peter Dörfler unternimmt eine Reise durch diese unglaubliche Wirkungsgeschichte. In de

      Mittwoch, 20.11.19
      06:45 - 07:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Am 5. Mai 2018 würde der Philosoph Karl Marx 200 Jahre alt - ein Denker, an dem sich bis heute die Geister scheiden. Marx selbst formulierte den Anspruch, "die Welt zu verändern" - er konnte nicht ahnen, in welchem Ausmaß das für sein Werk zutreffen würde, wenn auch erst nach seinem Tode. Wie auch immer man zu Marx und seinen Theorien stehen mag, unstrittig ist, dass kaum etwas die Geschichte des 20. Jahrhunderts so sehr beeinflusst hat wie das Werk des Mannes aus Trier. Die Dokumentation von Peter Dörfler unternimmt eine Reise durch diese unglaubliche Wirkungsgeschichte. In de

       

      en zurückliegenden hundert Jahren haben weltweit dramatische Gesellschaftsumwälzungen im Namen der Theorien von Karl Marx stattgefunden, in der Sowjetunion, in China und Kuba, in der DDR. In Westeuropa ließen sich die Studentenbewegung von 68 und die Eurokommunisten in Frankreich und Italien von Marx inspirieren. Und in jüngster Zeit, in Zeiten der Globalisierung und der Kritik daran, erlebt Karl Marx eine Renaissance. Ob Attac-Aktivisten oder Kritiker der Investmentbanken - sie alle finden wesentliche Argumente in den Marx'schen Theorien. Aber wie unter allen Erben gibt es auch unter Marxisten bis heute erbitterten Streit darüber, wer eigentlich das Erbe wirklich fortführt. Schwerpunkt: 200 Jahre Karl Marx "Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" Mit dieser Losung endet das 1848 von Karl Marx und Friedrich Engels veröffentlichte Manifest der Kommunistischen Partei - ein Werk, auf das sich jahrzehntelang weltweit Arbeiterbewegungen und Kommunistische Parteien beriefen. In "Das Kapital", seinem ökonomischen Hauptwerk, legte Marx das kapitalistische System auf den Prüfstein und prangerte die Ausbeutung der Arbeiterklasse an. Karl Marx inspirierte zahlreiche kommunistische und sozialistische Ökonomen und gehört zu den bekanntesten Deutschen überhaupt. Aber wie war der Mensch Karl Marx? Und was bleibt heute von seinen Ideen? Karl Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren. Zusammen mit Martin Luther ist er einer der berühmtesten Deutschen, und nur die Bibel wurde weltweit häufiger verlegt als sein Hauptwerk "Das Kapital". Marx prangerte die Ausbeutung der Arbeiterklasse an und entwickelte eine Philosophie mit dem Klassenkampf als zentralem Konzept. Nach 1848 zog er nach London, wo er 1864 die Internationale Arbeiterassoziation (IAA) - heute als "Erste Internationale" geläufig - mitbegründete und 1867 "Das Kapital" veröffentlichte. ARTE widmet dem Gesellschaftstheoretiker zum 200. Geburtstag mehrere Dokumentationen. Das Doku-Drama "Karl Marx - Der deutsche Prophet" porträtiert den Denker und Philosophen, in dessen Rolle Mario Adorf zu erleben ist. Das Porträt zeigt einen widersprüchlichen Menschen, der einerseits die Not und die Unterdrückung der Arbeiter anprangerte, andererseits aber selbst ein gutbürgerliches Leben führte und nie eine Fabrik von Innen gesehen hat. "Marx und seine Erben" befasst sich mit der Umsetzung seiner Ideen, zunächst vom russischen Volk nach dem Sturz des Zaren, dann in Maos China und in Osteuropa bis hin zur Studentenbewegung vom Mai '68. Ist Karl Marx auch heute noch aktuell, da die IAA nur noch ein verblasster Begriff ist und der Nationalismus wieder aufflammt? Darauf versucht die Sendung "Fetisch Marx" Antworten zu geben. Die Web-Serie "Marie meets Marx" setzt sich mit der Bedeutung von Karl Marx und seinen Thesen für unsere heutige Gesellschaft auseinander. Was meinte Marx, wenn er vom "Fetisch der Ware" sprach und warum sind manche Marken heute ein Paradebeispiel für diese Idee? Hat uns die allumfassende

      "Warenförmigkeit", vor der Marx warnte, heute tatsächlich erreicht und sind wir im digitalen Zeitalter nicht längst selbst zur Ware geworden? Was können uns Marx' Definitionen von Arbeit oder Geld über unsere globalisierte Welt beibringen? Warum sind wir süchtig nach Authentizität und was haben selbstgemachte Marmeladen damit zu tun? Fragen wie diese sowie elementare Begriffe aus "Das Kapital" werden spielerisch im Kontext unserer heutigen Zeit betrachtet.

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      Mittwoch, 20.11.19
      06:45 - 07:30 Uhr (45 Min.)
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      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 15.11.2019